Schweinegrippe-Impfung: Nicht-Risikopatienten warten auf Termin

Seit gestern Donnerstag können sich im Kanton Zürich alle, die möchten, gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Doch einen Termin zu bekommen, braucht Zeit und Nerven.

Impfen ohne Voranmeldung: in der Permanence im Hauptbahnhof Zürich möglich.

Impfen ohne Voranmeldung: in der Permanence im Hauptbahnhof Zürich möglich. (Bild: TA)

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In der Gemeinschaftspraxis an der Bahnhofstrasse 208 in Wetzikon laufen die Telefone heiss: Die Leute wollen sich impfen lassen. Doch Arztgehilfin Cornelia Diggelmann musste sie gestern erneut vertrösten. Es fehlt noch immer der Impfstoff. «Am Montag hiess es, er käme am Mittwoch. Also riefen wir die Risikopatienten an, die sich impfen lassen wollten, und boten sie für Mittwoch auf. Dann der Rückzieher: Es werde nächste Woche, bis wir beliefert würden.»

Diggelmann rief die Patienten wieder an und sagte die Termine ab. «Wir verbringen wegen der Schweinegrippe derzeit 70 Prozent unserer Zeit am Telefon», sagt die Arztgehilfin. An die Nicht-Risikopatienten, die seit gestern Donnerstag auch geimpft werden dürfen, mag man in der Praxis in Wetzikon noch gar nicht denken.

Warteliste statt Impfen

Auch im Ärztehaus Oberdorf in Uster muss sich das Gros der Patienten noch gedulden. Die vielen Leute, die derzeit einen Impftermin abmachen wollen, können sich in eine Warteliste eintragen lassen. Vorerst werden nur Risikopatienten geimpft, denn die ersten Impfdosen sind erst am Mittwoch eingetroffen, hiess es in der Praxis.

Bis gestern noch gar keine Impfdosen bekommen hat das Ärztehaus Stadtrain in Winterthur. Täglich müssen rund 30 Impfwillige abgewiesen werden. «Wir warten sehnlichst auf die Lieferung», erklärt eine Praxisassistentin. Gleich 200 Schweinegrippe-Impfdosen sind gestern Donnerstag der Praxis Gashi und Meier in Glattbrugg angeliefert worden. Rund zehn Patienten konnten schon immunisiert werden – allesamt Risikopatienten. Wann auch die anderen drankommen, sei noch unklar, hiess es in der Praxis.

Besser sieht es aus in der Praxis von Philippe Luchsinger in Affoltern am Albis. Hundert Ampullen sind dort gestern ausgeliefert worden. Heute würden noch die verbleibenden Risikopatienten geimpft, danach kämen auch alle anderen in den Genuss des lang erwarteten Stichs, so der aktuelle Stand.

Praxen organisieren sich

«Die Menschen sind verwirrt und enttäuscht», sagt die Pfäffiker Ärztin Alexandra von Ziegler. Auch sie hat den Impfstoff erst gestern Donnerstag erhalten. Risikogruppen würden möglichst sofort geimpft. Auch der Arzt Klaus Ferdinand in Meilen hat inzwischen 250 Impfdosen erhalten und ist bereit zum Impfen – auch Nichtrisiko-Patienten.

In Dietikon haben sich die Praxen teilweise untereinander organisiert, um Risikopatienten nicht vertrösten zu müssen. «Wir bekommen jeden Tag andere Infos, wann der bestellte Nachschub eintrifft», sagt Sandra Huggenberger von der Praxis von Heinz Ursprung. Im Moment sieht es gut aus: Wer sich impfen lassen wolle, bekomme für nächste Woche einen Termin.

Am besten ausgerüstet scheinen derzeit die Notfallpraxen. In der Permanence im Hauptbahnhof Zürich können sich auch Personen, die nicht zu den Risikogruppen gehören, impfen lassen — und tun das auch. «Es läuft alles rund», sagt Arzt Jürg Müller-Schoop. Man komme mit dem normalen Personalbestand durch. Es sei derzeit weniger hektisch als bei der Impfung der Risikopatienten. In der Notfallpraxis Medix in Zürich werden seit gestern ebenfalls Nichtrisiko-Patienten geimpft: im Fünf-Minuten-Takt und ohne Voranmeldung. «Wir impfen, solange wir Impfdosen haben», sagt eine Praxisassistentin. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

Erstellt: 26.11.2009, 14:30 Uhr

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14 KOMMENTARE

Ernst Leuthold

24.11.2009, 10:12 Uhr

@ Schumacher: Man kann einen Impfstoff gegen einen Virus erst herstellen, wenn dieses Virus irgendwo aufgetreten ist. Das Prinzip der Impfung ist gewissermassen homeopatisch: man bekämpft das Übel mit demselben Übel. Deshalb konnte man die Risikogruppen nicht schon "seit Jahrzehneten" gegen H1N1 impfen. Gegen die saisonale Grippe tut man es allerdings alljährlich - mit dem saisonalen Impfstoff...


Rolf Schumacher

23.11.2009, 18:13 Uhr

@Müller. Wenn diese Risikogruppe so gefährdet wäre, so hätte man diese seit Jahrzehnten gegen Grippe impfen müssen. Entweder muss man die WHO, Vasella, das BAG und all die anderen -ologen und Experten wegen grobfahrlässiger Unterlassung adäquater Therapie verklagen, oder aber die Influenzaviren sind doch nicht so gefährlich. Ich vermute letzteres. PS. Logik ist den Oekonomen ein Gift.


