Referendum gegen Landesmuseum-Erweiterungsbau steht

Von Martin Huber. Aktualisiert am 04.06.2010

4000 Menschen graut es davor, was mit dem Landesmuseum geschehen soll. Sie haben ein Referendum unterschrieben, dass den Beitrag der Stadt an den Erweiterungsbau in Frage stellt.

Über den 10-Millionen-Beitrag der Stadt an den Erweiterungsbau des Landesmuseums kommt es zur Volksabstimmung. Das Referendum sei zustande gekommen, sagt Christian Martin Gutekunst, Sprecher des Komitees «Nein zur Zerstörung des Parks beim Landesmuseum». Man habe innerhalb eines Monats mehr als 4000 Unterschriften gesammelt und werde diese heute der Stadtkanzlei überreichen; 2000 Unterschriften wären nötig. Die Volksabstimmung dürfte im nächsten Juni stattfinden.

Gutekunst äusserte sich sehr zufrieden über die vielen Unterschriften. «Das zeigt, dass unser Anliegen auf Resonanz stösst.» Zudem sei es aus demokratischer Sicht wichtig, dass doch noch eine Diskussion über den 111 Millionen Franken teuren Anbau stattfindet. Die Stadtzürcher können als Einzige zum Landesmuseum-Projekt Stellung nehmen. Bei Bund und Kanton fielen die Entscheide in den Parlamenten.

Das gegnerische Komitee, dem nebst Vertretern des Zürcher Heimatschutzes auch Politiker von SVP, Grünen und SP angehören, wehrt sich gegen den Erweiterungsbau, weil er Teile des Platzspitzparks tangiert. Der Platzspitz und das Landesmuseum seien ein Gesamtkunstwerk von nationaler Bedeutung – «Zürichs Versailles» dürfe nicht verschandelt werden. Die Befürworter halten den Eingriff in den Park für verhältnismässig. Das Landesmuseum brauche dringend mehr Platz, und der Anbau der Architekten Emanuel Christ und Christoph Gantenbein sei gut und ausgereift. Das Stadtparlament hatte sich im November klar, mit 102 zu 13 Stimmen, für den 10-Millionen-Beitrag – zum Teil in Form von Bauland – ausgesprochen.

Unklar ist, wie weit eine Ablehnung des städtischen Beitrags den Erweiterungsbau gefährden würde. Gutekunst ist der Ansicht, dass das Projekt in diesem Fall gestoppt werden müsste, weil dann das städtische Land für den Anbau nicht abgetreten werden dürfte. Zudem fehle dann auch die politische Legitimation, und der Druck, auf das Projekt zu verzichten, würde zunehmen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.06.2010, 14:55 Uhr

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