Zürich
Migrationsamt-Mitarbeiter sind «verärgert und befremdet»
Von Maria Rodriguez, Fabienne Riklin. Aktualisiert am 04.05.2010 30 Kommentare
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Möchte baldmöglichst Klarheit: Sicherheitsdirektor Hans Hollenstein. (Bild: Thomas Burla)
Adrian Baumann, Chef des Migrationsamtes. (Bild: Nicola Pitaro)
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Nachdem Sicherheitsdirektor Hans Hollenstein gestern Montag eine Untersuchung der Vorfälle im Migrationsamt ankündigte, doppelt er heute nach: «Ich möchte wissen, was an diesen Vorwürfen dran ist. Mir ist es ganz wichtig, die Fakten auf den Tisch zu bringen, erst dann werde ich die nötigen Massnahmen beschliessen», sagt er am Rande einer Medienveranstaltung.
Die Vorwürfe an verschiedene Teamchefs des Migrationsamtes des Kantons Zürich sind happig. Sie reichen von Verbreitung von Pornografie, über Nicht-Einhaltung der Arbeitszeiten bis zu willkürlicher Behandlung von Dossiers. Erhoben wurden sie von Mitarbeitern, die dem Treiben nicht länger zuschauen mochten.
Hollenstein warnt vor Vorverurteilung
Dabei möchte sich Hollenstein alle Seiten anhören und kündigt deshalb für den Nachmittag ein Treffen mit Adrian Baumann, Chef des kantonalen Migrationsamtes, an. Wie das weitere Vorgehen nach diesem Gespräch aussehen könnte, bleibt offen.
Hollenstein wartet zudem auf eine Antwort des Zürcher Anwalts Ueli Vogel-Etienne, der für eine Gruppe von Mitarbeitern des Migrationsamtes einen Brief mit den Vorwürfen formulierte. Von dieser Antwort erhofft sich Hollenstein weitere Fakten zum Fall. Vogel-Etienne seinerseits möchte sich erst wieder äussern, wenn er vom Migrationsamt eine Antwort erhalten hat.
Mitarbeiter zeigen sich betroffen
Ob die Vorwürfe erste konkrete Konsequenzen haben, ist zurzeit unklar. Nicht beantworten lässt sich momentan auch die Frage, ob die angeschuldigten Teamchefs weiter im Amt bleiben. Viele Mitarbeiter des Migrationsamtes zeigen sich betroffen: «Ich habe einige Reaktionen von Mitarbeitern erhalten, die sich ärgern, weil man sie in denselben Topf werfen könnte», sagt die Informationsbeauftragte Bettina Dangel. Viele seien über die destruktive Berichterstattung in den Medien «befremdet».
Auch für das Vorgehen der Kollegen, die gleich einen Anwalt eingeschaltet haben, zeigen nicht alle Verständnis: «Für Probleme jeglicher Art haben wir intern genügend Möglichkeiten uns Gehör zu verschaffen. Es fehlt mir jegliches Verständnis für das gewählte Vorgehen und ich hoffe, dass die Abklärungsergebnisse prominent veröffentlicht werden», sagt ein Mitarbeiter. Gemäss Dangel hoffe man darum auf eine rasche Aufklärung des Falles.
Mittlerweile haben man den Brief des Anwaltes als PDF erhalten. Wegen Bauarbeiten bleibt das Migrationsamt bis morgen Mittwoch geschlossen. Der ursprüngliche Brief dürfte in der Post «hängengeblieben sein». Weitere Informationen kündigt die Sicherheitsdirektion für kommenden Freitag an. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.05.2010, 12:11 Uhr
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30 Kommentare
Herr Hollenstein, Aemtern in denen so "gearbeitet" wird, sind personell überdotiert und von untauglichen Leuten geführt. Falls sich diese Anschuldigungen bewahrheiten sollten , fordern die Steuerzahler und Stimmbürger von Ihnen unzimperliche Massnahmen und Entlassung der Angeschuldigten. Sonst setzen Sie sich ins gleiche Boot und gefährden Ihre Wiederwahl. Das Sozialamt lässt grüssen ! Antworten
Es ist schwer zu glauben, dass Hans Hollenstein tatsächlich nichts von den ganzen Vorkommnissen mitbekommen hat. Wenn dem so ist, lebt er doch eher abgehoben in einem Elfenbeinturm ohne grossen Kontakt zur Basis. Allerdings habe ich keine Angst um ihn. So wie Hollenstein jeweils solche Probleme in allerbester CVP -Manier verwedelt, glättet und schönredet macht ihm das keiner so schnell nach. Antworten
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