Zürich
Schwangere Bräute haben bei Hochzeiten die Hosen an
Von Philipp Albrecht. Aktualisiert am 07.01.2011
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Heiratswillige, die ihren schönsten Tag anständig zelebrieren wollen, treffen sich dieses Wochenende in Oerlikon. An der jährlichen Hochzeitsmesse werden immer mehr Festkleider für Schwangere gezeigt. «Das Interesse an unseren Kleidern war noch nie so gross wie jetzt», sagt Ariadna Graf, die sich auf die Umstandsmode für den Traualtar spezialisiert hat.
«Früher blieben die Leute noch verblüfft vor unserem Stand stehen und fragten sich: Gibts denn sowas?» Inzwischen kenne jeder jemanden, der schwanger heiratete, erklärt die Geschäftsführerin des Umstandsmodegeschäfts Perlita. Die meisten Paare, die ein Kind erwarten, würden heute möglichst lange zuwarten, bis sie sich definitv zur Heirat entscheiden. Um dem hohen administrativen und finanziellen Aufwand einer Vaterschaftsanerkennung zu vermeiden, muss man sich vor der Geburt das Ja-Wort geben.
Eine riesige Marktlücke entdeckt
So ging auch Grafs Schwester vor, die vor sechs Jahren Zwilinge erwartete. Auf der Suche nach einem passenden und schönen Kleid für die Hochzeit, durchkämmte sie erfolglos die Stadt. «Die meisten Anbieter kaufen einfach Grösse 52 ein und machen es für die Kunden kleiner», stellte Graf fest. Am Ende scheiderte sich die Schwester ein eigenes Kleid, während Ariadna Graf zum Schluss kam: «Das ist eine riesige Marktlücke.»
Inzwischen ist bei Umstandshochzeitskleidern ein klarer Trend erkennbar: Man zeigt Bauch. Früher habe man ihn noch zu verstecken versucht, erklärt Graf. Inzwischen wisse man, dass es die Frau bloss dicker erscheinen lässt. «Heute ist ein schmaler Schnitt gefragt, der den Bauch betont.» Graf arbeitet darum mit flexiblen und elastischen Stoffen, die eine schmale Linie zulassen.
Neuerdings entscheiden sich schwangere Bräute auch vermehrt gegen ein Kleid. «Viele wählen am Ende Hosen, weil sie bequemer sind und sportlicher wirken.» Das passt zwar nicht in die Kirche, aber in Zeiten, in denen fast nur noch in Standesämtern geheiratet wird, kann man auch mal auf das klassische Brautkleid verzichten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.01.2011, 15:37 Uhr
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