Zürich
«Nun muss volle Transparenz geschaffen werden»
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Erleichtert treten Stadtpräsidentin Corine Mauch und Stadtrat André Odermatt heute Sonntag vor die Medien. «Grosse Würfe haben es in Zürich nicht einfach, aber die Abstimmung zeigt, dass sie möglich sind», erklärt Odermatt an der Pressekonferenz zur Annahme der Erweiterung des Kunsthauses. Auch Mauch zeigt sich froh über das Resultat: «Es ist fürs Kunsthaus wichtig, diesen Schritt gehen zu können.»
Mauch zeigte sich überrascht, dass sich die Stimmung gegenüber dem Bauvorhaben «innerhalb eines Monats derart veränderte». Ursprünglich sei man von einer hohen Zustimmung ausgegangen – auch weil sich im Stadtparlament und in der zuständigen Kommission keine nennenswerte Opposition abzeichnete. Nun habe man zwar eine klare Mehrheit, aber knapper als ursprünglich erwartet. Mauch gibt an, dass dies bei einer nächsten Vorlage wohl mehr bedacht werden müsse.
Ausreichend informiert
Dennoch ist sich Mauch sicher, dass sie von Anfang an klar und ausreichend über die Vorlage informiert habe. Dies habe auch die Entscheidung des Bezirksrates gezeigt, welcher über eine Stimmrechtsbeschwerde zu entscheiden hatte. Die Kläger hatten moniert, dass gegnerische Argumente in der Abstimmungszeitung zu wenig zum Zug gekommen seien, und verlangten eine Verschiebung der Abstimmung.
Zudem ist Mauch erfreut darüber, dass der Wahlkreis 7/8, indem der Neubau dereinst stehen wird, die Vorlage mit rund 61 Prozent Ja-Stimmen deutlich guthiess. «Je weiter weg die Stimmbürger vom geplanten Standort leben, desto kleiner war die Zustimmung», analysierte die Stadtpräsidentin.
Transparenz wegen möglicher Raubkunst
Auf Seiten der AL, welche die Vorlage bekämpfte, fordert Gemeinderat Richard Wolff nun volle Transparenz in Bezug auf die Sammlung der Bührle-Stiftung und den Verdacht auf Raubkunst aus Zeiten des Dritten Reiches. «Corine Mauch sagt immer, ihr sei dies wichtig, aber sie hat bisher nichts gemacht.» Wolff verlangt nun, dass einerseits die Herkunft sämtlicher Werke offengelegt werde. «Gleiches muss man auch bei der jetzigen Kunsthaus-Sammlung machen, damit alles lückenlos erforscht ist.»
Roger Liebi, Präsident der städtischen SVP, gibt an, dass er mit einem knappen Resultat gerechnet habe. Die Stadtpräsidentin habe sich auch erstaunlich zurückhaltend für die Vorlage eingesetzt. Darin sieht Liebi einen Grund für das verhältnismässig knappe Resultat. Seine Partei habe die Vorlage zwar bekämpft, vor allem wegen der hohen Baukosten. Aber wirkliche Priorität habe man dem Abstimmungskampf nicht gegeben. Dies erkläre, warum man von Seiten der SVP keine gegnerischen Inserate oder Plakate gesehen habe.
Liebi kann dem Neubau dennoch einige gute Aspekte abgewinnen: «Eine gewisse Wirkung auf die hiesige Wirtschaft ist möglich, auch wenn dies von den Befürwortern meist übertrieben wird.»
Stadtrat André Odermatt ist sich sicher, dass auch einige Gegner ein positiveres Bild von der Kunsthaus-Erweiterung haben werden, «wenn sie den tollen Bau dann erleben können». Grundsätzlich sei man mit sämtlichen Plänen auf Kurs. Morgen Montag verstreiche die Rekursfrist zum Neubau. Bisher seien keine Eingaben bekannt. Die Eröffnung des Neubaus sei nach wie vor auf Ende 2017 geplant.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.11.2012, 17:09 Uhr




























