Migrationsamt bis in fünf Jahren umstrukturiert

Aktualisiert am 03.09.2010

Regierungsrat Hans Hollenstein hat für die Umstrukturierung des Migrationsamtes ein klares Vorbild: Das St.Galler Ausländeramt, das heute als Pionieramt gilt.

Jetzt wird aufgeräumt: Der Regierungsrat Hans Hollenstein (rechts) und Rechtsanwalt Peter Schorer orientierten am 20. August über die Resultate der externen Untersuchung nach den Vorwürfen um das Zürcher Migrationsamt.

Jetzt wird aufgeräumt: Der Regierungsrat Hans Hollenstein (rechts) und Rechtsanwalt Peter Schorer orientierten am 20. August über die Resultate der externen Untersuchung nach den Vorwürfen um das Zürcher Migrationsamt.
Bild: Keystone

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Das St. Galler Migrationsamt wurde über einen Zeitraum von zehn Jahren umgebaut. So viel Zeit hat der Zürcher Regierungsrat Hans Hollenstein jedoch nicht. Auf einen genauen Zeitplan wolle und könne er sich nicht festlegen, sagt er im Interview mit dem «Landboten» heute Freitag. Der Umbau des Zürcher Migrationsamtes zum kundenorientierten Dienstleistungszentrum werde aber keine fünf Jahre dauern.

Im Unterschied zum Zürcher Amt, das heute noch viele Dokumente auf Papier behandelt, arbeitet das St. Galler Amt zu hundert Prozent elektronisch. Dies schwebt Hollenstein auch für sein Amt vor. Anwälte könnten die Dokumente dann online einsehen. «Die eine oder andere Person wird anders arbeiten müssen als heute.»

Wie viel diese Visionen kosten, kann Hollenstein nicht sagen. Interimschef Andreas Werren werde nach St. Gallen gehen, um den Investitionsbedarf abzuschätzen. Je nachdem müsse er dem Parlament dann einen Nachtragskredit beantragen.

Pornobild-Affäre hat Konsequenzen

Das Migrationsamt war in den letzten Monaten in Kritik geraten, weil es einzelne Teamchefs mit den Arbeitszeiten nicht sehr genau nahmen und Pornobildchen verschickten. Mehrere Mitarbeiter haben zudem Dossiers willkürlich bearbeitet. Wie ein externer Bericht zeigte, der Ende August veröffentlicht wurde, ist ein Teil der Vorwürfe berechtigt. Amtschef Adrian Baumann räumte daraufhin seinen Posten.

Bis jetzt wurde mit den Mitarbeitern, die Pornobildchen verschickt haben, noch nicht das Gespräch gesucht. Das werde er nun zusammen mit Werren und einem Personaljuristen in Angriff nehmen, kündigte Hollenstein weiter an. Die fehlbaren Mitarbeiter müssten mit Konsequenzen rechnen. Entlassen wurde bis jetzt aber niemand. Auch jene Mitarbeiter, die Dossiers willkürlich liegengelassen hatten, arbeiten noch im Migrationsamt. «Was sie taten, ist sehr schlecht für das Image des Migrationsamtes.» Man habe diese Willkür nun aber im Griff. (fsc/sda)

Erstellt: 03.09.2010, 10:29 Uhr

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