Sicherheitsdienst schützt Kontrolleure in den S-Bahnen

Ab nächstem Jahr sollen speziell ausgebildete Sicherheitsleute ab 21 Uhr in den Zürcher Bussen und Bahnen patrouillieren. Das Ausgehverhalten der Gäste bringe Konfliktpotenzial mit sich, heisst es bei den ZVV.

Ab Januar nicht mehr alleine unterwegs: Kontrolleur in einer Zürcher S-Bahn. (Archivbild)

Ab Januar nicht mehr alleine unterwegs: Kontrolleur in einer Zürcher S-Bahn. (Archivbild)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) schafft ab Januar 2011 eine neue Sicherheitsorganisation für Bus und Bahn. Das teilte der Verband am Dienstag mit. Künftig werden ab 21 Uhr nicht mehr zwei Kontrolleure jeden Zug begleiten. Stattdessen patrouillieren auf manchen Strecken Sicherheitsleute.

Damit trage man den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung und sorge dafür, dass das Zug- und Busfahren für Fahrgäste und Personal – insbesondere auch abends und nachts – reibungslos verlaufe. Denn das veränderte Ausgehverhalten der letzten Jahre wirke sich auch auf die Fahrgäste in den öffentlichen Verkehrsmitteln aus. Insbesondere Ticketkontrollen böten Anlass für Konflikte, heisst es in der Mitteilung.

Sicherheitskompetenz fehlt

Kontroll- und Fahrpersonal sähen sich zunehmend mit Aggressionen und Gewaltbereitschaft konfrontiert. Für deren Bewältigung fehlten jedoch die notwendigen Kompetenzen. Dies soll sich mit der neuen Sicherheitsorganisation nun ändern.

Unter der Leitung der Transportpolizei der SBB werden schrittweise ab 2011 ein neuer, speziell ausgebildeter Sicherheitsdienst, Präventionsassistenten und Kontrollpersonal zusammenarbeiten. Dieses Personal könne flexibel eingesetzt werden.

Veränderungen in S-Bahnzügen nach 21 Uhr

Die bisherige durchgehende Begleitung aller S-Bahnzüge nach 21 Uhr wird abgeschafft. Ausgenommen davon sind die Nacht-S-Bahnen von SBB und SZU – sie bleiben durchgehend begleitet. Bis Ende 2012 soll die neue Organisation aufgebaut sein.

Ausgenommen vom neuen Konzept sind die Stadt Zürich und zum Teil auch die Stadt Winterthur. Dort decke die Zusammenarbeit mit den beiden Stadtpolizeien die Bedürfnisse der Verkehrsunternehmen bereits ab, heisst es in der Mitteilung.

Bisher organisieren sich die Verkehrsunternehmen im ZVV punkto Sicherheit weitgehend eigenständig. Die Transportpolizei der SBB ist bisher nur auf der S-Bahn und an Bahnhöfen präsent. Auf den übrigen Verkehrsmitteln sind fünf private Sicherheitsfirmen im Einsatz. Um die Ticketkontrolle kümmern sich drei Kontrollpools. (oku/sda)

Erstellt: 31.08.2010, 10:50 Uhr

Stellungnahme Gewerkschaft

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) bedauert den Entscheid des ZVV, ab 2012 auf die bewährte Doppelbegleitung der S-Bahn-Züge in den Randstunden zu verzichten. Damit werden laut SEV-Mitteilung vom Dienstag rund 300 Zugbegleiter der SBB ihre Stelle verlieren.

Nach Ansicht der SEV könnte der ZVV durch die Abschaffung der Randstunden-Zugbegleitung auch Kunden verlieren.

Artikel zum Thema

ZVV hat 2011 kein Geld für neue Angebote

Um den steigenden Fahrgastzahlen im öffentlichen Verkehr zu begegnen, seien «erhebliche Angebotsausbauten» notwendig. sagt der Zürcher Verkehrsverbund ZVV. Doch im nächsten Jahr fehlt ihm das Geld dafür. Mehr...

ZVV testet 26 neue Billettautomaten

Der Zürcher Verkehrsverbund hat am Montag an 22 Haltestellen der VBZ neue Ticketautomaten aufgestellt. Damit beginnt eine neunmonatige Testphase. Mehr...

TA Marktplatz

Blogs

Sweet Home 15 Ideen für den allerschönsten Balkon

Beruf + Berufung Die Mission der Teilzeitchefin

Weiterbildung

Kostenlose E-Books

Laden Sie in unserem Weiterbildungs-Channel kostenlos Ebooks herunter.

Die Welt in Bildern

Strassenkunst: Ein übergrosses Graffiti ziert die Wand eines Hochhauses in Berlin (28. April 2017).
(Bild: Felipe Trueba) Mehr...