Zürich

Noch flattert der Flamingo – und zieht Schaulustige an

Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 06.02.2012 2 Kommentare

Ein junger Flamingo versucht allein beim Obersee zu überwintern. Vogelexperten hoffen, dass der Vogel in wärmere Gefilde weiterzieht. Sonst droht ihm der Hungertod.

Findet noch genug Futter: Flamingo im Schilffeld beim schwyzerischen Hurden.

Findet noch genug Futter: Flamingo im Schilffeld beim schwyzerischen Hurden.
Bild: Kurt Anderegg

Seltenes Bild: Der Flamingo sucht in Ufernähe nach Futter. (Bild: Kurt Anderegg)

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Beim sonntäglichen Spaziergang auf der Fussgängerbrücke bei Rapperswil-Jona wurde ein Leserreporter Zeuge eines Ornithologie-Spektakels. «Dutzende von Leuten standen da, mit gigantischen Kamerausrüstungen, die gespannt warteten», meint der Mann gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Auf einmal sei Bewegung in die Menge gekommen. «Alle waren ganz aufgeregt, und plötzlich flog ein Flamingo über unsere Köpfe.»

Tatsächlich sucht das Jungtier nach wie vor Schutz im Schilffeld beim schwyzerischen Hurden, wie Ornithologe Kurt Anderegg erklärt. «Vor kurzem dachten wir noch, er sei weitergezogen. Aber Flamingos sind sehr scheue Tiere, er zog sich vermutlich ins Schilffeld zurück.» Laut Anderegg habe das Tier gestern aber einen fünf bis sechs Kilometer langen Rundflug gemacht. «Es sieht ganz so aus, als sei er noch bei guter Kondition.»

Letzte Sichtung vor 30 Jahren

Wie lange der Vogel die tiefen Temperaturen noch aushält, kann Anderegg nicht sagen. Eigentlich sollte das Tier in wärmere Gefilde ziehen, zum Beispiel via Rhonetal und Genfersee zum Mittelmeer. «Doch die Gebiete sind weit weg.» Gefährlich werde es dann, wenn die Randbereiche des Sees zufrieren, wo der Vogel nach Nahrung sucht. «Wenn wir eine windstille Nacht haben, kann dies bald passieren.»

Allerdings sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Flamingo einfach in ein wärmeres Gebiet weiterzieht, sobald er beim Zürichsee keine Nahrung mehr findet, wie Michael Schaad, Sprecher der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, erklärt. «Normalerweise sind sie in der Lage, sich zu orientieren.» Die Kälte an sich setze dem Vogel kaum zu. «Erst wenn er geschwächt wäre, könnte er erfrieren.» Dies sei im Moment aber nicht der Fall, es könne aber passieren, wenn er über längere Zeit keine Nahrung aufnehme.

Die letzte Sichtung eines Flamingos beim Zürichsee im Winter liegt mehr als 30 Jahre zurück. Zwischen Dezember 1980 und Februar 1981 habe man ebenfalls einen beobachten können. Laut Anderegg ist man damals aber davon ausgegangen, dass es sich um einen Zooflüchtling handelte. Das Tier sei schliesslich Opfer eines Kälteeinbruchs geworden.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.02.2012, 16:24 Uhr

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2 Kommentare

Serge Blanc

06.02.2012, 18:43 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Also ich erinnere mich, noch an einen einsamen Flamingo, der den Heldentod im Flachsee bei Bremgarten AG, starb, nachdem die Jagtaufsicht beschlossen hatte, das sei ein einsamer Flamingo, er gehöre erlöst von seinem Einzelgängerschicksal, mit einer Kugel aus der Hand des Wildhüters...
...der Flamingo war damals aus dem ZüriZooh ausgebüxt, und wollte doch nur ein bisschen den Aargau bevölkern.
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