Motörchen gegen Fluglärm: «Absolute Frechheit»
Von Pia Wertheimer. Aktualisiert am 28.02.2012 54 Kommentare
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Mit kleinen Motörchen will der Flughafen Zürich den Südschneisern ihren morgendlichen Schlaf zurückgeben. Diese schliessen die Fenster, noch bevor die erste Maschine die Piste 34 anfliegt. Das zeigt das Schutzkonzept Süd, das seit gestern in verschiedenen Gemeinden aufliegt.
Thomas Morf, der Präsident des Vereins «Flugschneise Süd – Nein», ist empört über die vom Flughafen vorgeschlagene Lösung. «Das ist eine absolute Frechheit.» Das Bundesgericht habe im Herbst festgestellt, dass den Südschneisern der Lärm nicht länger zugemutet werden könne. Es brauche wirkungsvolle Schutzmassnahmen. «Das vorgeschlagene Schutzkonzept ist sicher nicht im Sinne der Bundesrichter», ist Morf überzeugt.
«Absolute Minimalistenlösung»
Er findet es stossend, dass der darin festgelegte Perimeter lediglich bis Gockhausen reicht. «Der Lärm betrifft die gesamte Südschneise.» Er selbst wohne zwei Kilometer von der Perimetergrenze entfernt. «Und spätestens beim zweiten Flugzeug wache ich auf.» Er sei auch im Sommer gezwungen, bei geschlossenem Fenster zu schlafen. «Ein Motor, der mein Fenster automatisch schliesst, ist nutzlos, wenn nicht auch der Schallschutz des gesamten Gebäudes stimmt.»
Der oberste Südschneiser bezeichnet den Vorschlag des Flughafens als «absolute Minimalistenlösung». Er habe dies kommen sehen und will sich nun für Einsprachen rüsten. «Bis dann tatsächlich etwas geschieht, dauert es noch Jahre, denn der Entscheid kann bis vor Bundesgericht angefochten werden», sagt Morf. Er verstehe nicht, warum der Flughafen nicht ein angemessenes Schutzkonzept vorgelegt habe. «Das Geld dafür wäre ja im Lärmfond vorhanden.»
«Massnahme reicht aus»
Das lässt Flughafensprecherin Sonja Zöchling nicht gelten: «Das Bundesgericht hat eine Lösung verlangt, die die Leute vor dem Aufwachlärm schützt.» Das Schutzkonzept Süd erfülle diesen Auftrag. Zöchling stellt klar, dass die Lärmschutzverordnung nicht überall Lärmschutzmassnahmen erfordere. Lärmberechnungen hätten gezeigt, dass ein geschlossenes Fenster den Fluglärm genügend dämpfe, so dass die Schlafenden nicht aufwachen.
Der Flughafen investiert in diese Massnahme einen einstelligen Millionenbetrag aus dem Fluglärmfond. Der Einbau der Schliessmechanismen erfolgt in Etappen und soll innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen sein. Das Schutzkonzept Süd umfasst rund 1300 Gebäude in den Gemeinden Opfikon-Glattbrugg, Wallisellen, Zürich und Dübendorf. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.02.2012, 12:38 Uhr
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54 Kommentare
Es gibt so viele Wohnungen bei denen man nicht mit geöffnetem Fenster schlafen kann, es gibt nicht nur Fluglärm, sondern auch Strassen und Schienen. Ich wohne direkt neben dem Bahnhof und vermute, dass es bei mir im Schlafzimmer lauter ist, als bei manchen in der Flugschneise. (Und die Güterzüge fahren in der Nacht! ). Aber wenn es mir nicht passt, dann ziehe ich um und jammere nicht immer. Antworten
Ich wohne ca. 500 Meter von der Piste entfernt, in der Ablug- bzw. Anfluglinie. Lärm habe ich nur wenn das Fenster offen ist - und selbst dann stört es mich nicht. Zieht weg wenn es euch nicht passt - der Flughafen gehört zur Region und gibt viel positives von sich. Wäre hier kein Flughafen wären hier viele Dörfchen ohne richtigen Anschluss und für Ferien zuerst nach Basel, viel Spass.. Antworten
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