Zürich
Mit unsichtbarer Hand gegen das Polizei- und Justizzentrum
Von Von Beat Metzler. Aktualisiert am 03.09.2011 1 Kommentar
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Nur wenige an der Urne
Nur gerade 22 Prozent betrug die Stimmbeteiligung gestern Nachmittag in der Stadt Zürich. Damit liege sie «sehr tief» für diesen Zeitpunkt, sagte Beat Gähwiler von der Stadtkanzlei. Die persönliche Stimmabgabe am Sonntag miteingerechnet prognostiziert Gähwiler eine Gesamtquote von 29 Prozent. Ähnlich sieht es in Winterthur aus, wo bis gestern gut 23 Prozent aller Wahlberechtigten ihr Stimmcouvert eingeschickt haben. Auch hier geht man von einer Beteiligung unter 30 Prozent aus. Wenn am Sonntag die Urnen um 12 Uhr geschlossen worden sind, berichtet Tagesanzeiger.ch laufend über die Hochrechnungen und die Resultate aller Vorlagen. Dazu gibt es Reaktionen aus Stadt und Kanton Zürich. (bat)
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Gabi Petri war die unsichtbare Hand hinter der Anti-PJZ-Kampagne. Fast überall, wo gegen das Polizei- und Justizzentrum gekämpft wurde, half die grüne Kantonsrätin mit – ohne je selber aufzutreten. Seit dem Kantonsrats-Nein zum 570-Millionen-Kredit im letzten Herbst schweigt Petri in der Öffentlichkeit. Obwohl sie ihre Kräfte darauf bündelte, das Grossprojekt auf dem Güterbahnhof zu bodigen. Die Diskretion ging so weit, dass sie Journalisten dringend abriet, ihren Namen zu erwähnen.
Diese für Politiker so ungewöhnliche Zurückhaltung hat zwei Gründe. Petri will nicht in den Nationalrat, kann also auf Publizität verzichten. Und Petri ist eine Sachpolitikerin, die dem Erreichen ihrer Ziele jegliche Selbst- oder Parteiprofilierung unterordnet. Vor der PJZ-Kampagne fand sie sich in der ungemütlichen Situation, sich selber im Weg zu stehen. Von einem Nein galt es auch die konservativen Landbewohner zu überzeugen.
Den Bedürfnissen der Wählerschaft angepasst
Und für die ist Petri ein «grünes Tuch». Seit ihrem Einsatz gegen das Hardturmstadion, den der damalige SP-Stadtpräsident Elmar Ledergerber als «Öko-Terror» beschimpfte, hält man sie in solchen Kreisen für eine Verhindererin. Weshalb die VCS-Geschäftsführerin befürchtete, dass viele Wähler aus einem Anti-VCS-Reflex heraus das Gegenteil davon stimmen würden, was sie empfahl. Also tauchte Gabi Petri ab.
Ihre Flexibilität reichte noch weiter. Die PJZ-Debatte hat sich als Selbstbedienungsladen erwiesen, aus dem jeder seine Lieblingsargumente pflücken kann. Linke Städter ziehen günstige Wohnungen einem Justiz-Komplex vor. Bürgerliche Wähler stimmen eher dagegen, weil ihnen die 570 Millionen zu viel Geld sind. Die Kampagne wurde diesen Empfindsamkeiten angepasst: «Zu teuer! Zu protzig!», steht auf den Landplakaten. «Wohnungen statt Gefängnisse», heisst es in der Stadt.
Koordinatorin der Argumente
Massgeblich an dieser diversifizierten Strategie beteiligt ist – Gabi Petri. Für die Exponenten von SVP, Grünen, GLP und EDU fand sie einen Pressekonferenz-Termin und koordinierte die verschiedenen, auf das jeweilige Wählersegment massgeschneiderten Argumente. Einzelnen Medien versuchte sie diejenigen Interviewpartner aufzuschwatzen, die bei deren Leserschaft aus Petris Sicht am besten ankamen.
Nicht im Anti-PJZ-Komitee der grossen Parteien vertreten waren Stadtzürcher Gegner wie AL, Heimatschutz, Quartiervereine und Baugenossenschaften. Petri hatte sie nicht angefragt. Weshalb sie eine eigene Gruppe bildeten, was Petri gelegen kam. So wurde eine zu linke Tönung der kantonalen Kampagne vermieden. Und alternative Städter, zu denen Petri selber gehört (sie wohnt in Wiedikon und arbeitet im Kreis 4), fühlten sich im Abstimmungskampf trotzdem vertreten.
Grünliberaler in den Ferien
Schon auf das Kantonsrats-Nein hatte die 51-Jährige erfolgreich hingearbeitet, indem sie die EDU von einem «Eher Ja» zu einer Ablehnung umstimmte. Und sich an den Flugticket-Kosten eines grünliberalen Kantonsrats beteiligte, der am Abstimmungstag gerade Ferien an der Ostsee machte. So kam im letzten September die knappe Mehrheit zusammen, die den PJZ-Kredit ablehnte.
Nur einmal hat sich Petri auf ihrem Feldzug eine Verschnaufpause gegönnt. An der Delegiertenversammlung der Grünen liess sie sich vertreten, um mit einer ihrer beiden Töchter auf die Matura zu büffeln.
Feinde in der eigenen Partei
Wenn das Ziel gesteckt ist, kennt Gabi Petri keine Bündnis-Scheu. Im Kantonsrat berät sie sich häufig mit bürgerlichen Politikern, und selbst auf ihre eigene Partei nimmt sie nicht immer Rücksicht, wodurch sie sich innerhalb der Grünen einige Feinde geschaffen hat. Man kann solches Taktieren als Opportunismus verschmähen oder als kluge Realpolitik loben. Klar ist, erst Petris Mobilisierungsarbeit über sämtliche Parteigrenzen hinweg hat ermöglicht, dass sich das Volk noch einmal zum PJZ äussert. Und dass die Gewinner von einst wieder zittern müssen.
Petri selber will sich nicht zu ihrem Vorgehen äussern. Die Politik der unsichtbaren Hand lebt davon, dass sie unsichtbar bleibt.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.09.2011, 07:25 Uhr
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1 Kommentar
Es braucht schon einiges an Klugheit und Intelligenz, um eine solche Kampagne auszudenken, so dies denn stimmt! Woher der TA das alles weiss? ich weiss nicht so recht, ob ich diesen Bericht für bare Münze nehmen soll.
oder gibt es geheime Informanten im Stil KGB, die das genau heraus finden? Oder wurden Abhör-Wanzen in Frau Petri's Büro und Wohnung installiert?
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Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

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