Randalierer schlagen alles kurz und klein – die Kosten tragen andere
Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 19.05.2009 38 Kommentare
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Nach Krawallen wie am vergangenen Sonntag oder am 1. Mai fällt die Bilanz immer ernüchternd aus: Verhaftungen, Verletzte, Sachbeschädigungen und mehrere Hunderttausend Franken Kosten. Doch die teuren Polizeieinsätze begleichen die Steuerzahler – und für die Schäden kommen entweder die Versicherungen und die Geschädigten selber auf. Die Krawallmacher kostet das alles meistens nichts.
Wie viele Randalierer tatsächlich für Sachbeschädigungen oder Plünderungen verurteilt werden, lässt sich laut Andreas Eckert, leitender Staatsanwalt Zürich-Limmat, nicht genau sagen. Klar ist: In vergangenen Jahren kam es nur in Einzelfällen zu Urteilen gegen Chaoten. Dann ist es möglich, einen Täter zu Schadenersatzzahlungen zu verpflichten. Oft kommen sie jedoch mit Geldstrafen und Bussen davon.
Landfriedensbruch einfacher nachzuweisen
«Einem Einzelnen nachzuweisen, dass er eine Sachbeschädigung begangen hat, ist schwer», sagt Eckert. Vermummt und in einer Gruppe unterwegs, lassen sich Randalierer oft nicht dingfest machen. «Es gibt immer wieder Verhaftungen und Verfahren, die zu Urteilen führen, doch die Arbeit von Polizei und Justiz ist in der Tat schwierig», sagt Eckert.
Einfacher ist der Beweis des Landfriedensbruchs. Dafür genügt es, eindeutig einer randalierenden Gruppe anzugehören. Werden solche Personen identifiziert oder gar vor Ort verhaftet, droht eine Geld- oder in gravierenden Fällen eine Freiheitsstrafe bis drei Jahre.
Verurteilt und trotzdem billig weggekommen
Wer Privateigentum beschädigt, wird in der Regel nur behelligt, wenn er dafür verurteilt wird. In solchen Fällen können die Geschädigten auf dem zivilen Weg ihre Forderungen geltend machen. Dies ist auch unabhängig von Strafverfahren möglich, wird bei Ausschreitungen aber kaum angewendet.
2006 kam ein 1.Mai-Krawallant billig davon: Nachdem er für die Beschädigung und Plünderung des Jamaricos beim Helvetiaplatz verurteilt worden war, verwies der Richter für die Forderung von lediglich 500 Franken Selbstbehalt auf den zivilen Weg. Der grösste Teil des Schadens von 15'000 Franken hatte die Versicherung übernommen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.05.2009, 15:48 Uhr
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38 Kommentare
Wenn der Geschädigte versichert ist, mindert sich einTeil des Schadens. Aber alles andere ( Putzen, aufräumen, verlorene Arbeitsstunden, Angst vor Wiederholung, Administration) natürlich nicht. Allesdings kann die Versicherung Regress nehmen. Auch jugendliche Täter werden von der Versicherung Post , wenn sie 18 jahre alt geworden sind. Aber präventiv hilft nur , wenn es der Arbeitgeber weiss. Antworten
Zwei Artickel die Gegensätzlicher nicht sein könnten. Die Polizei verteilt in 100 Min. 150 Bussen Die gleiche Pöiizei bringt es aber nicht fertig, die Randalierer in Zaum zu halten. Ich gratuliere zu dieser zweckmässigen Arbeit der Polizei und deren Vorsteherin. Antworten
@altdorfer: nichts geschnallt? wenn sie der jugend immer eintrichtern, wie böse, schlecht und abartig sie sei, sogar so abartig, das man sie ab 22:00 uhr wegsperren muss, dann beweist ihnen diese jugend bei gelegenheit (zb. fcz-fcb) wie schlecht sie sich benehmen kann. Antworten
@Vollenweider: Haben sie verdrehte Ansichten! Es gibt nun mal Regeln in einer Zivilgesellschaft. Eine davon ist z. B. dass Jugendliche zu einer gewissen Zeit nach Hause gehören. Es gibt keine Rechtfertigung für exzessive Gewalt. Wenn sie die Einschränkung bis 22 Uhr zu Hause zu sein als Rechtfertigung betrachten gewalttätig zu werden, dann ist ihnen wirklich nicht mehr zu helfen! Antworten
