Zürich
Mörgeli sieht sich als prädestiniert für die Stelle als Uni-Rektor
Aktualisiert am 17.11.2012 292 Kommentare
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Christoph Mörgeli macht es der Universität nicht einfach: Im September sah sich diese veranlasst, dem Leiter des Medizinhistorischen Museums wegen mangelnder Leistung und illoyalem Verhalten zu kündigen.
Nun sieht sich der Unirat auch noch mit dessen Bewerbung als Rektor konfrontiert. Die Unileitung kann dabei entscheiden wie sie will: In der Kritik stehen wird sie in jedem Fall - entweder von der einen oder andern Seite.
Seine Bewerbung inszenierte der Zürcher SVP-Nationalrat am Freitag vor laufenden Kameras und zahlreichen Journalisten in Zürich. Wortreich schilderte der 52-Jährige seinen beruflichen und politischen Werdegang, seine wissenschaftlichen Verdienste an der Universität Zürich sowie seine hochschulpolitischen Visionen.
Uni braucht «zupackenden Macher»
Für das Amt des Rektors bewerbe er sich, weil ihm die Stärkung des Bildungsortes Zürich am Herzen liege, sagte Mörgeli. Er zeigte sich überzeugt, dass er in «Auftritt, Wort und Schrift» durchaus über die für das Amt erforderliche Gewandtheit verfüge. Die Universität brauche keinen «blassen Verwalter, sondern einen zupackenden Macher».
Durch seine bildungspolitische Tätigkeit in der schweizerischen Hochschullandschaft sei er gut vernetzt. Er sei eine weltoffene, aufgeschlossene und entscheidungsfreudige Persönlichkeit, meinte der Medizinhistoriker. «Sonst hätte ich mich gar nicht für diese Bewerbung entschieden».
Auf die Frage, ob er denn ernsthaft an eine Chance glaube, verwies Mörgeli auf das laufende arbeitsrechtliche Verfahren. Dieses werde die Kündigung schon ins rechte Licht rücken.
Klar ist für Mörgeli, dass die Präsidentin des Universitätsrates, SP-Regierungsrätin Regine Aeppli, und die Universitätsrätin und CVP- Nationalrätin Kathy Riklin im gesamten Wahlverfahren in den Ausstand treten müssen.
Diese hätten ihn im Kündigungsverfahren vorverurteilt. Sein Rechtsvertreter habe einen entsprechenden Antrag parallel zur Bewerbung eingereicht. Nur mit dem Ausstand der beiden Frauen sei ein faires Bewerbungsverfahren möglich.
Weniger Geld für die Westschweiz
Als neuer Rektor würde Mörgeli «wirklich internationale Exzellenz» an die Universität berufen. Es sei schwer nachvollziehbar, dass der Lehrkörper heute zu 40 Prozent aus Professoren deutscher Nationalität bestehe. «Deutschland ist zwar wichtig, aber nicht die Welt».
Als weiteres Anliegen nannte Mörgeli die bessere Zusammenarbeit zwischen Uni und ETH, eine stärkere private Mittelbeschaffung, den Abbau des «Verwaltungsmolochs» sowie die Förderung des Schweizer Nachwuchses. Es müsse für Schweizerinnen und Schweizer wieder attraktiv werden, an der Universität Zürich eine Karriere zu planen.
Zudem würde Mörgeli «in Köpfe statt in Beton investieren». Luxuriöse Prunkbauten von Stararchitekten seien gegenüber den Steuerzahlern nicht zu rechtfertigen. Des weiteren sollten weniger Bundesmittel in die Westschweizer Hochschulen fliessen. Diese seien in den letzten Jahren zu gut versorgt worden.
Der Amtsantritt des neuen Uni-Rektors ist am 1. August 2014. Auf diesen Zeitpunkt tritt Andreas Fischer altershalber zurück. Vorgeprüft werden die Bewerbungen von einer bereits eingesetzten Findungskommission sowie vom Universitäts-Senat, der zusätzlich Vorschläge machen kann. Gewählt wird der neue Rektor vom Universitätsrat. (jcu/sda)
Erstellt: 16.11.2012, 16:23 Uhr
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