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Quereinsteiger bringen deutliche Entlastung an den Schulen

Von Daniel Schneebeli. Aktualisiert am 19.05.2011 1 Kommentar

120 offene Stellen weniger als letztes Jahr: Der Lehrermangel geht vor allem in der Primarschule zurück.

Lehrer in der Primarschule: Der Engpass ging zurück.

Lehrer in der Primarschule: Der Engpass ging zurück.
Bild: Keystone

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In acht Wochen sind Sommerferien. Viele Schulleiter stellen das mit gemischten Gefühlen fest: schon in acht Wochen. Denn die meisten haben offene Stellen, für die sie noch kein passendes Personal gefunden haben. Martin Wendelspiess, Chef des kantonalen Volksschulamtes bestätigt, dass die Situation schwierig sei. 300 Stellen für Klassen- und Fachlehrpersonen, für Heilpädagogen und Schulleitende sind im ganzen Kanton noch unbesetzt. Das sind viele, aber immerhin 120 Stellen weniger als 2010. Besonders in der Sekundarschule sieht es laut Wendelspiess immer noch «problematisch» aus, aber auch im Kindergarten. Dafür spricht Wendelspiess von einer «deutlich entschärften Lage» in der Primarschule.

Hauptverantwortlich dafür seien die Massnahmen der Bildungsdirektion. Erstens können Studierende der Pädagogischen Hochschule (PH) im letzten Studienjahr ausnahmsweise jeweils zu zweit eine Klasse übernehmen. Zweitens sind bereits 64 Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger auf Stellensuche, welche Ende Februar mit einer aus der Not geborenen Kurzausbildung (Fast-Track) für die Primarschule begonnen haben. Sie sind entweder an der PH oder am Institut Unterstrass, einer privaten Lehrerbildungsstätte mit kantonalem Auftrag, in Ausbildung.

Nicht alle haben eine Stelle

Laut Andrea Widmer Graf, stellvertretende Prorektorin an der PH, haben rund zwei Drittel der 44 an der PH eingeschriebenen Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger bereits einen Arbeitsvertrag unterschrieben. Graf ist zuversichtlich, dass die anderen ebenfalls eine Stelle finden. Sie räumt aber ein, dass der Lehrermangel nicht mehr so akut sei wie im letzten Jahr.

Einfach ist die Stellensuche aber auch aus einem anderen Grund nicht, wie ein Studierender berichtet. Er habe alle offenen Stellen in der Stadt Zürich telefonisch «abgeklappert», doch keine sei infrage gekommen. Entweder seien Französisch oder Englisch gefragt gewesen, wofür er nicht zugelassen sei, oder es sei nicht möglich gewesen, Montag oder Freitag freizubekommen. An einem dieser Tage müssen die Quereinsteiger jeweils an die PH zurück – so sieht es das Ausbildungskonzept vor. Der 34-jährige Studierende hat sich auch ausserhalb Zürichs beworben. In einem Fall wurde ihm abgesagt, weil man keine Quereinsteiger einstelle. Von solchen Vorbehalten hat auch Widmer Graf gehört. Sie betont aber, es gebe auch Schulen, die explizit nach Quereinsteigern suchten, weil sie sich von ihnen neue Impulse im Schulalltag erhofften.

Am Institut Unterstrass sieht die Situation besser aus. Von den 22 hier eingeschriebenen Quereinsteigern haben bereits 21 eine Stelle, wie Direktor Jürg Schoch mitteilte. Er und auch Widmer Graf lobten die Studierenden als sehr motiviert. Die Leute hätten teilweise ein grosses Vorwissen und profitierten von ihrer Lebenserfahrung. Man komme mit den Quereinsteigern «doppelt so schnell vorwärts» wie mit jungen Studierenden, sagt Schoch. Ein weiterer Studierender von der PH lobt die Ausbildung, macht aber eine Einschränkung: «Das echte Lehrer-Feeling kommt erst im Schulzimmer.» Eine Unterrichtssituation könne an der PH nicht simuliert werden, sagt er nach der Erfahrung aus dem Praktikum. Der 33-Jährige ehemalige Kommunikationsfachmann hat bereits eine 75-Prozent-Stelle gefunden und ist überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein: «Ich freue mich wahnsinnig auf die Schule.»

Nachfrage bleibt gross

Nach den Sommerferien startet die PH mit weiteren Quereinsteiger-Ausbildungen auch für den Kindergarten und die Sekundarschule. Laut Widmer Graf ist die Nachfrage weiter gross. Doch wie die Erfahrung zeigt, sind nicht alle Interessenten für den Lehrerberuf geeignet. Für die Fast-Track-Kurse hatten sich anfänglich Hunderte beworben. Schliesslich wurden 76 aufgenommen. Zehn sind dann gar nicht zum Studiengang angetreten, und an der PH haben zwei Personen die Ausbildung abgebrochen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.05.2011, 23:17 Uhr

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1 Kommentar

Walter Helbling

21.05.2011, 16:02 Uhr
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Toll, in Zürich geht der Mangel zurück. Weniger wegen der Quereinsteiger, als vielmehr auf Grund des eklatanten Lohnunterschiedes von teilweise über Fr.2000.- im Monat für Junglehrer. Ausserkantonal wird kostentraechtig ausgebildet, Zürich spart dies und wirbt kostenintensiv ab, dies seit 30 Jahren. Es lebe die Solidarität und der Kantönligeist.... Antworten



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