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Polizisten schützen die koptische Kirche in Dietlikon

Von Michael Meier. Aktualisiert am 05.01.2011 3 Kommentare

Wegen des Bombenattentats auf ägyptische Christen haben auch die Schweizer Kopten ihre Sicherheitsmassnahmen verschärft.

Weihnachtsfeier unter Polizeischutz: Der koptische Priester Isidoros El-Anba-Samuel feiert am Donnerstag mit seiner Gemeinde Weihnachten.

Weihnachtsfeier unter Polizeischutz: Der koptische Priester Isidoros El-Anba-Samuel feiert am Donnerstag mit seiner Gemeinde Weihnachten.
Bild: Reto Oeschger

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Der Anschlag in der Silvesternacht in Alexandria, der 23 Kopten das Leben kostete, hat auch die hiesigen Kopten erschüttert. Mit den orthodoxen Kirchen weltweit feiern sie in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar das Weihnachtsfest. Die grosse Mehrheit der ägyptischen Christen gehört der koptisch-orthodoxen Kirche an und feiert Weihnachten nach dem alten julianischen Kalender.

Allgemeine Drohungen im Internet

Koptische Gläubige aus der ganzen deutschsprachigen Schweiz treffen sich zur Weihnachtsliturgie in Dietlikon, wo sie seit drei Jahren in einem früheren Gebäude der neuapostolischen Glaubensgemeinschaft eine kleine Kirche mitten in einem Wohnquartier besitzen.

Der zuständige Priester Isidoros El-Anba-Samuel, der sonst als Mönch im Kloster Einsiedeln lebt, erwartet zum Gottesdienst vom Donnerstagabend, 18 Uhr, 150 Gläubige. Pater Isidoros will keinesfalls auf Panik machen. Er habe nicht wirklich Angst vor Anschlägen, es habe keine direkten Drohungen gegeben, ausser in sehr allgemeiner Weise auf islamistischen Internetseiten. Deshalb habe er die Polizei kontaktiert und sich am Dienstag mit ihr getroffen.

Sorge vor Angriffen wächst

Werner Schaub, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, bestätigte, dass die Polizei mit den Verantwortlichen der koptisch-orthodoxen Kirche in Kontakt sei, in Absprache mit ihnen die Situation beurteilen und nötigenfalls Massnahmen treffen werde. Gemäss Rolf Huggenberger, Leiter Sicherheit der Gemeinde Wallisellen, wird der regionale Polizeiverbund Hardwald rund um die Festtage bei der koptischen Kirche in Dietlikon erhöhte Präsenz markieren.

Auf islamistischen Websites sind gegen mehrere koptische Kirchen in Europa Drohungen eingegangen. Demnach könnten in der Nacht auf den 7. Januar Kopten erneut Zielscheibe von terroristischen Anschlägen werden. In Deutschland und Österreich wächst die Sorge vor Angriffen. Der für Deutschland zuständige koptische Bischof Anba Damian sagte, es werde an Weihnachten höchstens eine Liturgie, aber keine weiteren Feierlichkeiten geben. In Frankreich hat die Antiterrorpolizei Vorermittlungen wegen Drohungen gegen koptische Kirchen aufgenommen.

«Feige und barbarisch»

In der Schweiz fühlen sich die Kopten kaum bedroht. Hierzulande bilden sie eine unauffällige Minderheit mit kleinen Gemeinden in Zürich, Genf, Basel, Biel, Lausanne und Yverdon. Pater Isidoros schätzt die Glaubensgemeinschaft auf 320 Familien, davon rund 120 Familien mit gegen 350 Leuten in der Deutschschweiz. Ausser in Dietlikon gibt es in der Schweiz eine koptische Kirche in Meyrin GE. Auch sie wird während der Festtage von der Polizei geschützt.

Die Schweizer Bischöfe haben gestern das Attentat in Alexandria «als feige und barbarisch» verurteilt. Sie werten es aber als Zeichen der Hoffnung, dass weltweit Muslime bei der religiösen und politischen Obrigkeit darauf dringen, Freiheit und Schutz der christlichen Minderheit in den islamisch dominierten Ländern zu garantieren. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.01.2011, 22:45 Uhr

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3 Kommentare

Rolf Wittwer

05.01.2011, 07:22 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Auch ich musste (Nichttourist) in div. musl. geprägten Ländern einen latenten und tiefen Hass gegen alles Westliche feststellen. Dies ist ein Fakt, den man bei uns endlich zur Kenntnis nehmen muss. Dass nun sogar Kirchen beschützt werden müssen, überrascht mich keineswegs. Dank unaufhörlichen Forderungen isl. Kreise und unserem politischen Dauerappeasement sehe auch ich in keine friedvolle Zukunft Antworten


Renate Keller

05.01.2011, 12:12 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Die friedlichen muslimischen Verbände in der Schweiz sollen sich endlich äussern! Verurteilen sie diese Verbrechen? Wenn ja: Warum sagen sie es nicht?! Antworten



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