Zürich
«Sie hat Blocher geschmeichelt»
Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 12.05.2011 80 Kommentare
«Blocher hat ein gutes Händchen», sagt Claudio Zanetti zur Nomination von Anita Borer. (Bild: boreranita.ch)
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Gestern Abend beschloss der Kantonalvorstand der Zürcher SVP, dass nach dem Parteistrategen Christoph Blocher die wenig bekannte Anita Borer in den Nationalrat einziehen soll. Die Parteispitze setzte die 24-Jährige aus Uster auf Platz zwei der Kandidatenliste – und vergraulte damit altgediente Mitglieder, welche sich seit langen Jahren für die SVP einsetzen, nun aber nicht auf den vorderen Plätzen stehen.
Borer ist nicht nur jung und zielstrebig, als Präsidentin der Jungen SVP leistete sie auch viel Arbeit für die Partei. «Doch ihr fehlt Parlamentserfahrung und eine breite Unterstützung an der Basis», wie ein SVP-Mitglied gegenüber Tagesanzeiger.ch sagte, das sich nicht mit Namen zitieren lässt.
«Blocher wollte das»
Dass sie so weit vorne auf die Liste gesetzt worden ist, verdanke sie alleine dem SVP-Übervater. «Blocher wollte das so. Sonst steht ja niemand hinter der Nomination», so das Parteimitglied. «Borer hat Blocher geschmeichelt, und sie gefällt ihm», sagt das kritische SVP-Mitglied über die Jungpolitikerin weiter.
Auch wenn die Chancen auf eine Wahl auf Listenplatz zwei gut sind, so wird der Entscheid der Delegiertenversammlung auch als Risiko betrachtet: «Wenn 100 Leute die unveränderte SVP-Liste einwerfen und nur jemand Borer streicht, dann kann sie bereits ein Strich vernichten», sagt das Parteimitglied.
Laut der SVP-Stimme werden die Frauen parteiintern gegeneinander ausgespielt. «Darüber hinaus waren auch viele Männer nicht mit der Nomination einverstanden, sonst wäre die Liste nicht bereits vor der Abstimmung den Medien zugespielt worden.»
«Gewählt ist sie deswegen nicht»
Dass viele Parteimitglieder den zweiten Listenplatz von Borer ablehnen, glaubt Kantonsrat Claudio Zanetti nicht: «Die Liste ist mit wenigen Enthaltungen verabschiedet worden.» Auch wenn er selber einen Platz nach hinten gerutscht ist, so sieht er in der Nomination der jungen SVP-Frau durchaus Vorteile: «Wir haben seit vielen Jahren den Schönheitsfehler, dass wir zu wenig Frauen haben, das soll sich nach und nach ändern.»
Zanetti glaubt, dass die Unterstützung von Blocher ein gutes Zeichen ist: «Er ist der beste Analytiker und hat in der Regel ein gutes Händchen.» Gleichzeitig betont Zanetti aber auch: «Gewählt ist sie deswegen noch nicht.» Auch wenn der zweite Listenplatz eine gute Ausgangslage sei, so müsse sie sich nun im Wahlkampf behaupten.
Rickli rutschte von Platz zwei auf sieben
Als Natalie Rickli vor vier Jahren in den Nationalrat gewählt wurde, startete sie ebenfalls auf dem zweiten Platz. Gewählt wurde sie schliesslich auf Platz sieben – obwohl sie mit damals 31 Jahren mehr Erfahrung als Borer hatte, bereits im Winterthurer Stadtparlament politisierte und auf viele Wähler aus der zweitgrössten Zürcher Stadt zählen konnte.
Eine solch starke Ausgangslage hat Anita Borer nicht. Sie zog mit 24 Jahren eben erst in den Gemeinderat von Uster und den Kantonsrat ein. «Wenn sie jedoch souverän auftritt und sich von Kritik nicht verunsichern lässt, hat sie gute Chancen», prognostiziert Zanetti. Schliesslich sei Blocher «ein guter Lehrmeister».
Von Borer überzeugt ist Orlando Wyss, der SVP-Bezirkspräsident Uster: «Sie ist freundlich, zielstrebig und einsatzfreudig.» Zudem trete sie überzeugend auf. «Als sie in Uster eine Rede hielt, war sie überzeugender als Bundesrätin Doris Leuthard, die nach ihr sprach.»
Für Tagesanzeiger.ch war Anita Borer nicht erreichbar. Das Bild von ihr und Christoph Blocher hatte sie auf ihrer offiziellen Seite veröffentlicht. Es erweckt den Anschein, dass sie die Nähe zur SVP-Leitfigur nun nicht weiter befeuern will: Nach der gestrigen Nomination ist es aus dem öffentlichen Bereich ihrer Website verschwunden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.05.2011, 14:35 Uhr
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80 Kommentare
Die SVP kann machen was sie will; nie ist es recht. Zuerst enervierten sich gewisse Medien, dass böse Millionäre bevorzugte Listenplätze bekämen. Nun ist es anders gekommen. Die gleichen, die immerzu jammern, heulen und fordern, dass gefälligst mehr Frauen aufgestellt werden spielen nun die entsetzten. Frau ist eben nicht gleich Frau. Nur Links und Grün ist genehm. Alles andere ist des Teufels. Antworten
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