Zürich
Personalverbände kritisieren Zürcher Finanzdirektorin
Von Pia Wertheimer. Aktualisiert am 08.12.2011 6 Kommentare
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Die Vereinigten Personalverbände des Kantons Zürich (VPV) kritisieren die Informationspolitik von Finanzdirektorin Ursula Gut (FDP) heftig: Sie wische die Sorgen des Personals hinsichtlich der siechenden Pensionskasse BVK «mit nichtssagenden Worten weg».
Ursula Guts Antwort auf einen – von 4000 Kantonsangestellten unterschriebenen – offenen Brief sei «ein weiteres trauriges Kapitel in der Entfremdung zwischen dem Kanton und seinen Angestellten», schreiben die VPV in einer Mitteilung von heute Donnerstag.
Verfehlte Kommunikationspolitik
In dem am 3. November überreichten Brief fragten die Unterzeichner nach der Sicherheit der BVK als Pensionskasse. Sie wollten ausserdem Auskunft darüber, welche Sanierungsmassnahmen geplant sind und ob sie mit Renteneinbussen zu rechnen hätten.
Im Antwortschreiben vom 14. November stellt sich die Finanzdirektorin auf den Standpunkt, die in dem offenen Brief gestellten Fragen seien inzwischen «im Wesentlichen» beantwortet und in einer Medienmitteilung sowie in der Personalzeitung kommuniziert worden. Inhaltlich gehe sie auf die Fragen aber nicht ein. Die VPV sprechen deshalb von Dialogverweigerung und verfehlter Kommunikationspolitik. Weil sich der Kanton aus der Informationsverantwortung stehle, wolle der Verband nun mit einer Veranstaltung Ende Januar 2012 in die Lücke springen.
«Starkes Stück»
Roger Keller, Kommunikationsbeauftragter im Finanzdepartement von Ursula Gut, will die Vorwürfe der Personalverbände nicht gelten lassen. Wie er auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt, habe die BVK seit der Präsentation der Sanierungsvorlage am 11. November im ganzen Kanton acht Informationsveranstaltungen durchgeführt. «Die BVK hat die VPV gebeten, ihre Mitglieder ebenfalls darauf aufmerksam zu machen», sagt Keller. Das hätten die Personalverbände verweigert.
«Die Vorwürfe der Verbände sind ein starkes Stück», rügt Keller. Alle Informationen lägen auf dem Tisch. «Sämtliche Fragen, die beantwortet werden können, sind in der Vorlage zur Sanierung der BVK beantwortet.» Zudem habe die BVK alle Versicherten persönlich angeschrieben. Im Brief, den aktive Arbeitnehmer und Rentner am 12. November erhielten, seien die Massnahmen erläutert. Keller verweist zudem auf die Webseite der BVK. «Anhand von zwei Rechnern können die Versicherten ihre Beiträge und die zu erwartenden Renten kalkulieren lassen.»
Arbeitnehmer und -geber im Stiftungsrat
Die Personalverbände fordern zudem, dass die Arbeitnehmer im geplanten Stiftungsrat ebenso vertreten sind wie der Arbeitgeber. Damit rennen sie offene Türen ein: «Das ist rechtlich so geregelt», hält Keller fest. Der Finanzdirektion sei es ein Anliegen, dass das Gremium vor der Verselbständigung im Jahr 2014 bereits seine Arbeit aufnehme. «Der Stiftungsrat wird bereits 2012 gewählt und wird so seine Arbeit bereits aufgleisen können.»
BVK und Finanzdirektion haben am 11. November im Rahmen einer Medienorientierung mitgeteilt, dass die Kasse in den nächsten Jahren durch höhere Beiträge und Leistungseinschnitte sowie eine Zahlung des Kantons von zwei Milliarden Franken saniert werden soll. Die Pensionskasse weist derzeit nur noch einen Deckungsgrad von 82,6 Prozent auf.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.12.2011, 11:00 Uhr
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6 Kommentare
Die Personalverbände haben gar kein Interesse an einer Lösung. Sie müssen die Mitgliederbeiträge rechtfertigen in dem sie "aus Prinzip" auf den Kanton als Arbeitgeber schiessen. Anders kann ich es mir nicht erkären, dass die Personalverbände sich über fehlende Informationen beklagen, obwohl Informationsveranstatlungen stattgefunden haben. Antworten
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