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Schlankere Buchstaben bei den Zürcher Verkehrsbetrieben

Von Jürg Rohrer. Aktualisiert am 14.12.2011 19 Kommentare

Von einer neuen Schrift auf den Haltestellentafeln versprechen sich die VBZ einen moderneren Auftritt.

Haltestelle Bahnhofplatz: Vorne rechts oben vier Linientafeln mit der neuen Schrift, hinten die Tafeln mit alter Schrift und grösseren Nummern.

Haltestelle Bahnhofplatz: Vorne rechts oben vier Linientafeln mit der neuen Schrift, hinten die Tafeln mit alter Schrift und grösseren Nummern.
Bild: Sabina Bobst

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Seit Sonntag fährt das 4er-Tram als Tram Zürich-West zum Bahnhof Altstetten-Nord, und die neue Linie 17 verkehrt zwischen HB und Werdhölzli. Das ist von den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) ausreichend mitgeteilt worden. Eine dritte Neuerung blieb bisher unerwähnt – oder nicht kommuniziert, wie es heute heisst. Im Gefolge der neuen Linien haben die VBZ die Schrift auf den Haltestellentafeln verändert. «Escher-Wyss-Platz», «Schiffbau», «Technopark» und die anderen Namen stehen weiterhin auf blauem Grund, haben aber dünnere Buchstaben als die bisherigen Haltestellen. Auch die farbigen Tafeln mit der Nummer der Tramlinie und der Endstation kommen schlanker daher.

Auf Distanz schlechter lesbar

Am Escher-Wyss-Platz oder am Hauptbahnhof, wo alte und neue Tafeln stehen, lassen sich die beiden Schriften vergleichen. Die neue wirkt leichter, eleganter, aber – subjektiver Eindruck – auch kleiner und schlechter lesbar. Auf Distanz verschmelzen die beiden ff und das b von «Schiffbau» zu einem weissen Fleck. Haben die VBZ im Freudenrausch der neuen Tramlinie ihr Publikum vergessen? Ästhetik vor Nutzen?

«Überhaupt nicht», antwortet Andreas Uhl, Leiter des Unternehmensstabs. «Wir haben kein Interesse, für unsere Fahrgäste einen Minderwert zu produzieren.» Die VBZ seien überzeugt, dass die neue Schrift genauso gut lesbar sei wie die alte; die neue wirke jedoch moderner. Anlass für den Wechsel bot die neue Tramlinie, die neue Haltestellen nötig machte. Das bisherige Informationssystem mit den prägenden Alu-Rohrrahmen stammt aus der Mitte der 1970er-Jahre. Wegen mehrerer Zusatzelemente wirkt es laut Uhl mittlerweile nicht mehr wie aus einem Guss. Mit der neuen Gestaltung namens Info 11 gebe es jetzt nur noch einen Schrifttyp, was ebenfalls der Leserlichkeit diene. Laut Uhl wurde die neue Schrift mit dem Zürcher Verkehrsverbund abgesprochen – nicht aber mit den Behindertenorganisationen. Von den Kontakten mit Sehbehinderten wüssten die VBZ, dass sich diese zur Hauptsache nach den Linienplänen auf Augenhöhe orientierten und weniger nach den Tafeln in der Höhe.

Neue Tafeln haben alle Haltestellen entlang der neuen Strecke nach Zürich-West und entlang der Linie 17, weshalb die neuen Buchstaben auch im Stadtzentrum anzutreffen sind. Die Umrüstung aller Tafeln ist nicht vorgesehen, sondern die neuen Tafeln kommen nur dort zum Einsatz, wo alte wegen Schäden ersetzt werden müssen. Zusätzliche Kosten entstünden daraus nicht, betont Uhl. Die Kosten für die neuen Haltestellen waren Bestandteil des 150-Millionen-Kredits für das Tram Zürich-West. Die Kosten für den Ersatz an bestehenden Haltestellen werden dem Betriebsbudget entnommen. Uhl: «Die neue Schrift mag vielleicht nicht allen gefallen, aber sie ist bestimmt kostenneutral.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.12.2011, 10:05 Uhr

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19 Kommentare

Martin Ebnoether

14.12.2011, 10:42 Uhr
Melden 30 Empfehlung

Bei der VBZ soll ja alles leichter und duenner werden. Das faengt beim Personal an und wird dementsprechend konsequent auch bei der Schriftart weitergefuehrt. Obs Sinn macht, etwas, was nicht kaputt ist, zu reparieren, naja... Die alte Schrift war gut lesbar und optisch angenehm. Antworten


Michael Müller

14.12.2011, 11:08 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Mir ist das von Anfang an aufgefallen bei den neuen Tramstationen. Vom Aussehen her stört mich der neue Schriftschnitt nicht. Allerdings ist die Schrift von weitem wirklich schlechter zu lesen als die "alte" etwas dickere. Der Wechsel erschliesst sich mir daher nicht. Antworten



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