SP-Wähler machten Gutzwiller zum Sieger

Das statistische Amt wertete die Resultate der Ständeratswahlen aus und zeigt auf: Gutzwiller legte bei den SP-Wählern massiv zu, Blochers Unterstützer blieben dafür zuhause.

Linke Wahlhelfer führten zum Sieg: Ständeräte Verena Diener und Felix Gutzwiller (v.l.).

Linke Wahlhelfer führten zum Sieg: Ständeräte Verena Diener und Felix Gutzwiller (v.l.). Bild: Keystone

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Die SP hat mehr zum Wahlsieg von FDP-Ständerat Felix Gutzwiller beigetragen als seine Hauspartei. Zu diesem Schluss kommt Peter Moser vom statistischen Amt des Kantons in einem nun veröffentlichten Gutachten. Beim zweiten Wahlgang sei Gutzwillers Name auf fast allen Wahlzetteln der teilnehmenden SP-Wählerschaft gestanden. «Die Zunahme ist erstaunlich», meint Moser, vor allem weil sich beim ersten Durchgang nur jeder fünfte SP-Wähler für Gutzwiller entschieden hatte.

Weniger deutlich sei diese Änderung des Wahlverhaltens auch bei den Grünen zu beobachten gewesen. Moser geht davon aus, dass die linken Wahlhelfer für den bürgerlichen Gutzwiller vor allem eines im Sinn hatten: «Den Abstand zwischen ihm und Blocher zu vergrössern – und letzteren zu verhindern.»

SVP-Wähler blieben daheim

Weniger überraschend war das Verhalten der Anhänger anderer Parteien: Viele Unterstützer der SVP blieben beim zweiten Wahlgang schlicht zuhause, wie Moser ermittelt hat: «Rund ein Viertel jener, die bei den Nationalratswahlen SVP wählten, blieben beim zweiten Wahlgang der Urne fern.» Jene, die Blocher aber auch dann unterstützten, wählten ihn und nur ihn. Die Bisherigen konnten bei den Anhängern des Alt-Bunderates auch im zweiten Anlauf kaum punkten.

Die Wähler von FDP und GLP veränderten ihr Verhalten vom ersten zum zweiten Wahlgang kaum. Laut Moser zeigt sich, dass Gutzwiller bei den Grünliberalen höher im Kurs steht als Diener bei der FDP-Anhängerschaft. Dieser Unterschied habe sich im zweiten Durchgang noch verdeutlicht, da nun noch mehr Grünliberale auf Gutzwiller setzten.

Ähnliches gilt für die Anhänger der kleineren Mitteparteien. Bei den CVP- und EVP-Wählern, deren Kandidaten im ersten Wahlgang noch weniger Stimmen auf sich vereinen konnten, wie die Linken, blieben ebenfalls einige im zweiten Wahlgang der Urne fern. Allerdings war die Zahl deutlich geringer als bei den Unterstützern von Christoph Blocher.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 02.12.2011, 16:33 Uhr)

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