Zürich
«Plötzlich steht man vor einem Tram»
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 12.01.2012 46 Kommentare
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Einen Monat ist es nun her, seit das Tram Zürich-West erstmals fahrplanmässig über die neue Strecke rollte. Anfang Dezember 2011 wurden auch im Bereich des Escher-Wyss-Platzes die letzten Belagsarbeiten durchgeführt. Seither ist das Areal wieder für die verschiedenen Verkehrsteilnehmer frei.
Doch nicht alle sind glücklich über die neue Verkehrssituation rund um den Escher-Wyss-Platz, die Hardstrasse und den Bereich unter der Hardbrücke. Franz Lehner* machte jedenfalls keine guten Erfahrungen, als er zum ersten Mal seit dem Umbau wieder dort war. «Für Fussgänger ist es in diesem Bereich sehr gefährlich – vor allem, wenn sie etwas beschwippst aus dem Ausgang heimkehren. Plötzlich steht man vor einem Tram», schildert er seine Beobachtungen. Aber auch hinter dem Steuer fühlt sich Lehner dort nicht wohl. «Die Pfeiler verstellen die Sicht. Man muss wirklich sehr aufpassen, damit man das Tram überhaupt sehen kann.»
Fussgängerstreifen aus Sicherheitsgründen entfernt
Im Gemeinderat wurde bereits am 30. November 2011 ein Postulat eingereicht, in dem Claudia Simon und Alexander Jäger, beide FDP, eine Verbesserung der Verkehrssicherheit rund um den Escher-Wyss-Platz forderten. «Wir bemängelten primär den Fussgängerstreifen unter der Hardbrücke auf der Höhe des Restaurants Escherwyss», erklärt Simon auf Anfrage. «Uns ist unabhängig voneinander aufgefallen, dass man als Fussgänger stark gefährdet ist, wenn man hier die Strasse überqueren will.»
Zwar ist die Behandlung des Postulats für die heutige Gemeinderatssitzung traktandiert, der fragliche Fussgängerstreifen wurde jedoch bereits «aus Sicherheitsgründen» wieder entfernt, sagt Heiko Ciceri, Sprecher der Dienstabteilung Verkehr, auf Anfrage. «Er war schlichtweg nicht sichtbar, weil er hinter einer Säule platziert war.»
Claudia Simon wertet diesen Umstand als Zeichen, dass bereits die Einreichung des Postulats Wirkung gezeigt habe. «Inzwischen habe ich aber schon von mehreren Personen gehört, dass die Verkehrssituation rund um den Escher-Wyss-Platz generell sehr gefährlich sei.»
Zwei Ampeln statt eine
Auch Ciceri muss zugeben, dass die dortige Situation «sehr komplex» sei und von allen viel Aufmerksamkeit erfordere. «Beschwerden oder Meldungen über gefährliche Stellen im Bereich des Escher-Wyss-Platzes und der neuen Tramlinienführung unter der Hardbrücke und im Schiffbaubereich sind bisher aber nicht bei uns eingegangen.»
Trotzdem werde derzeit darüber diskutiert, ob auf dem Grosskreisel beim Escher-Wyss-Platz entlang der Hardstrasse Tempo 30 eingeführt werden soll. «Wenn beispielsweise jemand mit seinem Auto aus einem der Parkplätze unter der Hardbrücke herausfahren will und es nähert sich ein anderes Fahrzeug mit 50 Stundenkilometern, kann das gefährlich werden.»
Auch bei der Ausfahrt von der Heinrichstrasse auf die Hardstrasse ist eine weitere Massnahme geplant. «An dieser Stelle ist eine Ampel nicht gut einsehbar. Deshalb soll dort in Bälde eine zweite Ampel errichtet werden, die besser zu sehen ist.»
Positive Bilanz der VBZ
Ein durchwegs positives Fazit des ersten Betriebsmonats auf der neuen Tramstrecke Zürich-West ziehen die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ). «Die Pendler haben sich bereits an das neue Angebot gewöhnt und nutzen es regelmässig. Genaue Fahrgastzahlen liegen aber noch nicht vor», sagt VBZ-Sprecherin Daniela Tobler gegenüber Tagesanzeiger.ch. Betriebliche Störungen seien ausgeblieben und es wurden auch keine Zwischenfälle mit Fussgängern gemeldet. «Die Leute wissen inzwischen auch, dass unter der Hardbrücke ein Tram durchfährt.»
*Name der Redaktion bekannt (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.01.2012, 15:24 Uhr
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46 Kommentare
Natürlich! Zuerst baut man so einen Mist hin (konnte beim ersten Mal nur den Kopf schütteln) und dann geht man auf Tempo 30?! Mit der alten Verkehrsführung war das bis jetzt über Jahrzehnte nicht nötig, und nun geht es nach einem millionenteuren Umbau nicht mehr? Diese Planer sollte man wirklich alle entlassen! Antworten
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