Pius Knüsel wird Direktor der Volkshochschule Zürich

Ende September wird er als Direktor von Pro Helvetia zurücktreten – und sogleich den nächsten Job antreten: Pius Knüsel wird Direktor der Volkshochschule. Diese organisiert sich neu als Aktiengesellschaft.

Nach zehn Jahren bei Pro Helvetia künftiger Chef der Zürcher Volkshochschulen: Pius Knüsel.

Nach zehn Jahren bei Pro Helvetia künftiger Chef der Zürcher Volkshochschulen: Pius Knüsel. Bild: Keystone

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Die Volkshochschule des Kantons Zürich ist nicht mehr lange als private Stiftung für Erwachsenenbildung organisiert. Bis 2011 wurde die Einrichtung von der öffentlichen Hand, in erster Linie vom Kanton Zürich, unterstützt. Seither muss sie sich «als Dienstleistungsunternehmen im freien, hart umkämpften Bildungsmarkt behaupten», wie Direktorin Iddamaria Germann am Donnerstag vor den Medien sagte.

In dieser Situation sei die Rechtsform der 1920 gegründeten Stiftung nicht mehr geeignet. Aus diesem Grund habe der Stiftungsrat beschlossen, eine Aktiengesellschaft zu gründen. Damit sei es möglich, rasch und flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren.

«Landesweites Netz von Kooperationen»

Die AG verbleibt im Besitz der Stiftung und wird neu für den Betrieb der Volkshochschule zuständig sein. Präsident des dreiköpfigen Verwaltungsrates wird der Historiker Felix Wenger. Weitere Mitglieder sind der Jurist David Aschmann sowie die heutige Direktorin Iddamaria Germann.

Germann will den neuen Leiter Pius Knüsel «strategisch und operativ» unterstützen, wie sie sagte. Aufgabe des designierten Direktors wird es sein, neue Angebote zu entwickeln und neue Zielgruppen zur erschliessen

Auch die Kooperationen mit den Hochschulen und Kulturinstitution sollen ausgebaut werden. Ziel sei es, ein «landesweites Netz von Kooperationen» zu bilden, sagte Knüsel. Die Volkshochschule hat Partnerorganisationen, die in ihrem Auftrag dezentral Volkshochschulkurse durchführen. Laut eigenen Angaben werden die Bildungsangebote jährlich von rund 20'000 Personen genutzt.

Zehn Jahre bei Pro Helvetia

Auch die Kooperationen mit den Hochschulen und Kulturinstitutionen sollen ausgebaut werden. Die Angebote der Volkshochschule müssten populär und wissenschaftlich zugleich sein, sagte Knüsel. Dies sei anspruchsvoll, doch mit Unterstützung der Hochschulen werde es gelingen. Ziel sei es, ein «landesweites Netz von Kooperationen» zu bilden.

Der 54-Jährige steht seit 2002 an der Spitze von Pro Helvetia. Vorletzte Woche hatte er seine Demission auf Ende September bekannt gegeben. Nach einem Germanistik-Studium war Knüsel zunächst Kulturredaktor beim Schweizer Fernsehen. Von 1992 bis 1997 wirkte er als Programmleiter des Zürcher Jazzclubs Moods, ehe er von 1998 bis 2002 das Kultursponsoring der Credit Suisse leitete. (ep/sda)

Erstellt: 07.06.2012, 13:56 Uhr

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