Zürich
Noch mehr (un)originelle Gemeinde-Slogans
Von Claudia Imfeld. Aktualisiert am 30.07.2010 7 Kommentare
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Es steht wirklich dort: «A zellä böllä schellä - willkomme z'Wallissellä», so begrüsst die Zürcher Gemeinde nicht nur Katzen (in Anlehnung an den im ganzen Land bekannten Kinderreim), sondern auch Autofahrer und Passanten, die Gemeindegebiet betreten. Eine «leicht holprige, aber auf subtile Weise Kindheitserinnerungen weckende Begrüssung», findet Leser Tobias Hänni. Gleich mehrmals erwähnen Leser Wallisellen in ihren Mails an Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Der Spruch ist einprägsam, scheint es.
Am allermeisten Meldungen gingen aber zu einer anderen Gemeinde ein: Baden. Die aargauische Stadt schafft sich mit ihrem Slogan «Baden ist.» wenige Fans. So schreibt ein Leser: «Als Altbadener ärgere ich mich jedes Mal, wenn ich den blöden Spruch sehe.» Auch weitere Leser haben wenig für den Slogan übrig.
«Herrli(ch)berg» kommt schlecht an
Am allerwenigsten Sympathie bringt die Leserschaft aber für die Werbung der Zürcher Seegemeinde Herrliberg auf. Diese wirbt mit dem Wortspiel «Herrli(ch)berg» für ihre Lage am See. Das Logo erinnere ihn an «die ersten Gehversuche eines 5-Jährigen mit einem Malprogramm», schreibt einer, dem der ganze Internetauftritt der Gemeinde wenig zusagt.
Leser Paul Schnetzer findet, dass Herrliberg sich zumindest ein bisschen mit fremden Federn schmückt: «Herrlich ist eigentlich das Erholungsgebiet am und um den ganzen Pfannenstiel.» Auch Jules Mari kommt spontan «Herrli(ch)berg am Zürichsee» in den Sinn, wenn es um aussergewöhnliche Werbebotschaften geht: «Fehlt eigentlich nur noch der Zusatz ‹Schweizer Qualität›...», schreibt er.
Negative Rückmeldungen gibt es auch für «Wir leben Zürich» und die Gemeinde Rickenbach mit dem Slogan «Aktiv und wach. Rickenbach.».
«Hinter dem Mond, links»
Daniel Sigrist hat einen älteren Werbespruch aus Winterthur wiederbelebt: «Winterthur, en guete Bode!». Ein «dümmlicher» Spruch, findet der Leser. Aber es stelle sich sowieso die Frage, an wen sich solche Werbesprüche richteten: «An potenzielle Neuzuzüger oder an die bereits dort Ansässigen?»
Ebenfalls vergangen ist der Slogan von Landquart, an den sich Rolf Gort erinnern mag: «Be smart, chum uf Landquart», habe es da geheissen. Gorts Kommentar dazu: «Das ist sogar mir als stolzem Landquarter zu viel...»
Auch im Prättigau machen Gemeinden mit Werbesprüchen auf sich aufmerksam – allerdings mit viel Selbstironie. So gibt St. Antönien seinen Besuchern gleich noch eine Wegbeschreibung mit: «St. Antönien. Hinter dem Mond, links».
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.07.2010, 16:06 Uhr
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7 Kommentare
Den doofsten Spruch finde ich 'The little big City' - und der kommt von der Stadt Zürich. Er wurde aber interessanterweise nirgends im Artikel erwähnt. Ich vermute, die Autorin ist Stadtzürcherin - und für eine solche ist ja sowieso alles uncool, was von ausserhalb der Stadtgrenze kommt. Vielleicht sollte wieder einmal über das Thema 'Mauern/Grenzen im Kopf' nachgedacht werden! Gruss aus Schlieren Antworten




Hilber Maria Luise
New York, die Stadt der Städte, ist bezüglich Stadtpositionierung unschlagbar: Die Stadt, die niemals schläft, den Big Apple, das Tor zum amerikanischen Traum der unbeschränkten Möglichkeiten. Doch mit Antönien scheint nun dieser Traum zu schäumen. Wie herrlich, «hinter dem Mond, links», da möchte man hin! Maria Luise Hilber Antworten