Neues Bahnhöfli für Rapperswil

Versöhnliches Ende nach langem Streit zwischen Heimatschutz und SBB: Der Rapperswiler Bahnhof steht wieder so schmuck da wie vor 100 Jahren.

Täglich steigen 20'000 Passagiere ein und aus: Der Bahnhof von Rapperswil.

Vinicio Barreno

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Am Dienstag war nichts mehr davon zu spüren, dass sich die SBB mit Zähnen und Klauen einst dagegen gewehrt hatten, ihren Rapperswiler Bahnhof im «alten Glanz» auferstehen zu lassen. Kein Wort war davon zu hören, dass die SBB den alten Bahnhof lieber abgerissen und einen Neubau der teuren Renovation vorgezogen hätten. Dafür gab es lauter zufriedene Gesichter.

Stadtpräsident Benedikt Würth (CVP) freute sich für seine «noch junge Stadt» über das wiedererstandene Wahrzeichen, das so gut zum Rapperswiler Schloss und zur Altstadt passe. «Urban und charmant» sei der alt-neue Bahnhof. Urs Schlegel, Leiter der SBB Immobilienabteilung, sprach vom «modernen Bahnhof in Anführungszeichen», den sich Rapperswil-Jona als regionales Zentrum am oberen Zürichsee redlich verdient habe. Die SBB hätten sich «nach reiflicher Überlegung» und in einem «längeren Entscheidungsprozess» für die Erhaltung entschieden.

Von Anfang an romantisierend

Nur schriftlich, aber höchst zufrieden äusserte sich Philipp Maurer, Geschäftsführer des Schweizer Heimatschutzes: Ohne die Intervention der Heimatschützer stände heute an Stelle des Baudenkmals ein Neubau.

Dabei muss der Bahnhof Rapperswil schon den ersten Benützern im Jahr 1895 romantisch altertümelnd vorgekommen sein. Der Architekt Karl August Hiller hatte einen historisierenden Stil mit Anleihen aus der Renaissance gewählt.

An der Neueröffnung erinnerte der Umbau-Architekt Thomas Hauck daran, dass Teile des Bahnhofsgebäudes sich schon wenige Jahre nach der Eröffnung als unzweckmässig erwiesen hatten. Deshalb mussten die SBB den Bahnhof schon früh anpassen. 1957 wurde schliesslich aus dem schmucken Schlösschen ein «amerikanisch anmutendes Buffet».

14 Millionen schwer

Die Renovation in den letzten 16 Monaten für 14 Millionen Franken holt die Ursprünge zurück, berücksichtigt aber auch den modernen Betrieb. Besonders sorgfältig hat Architekt Hauck an der Fassade gearbeitet: Massiver Sandstein sei das, nicht einfach eine dünne kosmetische Schicht.

Gut versteckt ist dafür die moderne Technik, die auch zum Bahnhof gehört. Darum traut man dem blitzblanken Schlösschen gar nicht zu, dass es sich um einen der 40 grössten der 800 SBB-Bahnhöfe handelt. 20'000 Personen steigen hier jeden Tag aus und ein.

Eröffnungsfeier mit historischen Dampffahrten und anderen Attraktionen am Samstag, 16. August, 11 bis 18 Uhr. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.08.2008, 23:37 Uhr

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