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Muslimische Jugend will vom Schatten ins Licht

Von Michael Meier. Aktualisiert am 13.12.2010 27 Kommentare

Sie wollen nicht mehr als gleichgültig und passiv gelten. Deshalb treten die Mitglieder des muslimischen Jugend-Vereins Ummah in Dietikon mit einem muslimischen Grossanlass an die Öffentlichkeit.

Wollen auch andere muslimische Junge zum Mitmachen bewegen: Nadja Mokdad, Sarah Abo Youssef, Mansur Mohamed und Mohamed Osman wollen sich in die Gesellschaft einbringen.

Wollen auch andere muslimische Junge zum Mitmachen bewegen: Nadja Mokdad, Sarah Abo Youssef, Mansur Mohamed und Mohamed Osman wollen sich in die Gesellschaft einbringen.
Bild: Sabina Bobst

Ummah

Muslimische Jugend Schweiz

Der Verein Ummah richtet sich an junge Schweizer Muslime und Musliminnen zwischen 13 und 30 Jahren und ist der einzige dieser Art in der Schweiz. Verbindendes Element ist der Islam, gemeinsame Sprache ist Deutsch. Der Verein versteht sich als Plattform für den Austausch zwischen Jugendlichen. Sie sollen mittels Vorträgen und Gesprächen das Wissen über die Religion erweitern und vertiefen. Der Verein orientiert sich an der MJD Muslimischen Jugend Deutschland und hat Kontakt mit dem Freitagsclub, einem Verein von muslimischen Studenten.(ema/mm)

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Der Ummah-Day, der Tag der Gemeinschaft, soll einer der grössten muslimischen Anlässe werden, der in der Schweiz je durchgeführt wurde. Die Veranstalter erwarten am 18. Dezember in der Stadthalle Dietikon 500 bis 1000 muslimische und Schweizer Jugendliche und Erwachsene. «Wir wollen damit keinesfalls provozieren», sagt Sarah Abo Youssef, Präsidentin des Vereins Ummah – Muslimische Jugend Schweiz. Auch einen politischen Zusammenhang, etwa mit der Minarett-Initiative, gebe es nicht. «Wir möchten mit dem Event vielmehr die passive, teilnahmslose und gleichgültige Haltung der Muslime durchbrechen», sagt sie.

Tariq Ramadan referiert

«Aus dem Schatten ins Licht» ist denn auch das Motto des ersten Ummah-Day, angelehnt an die CD des berühmten Ammar114. Der deutsche Rapper und Konvertit, der mit Songs wie «Ich lebe für Allah» oder «An meine Brüder» bekannt geworden ist, wird am Ummah-Day ebenso auftreten wie sein Texter und Produzent Sayfoudin.

Auch die Referenten am Ummah-Day haben klingende Namen. Unter ihnen Ferid Heider, der mit 28 Jahren jüngste Imam in Berlin. Und vor allem Tariq Ramadan, der umstrittene Schweizer Islamwissenschaftler und Publizist ägyptischer Herkunft. Vom «Times Magazine» zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten des 21. Jahrhunderts erkoren, wird Ramadan über sein Lieblingsthema reden: einen europäischen Islam und die Partizipation der Muslime an der westlichen Gesellschaft.

Aktive Partizipation

Teil der Schweizer Gesellschaft sind alle Mitglieder des Ummah-Vorstands. «Wir alle sind hier geboren, haben den Schweizer Pass und reden Schweizerdeutsch», sagt Abo Youssef. Die 23-jährige Zürcher Lehrerin ist Schweizer Muslimin marokkanischer Herkunft, ebenso wie ein weiteres Mitglied im Vereinsvorstand. Andere sind halb türkisch oder halb arabisch.

Ein Ziel des neuen Vereins Ummah – Muslimische Jugend Schweiz ist denn auch die aktive Partizipation an der hiesigen Gesellschaft. Ummah will eine Plattform sein, wo sich junge Schweizer Muslime und Musliminnen vor allem aus dem Raum Zürich kennen lernen und austauschen können. «Was uns verbindet, ist der Islam», sagt Abo Youssef, «und islamische Werte wie Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Toleranz.»

Image aufbessern

Gegründet hat Abo Youssef den Verein mit Gleichgesinnten im März 2009. Wobei sie klein angefangen haben, mit einem Grillfest samt Postenlauf zum Thema Ramadan. Dann organisierten sie Sportanlässe oder eine Reise nach Genf zum UNO-Sitz und zur dortigen Moschee. Später will der Verein auch Jugendlichen bei alltäglichen Problemen helfen, etwa Nachhilfelehrer organisieren. Geplant sind ferner Anlässe an Schweizer Schulen, um dort die islamische Religion vorzustellen.

Ummah wolle zudem, so Abo Youssef, mit einer eigenen Kommunikationsstelle die starke Medienpräsenz des Islam nutzen, um auf seine Anlässe und Projekte aufmerksam zu machen und der negativen Berichterstattung über den Islam Gegensteuer zu geben.

Zum Beispiel mit dem Ummah-Day. Neben islamischem Gedankengut und Musik können Gäste auch ein Halal-Mittagessen und Stände mit muslimischen Erzeugnissen erwarten, etwa das Fashion-Label StyleIslam. Und dazu, das ist Abo Youssef wichtig, sind auch Nicht-Muslime sehr willkommen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.12.2010, 22:44 Uhr

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27 Kommentare

Markus Ott

13.12.2010, 09:04 Uhr
Melden 1 Empfehlung

@maja naef: ich glaube es geht darum, zu zeigen, dass nicht alle Muslime Terroristen sind, und hat nichts mit missionieren zu tun. Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn es keine Vorurteile gegen einzelne Ethnien oder Religionsgruppen mehr gäbe (wie dein Kommentar zeigt bist du auch vorbelastet). Antworten


Veronica Montoya

14.12.2010, 07:51 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Da kann ich Markus Ott nur beipflichten, Maja Naef etwas mehr Toleranz fände ich nicht schlecht. Iich finde es gut, dass die jungen Leute mal zeigen das der Islam nicht nur Fanatiker hat sondern dass der grösste Teil an einem friedlichen mit- und nebeneinander interessiert ist. Fanatiker gibt es leider in jeder Religion, man bedenke nur der christlichen Kreuzzüge ind den Orient. Antworten



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