Hätten die Versicherungen nicht die Möglichkeit, für den übernommenen Schaden auf die Verursacher zurückzugreifen, wenn diese schon identifiziert sind? Mich überrascht der erwähnte Fall vom 1.5.06 doch ausserordentlich. Letztendlich zahlt doch wieder die Allgemeinheit, diesmal in Form von Versicherungsprämien. Antworten
Es ist eine Schande, dass für die Sicherheit von Fussballspielen hunderttausende von Steuergelder-Franken ausgegeben wird, ohne dass jemand den Mut hat, Fussballspiele einfach zu verbieten. Wären es irgendwelche andere Veranstaltungen, hätte man dies sicher gemacht. Es gäbe genügend Jugendliche, die froh wären, sie bekämen Geld für ihre positiven sportlichen oder kulturellen Aktiviitäten. Antworten
Es ist wohl illusorisch, die Schaden verursachenden Randalierer immer erwischen zu wollen - ohne gleichzeitig einen Polizeistaat aufzubauen. Randalierer üben sich in Guerilla-Taktiken und da kann die Gewalt generell und beidseitig leicht überhand nehmen. Es gilt ein vernünftiges Mass zu finden, die Fantasie von Polizei und Politik ist gefordert - schlauer zu sein und nicht gewalttätiger. Antworten
logisch schmeissen jugendliche und kinder steine auf die obrigkeit, wenn selbige obrigkeit - hier im beispiel der polizei - den jugendlichen verbietet, in ihren käffern ab 22:00 uhr in gruppen auf der gasse zu sein. das schürt hass und unverständnis. und dieser entlädt sich dann. am 1. mai, bei fcz-fcb, und und und Antworten
@ Wilhelm Basler: Simmt nicht ganz. Das WEF in Davos ist eine Privatveranstaltung, bei der (im Gegensatz zu einem Fussballspiel) nur ausgewählte Superreiche Zugang haben. Die Kosten für deren Sicherheit, welche mehrere Millionen betragen, tragen wir nicht sehr reichen. Wieso stört sich daran niemand? Antworten
@Erich Sigg Habe mir soeben die letzten Tränen abgewischt ob Ihrem Text. Ihre Meinung wäre ein Freibrief für alle jugendlichen Raser, Kiffer, Chaoten, Sprayer, Vandalen etc. Immer sind die anderen schuld. Ich habe genug von dem und bin für einen rigorosen Durchgriff und bin ganz, ganz sicher, dass solches nützen würde. Entgegen der Meinungen von jedem sogenannten JugendlichSachverständigen.... Antworten
es bringt nichts,die vereine zu bestrafen, da diese "fans" dem verein gar nicht verbunden sind. ausserdem räumen die fangruppierungen schon selbst auf und werfen unerwünschte randalierer raus. das problem hat nichts mit fussball zu tun sondern mit der gesellschaft. die täter müssen bestraft werden, überwälzen der kosten sowie gefängnisstrafen ohne bewährung! Antworten
Eigenartig, dass alle Medien, auch der TA, kein Wort darüber verlieren, dass bei Krawallen wie am Sonntag die Fussballclubs zu 100% finanziell belangt werden müssten. Auch bei allen anderen Sportanlässen. Wieso eigentlich müssen immer die SteuerzahlerInnen dafür aufkommen? Veranstalten Private einen Anlass, wo die Polizei für die Verkehrsregelung nötig ist, werden die Kosten dafür verrechnet. Antworten
Alles sehr "kluge" Kommentare. Vielleicht sollte der eine oder andere mal überlegen, weshalb es gerade in Zürich immer wieder zu Krawallen kommt - obwohl - oder gerade weil die Zürcher Polizei am brutalsten agiert und am "besten" ausgerüstet ist (Gummigeschosse! - eine Zürcher Erfindung mit zahlreichen Opfern!!) Und an Gesetze haltet sich die Polizei oft selber nicht. Antworten