Durih Stuppan

23.11.2009, 17:38 Uhr

Es ist jetzt an der Zeit, dass diese Millioneninvestition amortisiert wird. Es gibt doch die ängstliche Masse, die mitmachen möchte bei dieser Grippe. Mann/Frau nehme sie, oder eben nicht. Verkaufen, impfen, Geld verdienen und weiter arbeiten. Endlich können auch Hausärzte Geld verdienen. Der Staat hat wieder gesorgt für uns kleine Leute. Für die ganz Grossen aber auch.


marc michel

23.11.2009, 17:07 Uhr

ich hätt mich auch nicht impfen lassen, wenn ich nicht zur risikogruppe gehörte. was mich extrem erschreckt, ist die negativität der impfgegner gegenüber impfungen. fast schon mit religiösem fleiss wird immer wieder das negative erwähnt, was mit impfungen aber schon alles erreicht wurde, spielt bei denen überhaupt keine rolle, das ist sehr erschreckend!


marc michel

23.11.2009, 16:59 Uhr

ich hätt mich auch nicht impfen lassen, wenn ich nicht zur risikogruppe gehörte. was mich extrem erschreckt, ist die negativität der impfgegner gegenüber impfungen. fast schon mit religiösem fleiss wird immer wieder das negative erwähnt, was mit impfungen aber schon alles erreicht wurde, spielt bei denen überhaupt keine rolle, das ist sehr erschreckend!


Jörg Lorenz

23.11.2009, 16:49 Uhr

In der Permanence in Zürich konnte ich mich ohne Formalitäten impfen lassen. Meine Hausärztin, die mich auf einer Liste für Risikopatienten führt, bekommt leider immer noch keinen Impfstoff. Wann werden endlich die politisch Verantwortlichen für dieses auch für ein Entwicklungsland indiskutable Verzögern zur Rechenschaft gezogen? Die Chefin von Swissmedic und der BAG-Chef gehören sofort gefeuert.


Paul Knöpfel

23.11.2009, 16:04 Uhr

Auf der Durchreise zu einem verlängerten Wochenende im sonnigen Graubünden schauten wir im Kantonsspital Chur vorbei. Impfen war schon die ganze Woche und auch an diesem Tag möglich, aber leider erst abends. Also später am Tag nochmals nach Chur. Wartezeit rund 10 Minuten. Alles ist geregelt und sehr gut organisiert abgelaufen. Beim Hausarzt wäre es wohl mindestens Ende dieser Woche geworden.


Ria Degen

20.11.2009, 15:38 Uhr

richtig, die Permanence untersucht und impft keine Kinder. Nicht, dass ich mein Kind impfen lassen würde - es ist kein Risikopatient und wenns krank wird, seucht es die Grippe halt durch. Wie jedes Jahr bei der saisonalen Grippe auch.


Daniel Müller

20.11.2009, 15:15 Uhr

@Marthaler. Egal wie gefährlich diese mexikanische Grippe nun ist oder auch nicht: Für die Betroffenen ist das nicht bloss Propaganda! Für einen Diabetiker, einen HIV-Positiven, ein Kind mit Asthma (wie auch deren Angehörige) spielt es eine Rolle, ob sie heute an diesem Virus sterben oder alt werden können. Wenn Ihnen dies auf die Nerven geht, sollten Sie sich schämen! (Suizid ist selbst gewählt)


Anja Meyer

20.11.2009, 13:33 Uhr

Das Bild "Kinderwagen vor Permance" ist irreführend. Leider impft die Permanence keine Kleinkinder. Mein Kind muss weiterhin warten ...


Urs Marthaler

20.11.2009, 13:19 Uhr

Wann nehmen die Medien endlich Verantwortung und hören mit der Pharma und WHO Propaganda. Die System-Medien berichten nichts über die Todesfälle die durch die Impfung verursacht wurden. Eure Schweinegrippe-Berichterstattung geht mir und allen mit denen ich darüber spreche absolut auf die Nerven.Es sterben jährlich mehr Menschen an Autounfällen und Suizid Weltweit als an dieser H1N1 Grippe.


Peter kunze

20.11.2009, 13:07 Uhr

@ D. Müller: Das wäre ja effizient. Doch leider würde dadurch das fein austarierte Machtgefüge zwischen BAG, kantönligeistigen Gesundheitsdirektoren, EU-ferner Swissmedic und der chaosgetriebenen Umpackungszentrale in Burgdorf durcheinandergebracht. Also lassen wir lieber so revolutionäre Ideen.


Timmy Huber

20.11.2009, 12:50 Uhr

Also, ich seh das Problem nicht: Anruf heute 09.30 Uhr Spital Bülach: "Will mich fürs Impfen anmelden". Antwort: "Haben Ansturm: Kommen Sie doch einfach vorbei". Das mach ich auch. Dort 20 Min. Wartezeit, Stechen und tschüss. Warum gehts dort? Und warum haben andere Orte so Probleme?


Daniel Müller

20.11.2009, 12:26 Uhr

Wieso führt man nicht "einfach" das ganze zentralisiert in Turnhallen durch, und erspart sich so viel komplizierte Logistik? Zum Impfen braucht's ja wirklich nicht viel: Ein paar Ärzte (pensionierte/Armeeärzte/...) machen Triage und Krankenschwestern oder Medizinstudenten impfen. Den Rest könnten Armee oder Zivilschutz abwickeln.



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