Sexuelle Gewalt: Opfer haben viel gemeinsam

Die Opfer sexueller Gewalt seien oft weiblich, gehen häufig aus, treiben kaum Sport und konsumieren selber Pornofilme. Das zeigt die Studie aus dem Kanton Zürich.

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Die Ergebnisse seien keineswegs als Schuldzugeständnis zu werten, betonte Soziologe Manuel Eisner am Donnerstag bei einer Fachtagung für Lehrkräfte in Zürich. «Die Studie besagt keineswegs, dass die Mädchen selber schuld sind. Es ist aber eine Tatsache, dass sie viel gemeinsam haben.»

So hätten beispielsweise Eltern von betroffenen Mädchen häufig eine geringe Bildung, seien häufiger arbeitslos oder hätten finanzielle Probleme. Viele Opfer würden zudem nur von einem Elternteil erzogen. Die Herkunft, also ob die Eltern Schweizer oder Ausländer sind, spielt hingegen keine Rolle.

Viel an Partys anzutreffen

Weiter haben die Mädchen gemeinsam, dass sie ihre Freizeit kaum zuhause verbringen, keinen Sport treiben und häufig an Partys anzutreffen sind. Sie konsumieren überdurchschnittlich häufig Alkohol, rauchen und kiffen und sehen sich selber pornographisches Material an.

Sehr auffällig ist laut Eisner, dass die Opfer von ihren Eltern kaum Vorgaben bekommen, um welche Zeit sie nach einer Party zu Hause sein sollen. Bei den Mädchen, die um Mitternacht zu Hause sein müssen, beträgt die Opferrate null Prozent. Bei jenen ohne Zeitangabe beträgt die Opferrate 15 Prozent.

Intakte Familie schützt

Generell könne festgestellt werden, dass Mädchen aus so genannt intakten Familien der Mittelschicht ein leicht geringeres Risiko hätten, zu Opfern von Übergriffen zu werden, sagte Eisner.

Die Studie widerlegt zudem die Annahme, dass Übergriffe häufig mit dem Handy gefilmt würden. Von den insgesamt 830 gemeldeten Vorfällen wurden lediglich zwei gefilmt. Nur ein Film ist dabei im Internet gelandet.

Sexuelle Gewalt kennt ausserdem keinen Stadt-Land-Graben: Die Städte Zürich und Winterthur sowie die ländlichen Regionen sind alle ungefähr gleich stark von der Thematik betroffen. (oku/sda)

Erstellt: 21.08.2008, 15:11 Uhr

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