Zürich

Mörgeli bekommt einen deutschen Chef

Der SVP-Politiker schimpft regelmässig über die hohe Zahl deutscher Professoren an den Schweizer Hochschulen. Jetzt soll ein Deutscher die Stelle erhalten, die Mörgeli selber wollte.

Muss sich wohl an einen deutschen Vorgesetzten gewöhnen: Christoph Mörgeli, hier 2008 im Parlament.

Muss sich wohl an einen deutschen Vorgesetzten gewöhnen: Christoph Mörgeli, hier 2008 im Parlament.
Bild: Keystone

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SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli, Historiker an der Universität Zürich, muss sich an einen Deutschen als Chef gewöhnen. Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, geht die Professur für Medizingeschichte der Uni voraussichtlich an Thomas Schlich. Der Deutsche würde Mörgelis Vorgesetzter.

Mörgeli, der am Institut das Medizinhistorische Museum leitet, hatte sich selber um die Stelle beworben, so das Blatt. Dass er die Stelle nicht erhalten würde, sei allerdings früh klar gewesen. Jetzt habe sich die Findungskommission entschieden, Schlich als Nachfolger für Beat Rüttimann vorzuschlagen. Die Universität will sich zu Personalfragen zu diesem Zeitpunkt nicht äussern, wie sie hat verlauten lassen.

Für Mörgeli ist die Neubesetzung von grosser Bedeutung, wie die Zeitung erläutert. Sein Museum sei seit längerem umstritten – es passe «mit seinen Föten in Formalin nicht mehr so richtig zu einer Universität (...), die sich selbst als Schrittmacherin in der Spitzenmedizin sieht.» Es fehle an Besuchern, ausserdem gebe es viele Ideen, wie das Gebäude anders genutzt werden könnte. Über das künftige Schicksal des Museums entscheidet die Uni in Absprache mit dem neuen Lehrstuhlinhaber. «So liegt Christoph Mörgelis Schicksal also in deutschen Händen», resümiert das Blatt.

(oku)

Erstellt: 28.02.2010, 11:16 Uhr

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