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Passant gegen Einbrecher: Mal mutig, mal verantwortungslos

Zweimal griffen diese Woche Passanten ein, als sie einen Einbrecher beobachtet hatten. Die Stadtpolizei lobte die Zivilcourage der Passanten – die Kantonspolizei hingegen warnt vor derartigen Interventionen.

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In den vergangenen Tagen verschickten Stadt- und Kantonspolizei Medienmitteilungen über Einbrüche, von denen die Öffentlichkeit normalerweise nie etwas erfährt – die Deliktsumme war viel zu klein. «Wir meldeten den Einbruch, weil ein Nachbar eingegriffen hatte, als das Delikt begangen wurde. Wir wollten darauf hinweisen, dass solche Interventionen gefährlich sein können», wie Kapo-Sprecher Karl Steiner erklärt. Der Einbrecher verpasste seinem Widersacher eine Ladung Pfefferspray und entkam unerkannt.

Polizei alarmieren und beobachten

«Die Kantonspolizei empfiehlt, in solchen Fällen grundsätzlich nicht zu intervenieren. Das sollte man der Polizei überlassen. Unsere Mitarbeiter sind entsprechend ausgebildet und mit Mehrzweckstock, Reizstoff und einer Schusswaffe ausgerüstet», sagt Kapo-Sprecher Steiner. «Wer eine verdächtige Situation feststellt, soll das der Polizei melden, die Situation genau beobachten und sich das Signalement des Täters merken.»

Ganz anders informierte die Stadtpolizei, als am Mittwochabend ein Passant einen Einbrecher stellte. In ihrer Medienmitteilung beschrieb die Stadtpolizei den 46-jährigen Schweizer als «mutig» und «aufmerksam». «Das war ein gutes Beispiel für einen gemeinsamen Erfolgs der Bürger und der Polizei», sagt Susann Birrer, Sprecherin der Stadtpolizei.

Gegen eine Gesellschaft ohne Zivilcourage

Stapo-Sprecherin Birrer hält die Kommunikation der beiden Polizeien nicht für widersprüchlich. Die beiden Situationen seien nicht vergleichbar, weil der Einbruch in einem Fall in der Öffentlichkeit geschah, im anderen Fall in einem Privathaus, wo dem Nachbarn niemand zu Hilfe kommen konnte. «Wir empfehlen nicht grundsätzlich, bei jedem Delikt einzugreifen», sagt Birrer. «Genau wie bei Polizisten steht auch für Zivilpersonen der Eigenschutz an erster Stelle. Aber wenn ein Passant die Situation genau überblicken kann und sich hundertprozentig sicher fühlt, dann kann eine Intervention sinnvoll sein.»

Birrer hofft, dass solche Erfolgsmeldungen an die Aufmerksamkeit und die Zivilcourage der Bürger appelliert. «Sicherheit ist auch das Resultat der Zusammenarbeit der Bevölkerung mit der Polizei. Es kommt oft genug vor, dass jemand einfach zuschaut und nicht mal die Polizei alarmiert. Und das darf doch wirklich nicht sein.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.11.2008, 15:52 Uhr

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