«Sie brauchen ja nur die Aschenbecher wegzunehmen»

In Zürich reagieren Wirte einen Tag nach der Abstimmung positiv auf das Rauchverbot. Wann es in Kraft tritt, bleibt allerdings unklar.

Rauchfreie Restaurants: Die Zürcher Gastwirte reagieren positiv (Video: Roman Weber)

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Das Zürcher Stimmvolk hat entschieden: Alle Restaurants und Bars im Kanton werden rauchfrei. Einzig in abgetrennten Fumoirs ist das Rauchen noch erlaubt.

Die Gastwirte in Zürich reagieren einen Tag nach den Abstimmungen positiv auf das Rauchverbot. «Wir freuen uns, dass die Vorlage angenommen wurde. Die Stimmung im Odeon wird die gleiche bleiben – ausser dass man hier künftig normal atmen kann», sagt Desirée Eggli, stv. Geschäftsführerin des Odeons im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch. Auch Peter Rosenberger, Geschäftsführer Restaurant Vorderer Sternen, findet es angenehmer, in einem rauchfreien Betrieb zu arbeiten. Umsatzeinbussen befürchtet er nicht, «aber für Quartierbeizen könnte es schwierig werden.»

Wann wird Rauchverbot umgesetzt?

Trotz guter Resonanz bei den Wirten bleibt weiterhin unklar, ab wann und wie das Rauchverbot effektiv umgesetzt werden soll. Regierungsrätin Rita Fuhrer sprach im Anschluss an die Abstimmungen von einer Übergangsfrist von mindestens einem Jahr. Die Gastwirte sollen genügend Zeit haben, um Fumoirs einzurichten. Für den Präsidenten des Zürcher Wirteverbands, Ernst Bachmann, wäre der 1. Januar 2010 ein realistisches Datum.

Otto Brändli, Präsident der Lungenliga Zürich, hofft auf eine raschere Umsetzung der Vorgaben. «Wer in seinem Lokal kein Fumoir hat und auch keinen solchen Raum einrichten will, muss ja nur die Aschenbecher aus dem Restaurant entfernen. Verlangt einer der Gäste einen Aschenbecher, kann das Servicepersonal diskret auf das Rauchverbot aufmerksam machen und den Gast nach draussen bitten.»

Fumoirs bedient oder nicht?

Was die Ausarbeitung der Regeln für die Fumoirs anbelangt, so glaubt auch Brändli, dass es noch eine Weile dauern wird, bis alles geklärt ist. Für ihn steht dabei im Vordergrund, dass diese Räume ohne Bedienung auskommen. «Die Raucherinnen und Raucher müssten ihre Getränke eben selbst ins Fumoir mitnehmen. Das ist toll für die Angestellten und zumutbar für die Raucher.»

Der Initiativtext lässt diese Frage offen, ob die Fumoirs bedient sein sollen oder nicht. Der Regierung wird dies in einer Verordnung regeln. «Der Regierungsrat liest die Initiative so, dass Fumoirs unbedient sein sollen», liess Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer am Sonntag verlauten. Otto Brändli bezeichnete Fuhrers Ankündigung daher gegenüber dem «Tages-Anzeiger» als «Tüpfelchen auf dem i». (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.09.2008, 15:59 Uhr

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