Polizei blitzt immer mehr übers Rotlicht rasende Radler

Auch Velofahrer werden geblitzt, wenn sie ein Rotlicht missachten. Doch büssen kann man sie kaum. Dabei steigt die Zahl der schweren Unfälle wegen Rotlichtmissachtung.

Mit dem Velo geblitzt: Das Bild, das der Radar von diesem Velofahrer macht, wird aussortiert. (Bild: Felix Schindler)

Mit dem Velo geblitzt: Das Bild, das der Radar von diesem Velofahrer macht, wird aussortiert. (Bild: Felix Schindler)

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Wenn die Ampel auf Rot steht, heisst das für die meisten Velofahrer: Fahren, aber vorsichtig. Selbst wenn sie dabei von einem Radargerät fotografiert werden, sind sich offenbar viele Radfahrer nicht bewusst, dass sie damit gegen das Strassenverkehrsgesetz verstossen und dafür gebüsst werden können. Ein Velofahrer, der täglich auf Zürichs Strassen unterwegs ist, erklärt gegenüber Tagesanzeiger.ch, wie er es mit den roten Ampeln hält: «Ich fahre, wenn ich fahren kann. Blitz hin oder her.»


Auch bei Geschwindigkeitsübertretungen geblitzt

So werden Velofahrer immer wieder dabei fotografiert, wie sie bei Rot über Kreuzungen fahren. Auch ein Geschwindigkeitsradar kann von einem Fahrradfahrer ausgelöst werden – etwa in Tempo-30-Zonen oder auf steil abfallenden Strassen wie der Zürichberg-Strasse. Das schafft selbst ein ungedopter Freizeitradler.

Wie viele solcher Bilder gemacht werden, ist aber unbekannt: «Darüber führen wir keine Statistik», sagt Judith Hödl, Mediensprecherin der Stadtpolizei. Der grösste Teil der Bilder wird laut Hödl aussortiert: «Die Fotos werden angeschaut, aber in dem meisten Fällen ist es nicht möglich, den Fahrer zu identifizieren. Wenn wir aber herausfinden können, wer es ist, dann büssen wir die Person auch.» Vorgekommen sei das bisher allerdings äusserst selten.

Fahrradkuriere von Bussen verschont

Fahrradkuriere lassen sich mit ihrer Tasche und Uniform klar einem Arbeitgeber zuordnen, doch auch sie sind für den langen Arm des Gesetzes unerreichbar. Patrick Wettstein, langjähriger Fahrer und Disponent beim Kurierdienst Flash, kennt niemanden, der jemals aufgrund eines Radarbildes gebüsst wurde. Ähnlich klingt es beim Veloblitz: «Die Polizei ist noch nie auf uns zugekommen, weil einer unserer Fahrer geblitzt wurde», sagt Mike Dahinden, Verwaltungsratsmiglied beim Veloblitz. Selbst wenn: Ein Radarfoto, zeigt den Verkehrssünder meist von hinten. Darauf wären die Kuriere kaum zu unterscheiden.

Radarfallen sind offenbar wirkungslos bei der Ahndung von radfahrenden Verkehrssündern. Doch die Stadtpolizei sorgt sich weniger über die ausbleibenden Einnahmen von Bussgeldern als darüber, dass es an Kreuzungen immer häufiger zu gefährlichen Zwischenfällen kommt (siehe Kasten).

Sind Sie schon einmal gebüsst worden, nachdem sie mit dem Fahrrad geblitzt wurden? ta-lokal.newsnetz@tagesanzeiger.ch (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.10.2008, 11:54 Uhr

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