Lust auf Ruhm treibt Hunderte in die Schule
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 18.03.2010 1 Kommentar
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Sie strömen zu Tausenden an die Castings im In- und Ausland, die vermeintlichen neuen Sternchen am Musikhimmel. Singen ist im Trend und die steigende Lust auf Ruhm und Glamour im Showbusiness macht sich auch in Zürich bemerkbar.
Im Zeitraum von 2005 bis 2010 konnte die Jugendmusikschule der Stadt Zürich im Fach Sologesang einen Zuwachs von 480 Prozent verzeichnen. 2010 besuchten 191 Schülerinnen und Schüler den Sologesangsunterricht – 2005 waren es noch 33 «Die ganzen Castingshows haben dem Gesang einen eigentlichen Schub verliehen», kommentiert Rainer Fröhlich, Medienbeauftragter Zürcher Jugendmusikschule, die Zahlen.
Gesangslehrer sind gefragt
Wie viele hoffnungsvolle Musicstar-Kandidatinnen und -Kandidaten sich hinter diesen Zahlen verbergen, bleibt unklar. Eine Aufschlüsselung zwischen klassischem Gesang und Pop und Rock gibt es nicht.
Steigende Zahlen im Fach Singen verzeichnen auch die 45 Musikschulen im Kanton Zürich, die von der öffentlichen Hand unterstützt werden. «Aktuelle Zahlen werden wir zwar erst im Herbst haben, aber es hat in diesem Zeitraum sicherlich eine Verdoppelung im Bereich Gesangsunterricht gegeben», sagt Susanne Gilg, Präsidentin des Verbands Zürcher Musikschulen, gegenüber Tagesanzeiger.ch.
Tendenziell würden sich vor allem Jugendliche wieder stark für den Gesangsunterricht interessieren – insbesondere für Pop, Rock und Jazz. «Die Schulen mussten vermehrt Gesangslehrer anstellen», so Gilg, «ob das wegen den Castingshows so ist, kann ich allerdings nicht sagen. Aber einen positiven Einfluss auf die Schülerzahlen haben die Sendungen bestimmt.»
«Castingshows gaukeln eine falsche Welt vor»
Auch in der Stadt Zürich mussten neue Musiklehrer eingestellt werden. «Das Interesse am Musikunterricht ist in den letzten sechs Jahren allgemein gestiegen», betont Rainer Fröhlich. Er führt diese Entwicklung darauf zurück, dass die musikalische Grundausbildung seit 2006 integraler Bestandteil der ersten zwei Primarschuljahre ist. «Der Unterricht ist kostenlos. Auf diese Weise lernen die Schüler die Instrumente kennen und werden an die Musik herangeführt.»
Fröhlich ist überzeugt davon, dass eine gute Ausbildung auf dem Weg zum internationalen Ruhm ausgesprochen wichtig ist. «Die Castingshows gaukeln eine falsche Welt vor mit Glamour, Scheinwerfern und Discokugeln. Bei vielen wurde der Weg zum Star übersprungen. Je früher man aber mit einem klassischen Musikunterricht beginnt, desto besser.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.03.2010, 12:05 Uhr
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1 Kommentar
Das ist doch schön. Nur sollte man den angehenden Sängern gleich sagen, daß sie es für sich machen und nicht für den Superstartitel. Aber auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung! Musik, in welcher Form auch immer, bereichert das Leben. Antworten
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