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Rollerfahrer: «Bussen lohnen sich immer»

Von Maria Rodriguez. Aktualisiert am 29.06.2010 71 Kommentare

Die Zahl der Rollerunfälle ist in Zürich drastisch angestiegen. Ein passionierter Fahrer erklärt, warum er trotzdem konsequent gewisse Verkehrsregeln missachtet.

T-Shirt und Flip-Flops: Ein Paar auf einem Vespa-Ausflug in der Westschweiz.

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Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

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Rollerfahrer Peter Hofstetter* fährt täglich, auch im Winter, mit seinem Aprilia SportCity 250 zur Arbeit. Der 48-Jährige gibt zu, dass er den Platz in der Kolonne bewusst nicht einhält: «Ziel ist es, an jedem Rotlicht nur einmal anzustehen. Auch fahre ich innerorts teilweise über 50 Stundenkilometer. Gewisse Verkehrsregeln missachte ich konsequent. Es kann ja nicht sein, dass ich mit dem Roller gleich langsam wie ein Autofahrer bin.»

Wegen den Verkehrsübertretungen sei er bereits mehrmals gebüsst worden: «Durch das Überholen spare ich aber so viel Zeit ein, dass sich die Bussen immer lohnen», so Hofstetter weiter. Auf den Velostreifen weiche er nur dann aus, wenn er keine Velofahrer behindere. Dafür sei der Busstreifen bei ihm hoch im Rennen:«Diesen benutze ich regelmässig.»

Gar nicht in Frage kommt für Hofstetter das Trottoir: «Dieses ist tabu. Wenn ich aufs Trottoir muss, stosse ich den Roller.» Eine Regel, die nicht alle Rollerfahrer beachten. Gerade erst heute Dienstagmorgen erfasst ein 36-jähriger Rollerfahrer auf einem Trottoir in Meilen einen Strassenarbeiter. Das 24-jährige Opfer musste mit schweren Kopfverletzungen ins Spital gebracht werden.

Busspur öffnen für Motorräder?

Ein Rollerunfall unter vielen: In den vergangenen fünf Jahren hat sich, allein in der Stadt Zürich, die Zahl der Rollerunfälle fast verdreifacht. Auch Hofstetter und seine Frau – sie sass hinten - hatten vor vier Jahren einen Unfall: «Ein Autofahrer schnitt mir den Weg ab. Mir passierte nichts, meine Frau verletzte sich leicht an der Schulter. Der Roller erlitt einen Totalschaden.»

Dass Rollerfahrer gewisse Verkehrsregeln missachten, kann Roland Fuchs, Leiter der Schweizerischen Fachstelle für Zweiradfragen, nachvollziehen. Deshalb befürwortet er die Lockerung einzelner Verkehrsregeln: «Wenn man als Töfffahrer im Schritttempo rechts an der Autokolonne vorbeifahren könne, wäre das hilfreich.»

Auch einer Öffnung der Busspur, wie sie die IG Motorrad in einer Petition fordert, ist Fuchs positiv gestimmt: «Die Busspur ist ja meistens frei, die müsste man nutzen können.» Auf klar markierten Velowegen und Trottoirs hingegen, hätten Motorräder nichts verloren.

* Name der Redaktion bekannt (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.06.2010, 13:44 Uhr

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71 Kommentare

Walter Ineichen

29.06.2010, 13:20 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Meine Güte...andere Probleme haben die Zürcher wohl nicht?? Geht mal nach Südostasien...DAS sind Zustände ;) Antworten


Yvonne Oertli

29.06.2010, 13:25 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Liebe Frusties, leben und leben lassen :-) nach den Velofahrern kommt der nächste Sündenbock. Als Rollerfahrerin muss ich auch mit Rasern, völlig übeforderten Off-Road Fahrern, telefonierenden Fahrern etc. (über)leben. Klar gibt es leichtsinnige Rollerfahrer, aber dies ist wohl die Minderheit und der Rest ist froh heil von A nach B zu gelangen, mit einem doch noch bezahlbaren Verkehrsmittel. Antworten



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