«Schweizer Filz» in Deutschland?

Von Andrea Schmits. Aktualisiert am 04.02.2010

An der Uni Zürich gebe es «deutschen Filz», sagt die SVP. Dabei lehren mehr Schweizer an deutschen Unis als umgekehrt.

Wo ist welcher Filz: An deutschen Unis arbeiten 772 Schweizer Dozenten.

Wo ist welcher Filz: An deutschen Unis arbeiten 772 Schweizer Dozenten. (Bild: Keystone)

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Jeder dritte Professor an der Uni Zürich ist ein Deutscher. Insgesamt lehren 600 deutsche Professoren in der Schweiz. Die SVP spricht im Wahlkampf darum vom «deutschen Filz», was ihr von der Professorenschaft einen «Rassismus»-Vorwurf einbrachte. Aber wie sieht es umgekehrt aus? Herrscht an deutschen Hochschulen vielleicht gar ein «Schweizer Filz»?

Nach Angaben des deutschen Statistischen Bundesamtes sind 772 Schweizer Dozenten an deutschen Universitäten beschäftigt (Stand 2008). Tendenz steigend: Noch zwei Jahre zuvor waren es 697 gewesen. Allein an der Universität Zürich folgten nach Angaben der Uni-Leitung in den letzten fünf Jahren 110 Professoren, Oberassistierende, Postdoktoranden und Privatdozenten dem Ruf an ausländische Hochschulen. 50 davon gingen nach Deutschland.

Mit Wohlwollen aufgenommen

Nach Deutschland ging zum Beispiel Florian Kaiser. 2008 wechselte der Professor für Sozial- und Persönlichkeitspsychologie an die Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg. Integrationsprobleme, wie Deutsche in Zürich sie erleben, kennt Kaiser nicht: «Meine Nationalität ist höchstens mal Grund zur Heiterkeit, etwa wenn ich beim Sprechen in Helvetismen abrutsche», sagt Kaiser. Als Schweizer werde er von den Deutschen mit viel Wohlwollen aufgenommen - und das, obwohl «25 Prozent seines Instituts», also 2 von 8 Mitarbeitern, aus der Schweiz stammten.

Heute Donnerstagabend um 19.30 Uhr veranstaltet der TA im Kaufleuten am Pelikanplatz eine Podiumsdiskussion zum Thema «Wie deutsch ist Zürich?».

Ab 19.30 Uhr überträgt Tagesanzeiger.ch/Newsnet die Diskussion live aus dem Kaufleuten in Zürich. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.02.2010, 15:07 Uhr

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