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SBB lassen Passagiere im Schnee stehen

Von Lucienne-Camille Vaudan. Aktualisiert am 19.12.2011 30 Kommentare

Ein voller Zug blieb während dem Pendlerverkehr in Elgg stecken. Die Passagiere warteten vergebens auf Ersatzbusse.

Tiefe Temperaturen und Schneefall setzen den Gleisen zu: Eine S-Bahn fährt durch das Schneegestöber.

Tiefe Temperaturen und Schneefall setzen den Gleisen zu: Eine S-Bahn fährt durch das Schneegestöber.
Bild: Keystone

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Der Schnee liess lange auf sich warten. Nun ist er da und sorgt sogleich für Zwischenfälle im öffentlichen Verkehr. Als der Thurbo heute Montagmorgen um 6.26 Uhr mit einer lediglich zweiminütigen Verspätung in Aadorf abfuhr, informierten die SBB die Zugpassagiere über eine Weichenstörung bei Winterthur, was für Verspätungen im Bahnverkehr gesorgt habe. Dass auch der besagte Zug davon betroffen sei, erwähnte die Durchsage aber nicht.

«Erst in Elgg teilte man uns mit, dass wir den Zug verlassen müssen. Die SBB werden Ersatzbusse organisieren», erzählt eine Passagierin gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Chauffeur wusste von nichts

Auf diese Busse warteten die Passagiere vergebens. «Erst eine halbe Stunde später konnten wir in einen regulären Bus einsteigen.» Dessen Chauffeur sei weder über den Zwischenfall noch über Ersatzbusse informiert gewesen. «Ungefähr 80 Menschen quetschten sich in das Postauto und fuhren rund 40 Minuten durch Winterthur, um nicht noch länger in der Kälte warten zu müssen. Dabei wäre nur fünf Minuten später wieder eine S-Bahn gefahren.»

Bereits während die Reisenden frierend am Elgger Bahnhof auf den Bus warteten, konnte die wetterbedingte Weichenstörung behoben werden. Die S-Bahn fuhr zwar wieder nach Zürich, was aber nicht kommuniziert wurde.

Keine freien Busse

«Nachdem die Weichenstörung aufgetreten war, haben wir sofort verschiedene Unternehmen angefragt, um Ersatzbusse zu organisieren», sagt Reto Schärli, Mediensprecher der SBB Region Zürich. Doch während der Hauptverkehrszeit habe niemand aushelfen können.

«Eine der Weichen konnte nicht mehr in ihre ursprüngliche Position bewegt werden», begründet Schärli die Zugverspätungen. Wenn viel Schnee falle und sich die Temperaturen um 0° Celsius bewegen, werde die Schneemasse klebrig und könne Weichen behindern. «Dann wird automatisch eine Störungsmeldung an das Stellwerk gesendet. Aus Sicherheitsgründen dürfen die Züge diese Stelle nicht mehr passieren, bis der Fehler behoben werden kann», erklärt Reto Schärli.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.12.2011, 12:12 Uhr

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30 Kommentare

Markus Weisshaupt

19.12.2011, 12:40 Uhr
Melden 77 Empfehlung

Liebe SBB, Ihr versteht es wohl immer noch nicht: NIEMAND macht Euch einen Vorwurf, wenn die Wetterverhältnisse den Zugverkehr beeinträchtigen; wir wissen alle, dass das so ist und sich nicht ändern lässt. Das Problem ist die unerträglich miese Information und Kommunikation in solchen Fällen (alle in den Bus; S-Bahn wäre 5 min später wieder gefahren...), die die Passagiere zur Weissglut treibt. Antworten


Xaveer Inderbitzin

19.12.2011, 12:44 Uhr
Melden 75 Empfehlung

SBB-Chef Meyer hat ja aus Deutschland Erfahrung darin, wie man ein Bahnunternehmen so kaputtspart, dass der Eisenbahnverkehr bei Temperaturen unter 0 und über 30 Grad Celsius nicht mehr funktioniert. Vom Service am Kunden ganz zu schweigen. Boni werden trotzdem in Mio-Höhe abgesahnt. Antworten



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