Ich verstehe nicht wieso dieses "Problem" nicht gelöst werden kann. 1. Gibt es ein Vermummungsverbot, wer sich also vermummt = festnehmen auch wenn in einer Gruppe! 2. Wie schon gesagt die Festgenommenen zahlen für den Schaden und die Vers. macht Regress ! 3. Lebenslanges Stadionverbot und strenge Auflagen (Aufenthaltsverbot im Umkreis von 10km) 4. Oder 1 jahr nach Sibirien :-) Antworten
Hört mal mit dem Beispiel UK auf. in UK warten zig-tausende auf Karten, darum geht das. Kommen dort 5000 nicht, kommen andere 5000. Die Tickets kosten Unmengen an Geld. Über diese Preise würdet ihr auch grad wieder lästern. Und geht es noch? Wieso soll einer, der Steine schmeisst, dafür büssen, das ein anderer die Tanke ausraubt? Antworten
Diese Halbstarken sollten ihre Sauerei, die sie hinterlassen haben, selber aufräumen, unter den Augen der Polizei. Und wehe, es bleibt noch ein "Fötzel" übrig auf der Strasse! Was haben die eigentlich für eine Erziehung genossen? Gar keine? Ich kann dazu eigentlich nur noch den Kopf schütteln ... Antworten
Die Randalierer müssen in die Pflicht genommen werden und sollten weder von ihren Eltern, noch von Clubs oder Fangruppen geschützt werden. Dieses Verhalten ist nicht tolerierbar und soll auch nicht von Versicherungen - und deren Versicherten!! - finanziert werden. Es ist an der Zeit, dass diese jungen Menschen lernen, dass das Randalieren keine Freizeitbeschäftigung ist, die toleriert wird! Antworten
Genau deshalb und auch aufgrund der medialen Berichterstattung werden sich die Krawallanten noch mehr "aufgeilen" und übertreffen wollen. Die sollten alle in ein Arbeitslager gesteckt werden wo sie körperliche Schwerstarbeit leisten müssten. Vermutlich haben die meisten auch keine Lehrstelle oder richtigen Job! Warum wohl bloss? Also ab auf die Alp wo sie Findlinge schleppen können. Antworten
Wir müssen als Gesellschaft einen anderen Zugang finden zum Thema Gewalt. Eine Viertelmillion für Sicherheitsausgaben pro Fussballspiel auf Kosten der Steuerzahler ist nicht zu verantworten. Es braucht m.E. nicht ständig mehr Sicherheits-Vorkehrungen mit hohen Kosten, sondern z.B. Geisterspiele während mind. 1 Jahr für die Klubs. In England hat das massgeblich zur Verbesserung beigetragen! Antworten
Während man nach jedem 1. Mai die sinnlose Zerstörung beklagt und die Forderung nach Abschaffung des 1. Mai von rechter Seite gefordert wird, hört man solche Forderungen bei Fussballspielen nicht. Kein Politiker fordert, dass diese Spiele, welche solche Gewalt hervorrufen, verboten werden. Antworten
Da wundert man sich, dass nicht noch mehr passiert. Irgendetwas stimmt doch mit unserem System nicht mehr. Da kann man ganze Strassenzüge demolieren und die Polizei angreifen und es passiert dir nichts...? Gesetz oder Richter sind in diesem Falle für d' Füchs. Vielleicht sollte man die Krawallwanten mehr auf die Häuser der Richter und Rechtsanwälte leiten, damit sie dort wirken können. Antworten
Es kann doch nicht sein, das Chaoten am 1. Mai oder nach einem Fussballspiel einfach in Anarchie zurückfallen und es keine Konsequenzen gibt! Nun sollen die Chaoten sollidarisch dafür haften! Wenn ein steinewerfer verhaftet wird, dann soll er auch dafür gerade stehen, wenn von einem Chaotenkollege ein Tankstellenshop ausgeraubt wird. Die gesammten Kosten soll nicht mehr der Steuerzahler bezahlen! Antworten
Vorschlag am Beispiel FCZ-FCB: Sämtliche direkten Duelle der nächsten Saison abblasen, in der Tabellenrechnung mit 0 Punkten bewerten, dazu noch -3 o.ä. zur Tordifferenz "addieren". So kommen die Untätigkeit und die dauerhaften Ausreden der Clubs bezüglich (Nicht-) Verantwortung zu einem raschen Ende. Anwendbar, egal um welche Clubs oder Disziplinen es sich handelt. Der Wille vorausgesetzt ... Antworten
Seit Jahren wird darüber diskutiert wie man gegen dieses Gesindel vorgehen soll! Wir sind bald die einzigen in Europa welche noch solche Ausschreitungen akzeptieren... In England wird nur noch ins Stadion gelassen wer einen Ausweis hat , bei Missbrauch gibt es ein lebenslanges Stadionverbot. Vermutlich werden aber unsere Politiker wieder mit dem Argument Datenschutz kommen und alles bleibt .. Antworten
Der Veranstalter der Streetparade muss jeden Franken zur Reinigung der Strassen nach dem Fest, welches Zürich viel internationale positive Beachtung gebracht hat, selber tragen. Wir Steuerzahler bezahlen bei jedem solchen "Spiel" gegen eine halbe Million Franken. So kann es wohl nicht weitergehen. Clubs und Fans haben das selber zu berappen. Ganz einfach. Schlafen hier die PolitikerInnen? Antworten
Meiner Meinung nach soll dieses "Lumpenpack" mit mehrjährigen Gefängnis-Strafen bestraft werden (egal ob voll- oder minderjährig). Bei den Minderjährigen soll zusätzlich noch die Eltern in Verantwortung gezogen werden, mindestens mit saftigen Geldstrafen. Schliesslich zahlen wir als "normale" Bürger den Chaoten nicht die demolierten Sachen. Egal ob SP oder SVP, JETZT muss etwas unternommen werden! Antworten
Warum soll ich auch Angst vor der Justiz haben? Selbst wenn diese hart durchgreifen würde finden sich genügend Kuschelrichter/innen welche mit weinerlicher Stimme auf eine schwere Kindheit oder null Perspektive dieser Asozialen hinweisen. Am meisten lacht das Pack selbst darüber Antworten
Solange wir diese Täter zu Opfern machen und sie ganz lieb und nett behandeln ändert sich gar nichts. Es ist und bleibt cool, zu zerstören. Die Zeit ist reif, nach der Phase des Verständnisses die Phase der harten, wirkungsvollen (sich selbst finanzierenden) Bestrafung einzuberufen und die Grenzen kompromisslos aufzuzeigen. Antworten
Ein weiterer Erfolg von 15 Jahren Links-Grüner Regierung! Wie hiess es doch vor 10 Jahren: Man darf die Randalierer nicht durch Polizeipräsenz provozieren - das Ergebnis sehen wir jetzt - schon 14-jährige die alles kurz und klein schlagen. Nur weiter so! Antworten
Wie oben so unten. Wenn im Bundesrat und in der Wirtschaft randaliert wird, randalieren auch unsere Kinder. Es fehlt der ganzen Gesellschaft ein auf Toleranz, Respekt und Gerechtigkeitssinn ausgerichtetes Bewusstsein. Die Tatsache, dass wirre Kirchen und Sekten oder rechtsextreme Parteien in der derzeitigen Lage profitieren, lässt unsere gute alte Tante Aufklärung immer blasser erscheinen. Antworten
Man kann wirklich nicht nachvollziehen warum man in einem Land wie der Schweiz nicht mit einer Handvoll Randalierern fertig wird. Lösung (wie auch für 1. Mai-Nach"demo"): Einkesseln, jeden einzelnen verhaften und dann die Kosten der Sicherheit des Anlasses belasten. Wer nicht zahlt, sitzt die Strafe im Gefängnis ab. Dann wäre ganz schnell fertig mit diesem Theater. Antworten
solange wir solche lächerliche gesetze haben, wird dieses chaotenpack geradezu animiert, ihr unwesen weiter zu treiben. wer bei krawallen wie 1.mai oder sportverantstaltungen verhaftet wird, sollte mal für 3 monate hinter gitter und dann wird betr. weiterer strafverfolgung geschaut. dies 1 jahre konsequent umgesetzt, und wir hätten 90% weniger probleme. die 10% unverbesserlichen gibt es immer Antworten




Michael Frieden
...dann sollten wir das aber bei schweren Verkehrsdelikten, Sexualdelikten und allgemeiner Körperverletzung gleich tun. Ebenfalls sollten fehlbare Randalierer und Vandalen (Hooligans sind das eben keine...), öffentlich gemacht werden, bsp. in den Tageszeitungen. Das gleiche muss aber für fehlbare Polizeibeamte gelten!!!! Hier trifft die Polizeiwillkür genau gleich wie beim Parkbussen verteilen... Antworten