Sie tanzen aus dem Osten an

Fast 60 Prozent der Cabaret-Tänzerinnen stammen aus der Ukraine oder Russland. Obwohl sie hier unter schlechten Bedingungen arbeiten, will der Zürcher Regierungsrat die Bewilligungspraxis für die Show-Girls nicht ändern.

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Cabaret-Tänzerinnen geben zwar immer wieder Anlass zu Diskussionen, weil die Arbeits- und Lebensbedingungen oft als prekär erschienen, sagte der Zürcher Regierungsrat am Donnerstag. Zudem sei die Tätigkeit im Milieu geeignet, die Grenzen der Illegalität zu überschreiten.

Trotzdem sei eine Änderung der Bewilligungspraxis für die Tänzerinnen nicht angezeigt. Grund: Dadurch könne nichts an der «grundsätzlichen Problematik dieser Tätigkeit» geändert werden, so der Regierungsrat weiter.

Keine Änderung trotz Misständen

Vereinzelt bestünden zwar Missstände. Die Situation sei aber nicht so schwerwiegend, dass sich eine andere Bewilligungspraxis aufdränge, schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort auf eine Anfrage der drei EVP-Kantonsräte Walter Schoch (Bauma), Peter Ritschard (Zürich) und Johannes Zollinger (Wädenswil).

Aufenthaltsbewilligungen zu erteilten sei weiterhin angezeigt, weil damit im Vergleich zur illegalen Ausübung der Tätigkeit ein gewisser Schutz gewährleistet sei. Wichtiger als eine Änderung der Bewilligungspraxis sei eine konsequente Ahndung von Gesetzesverstössen.

Über 400 Bewilligungen pro Monat

Im Kanton Zürich gibt es laut Regierungsrat 70 Cabaret-Betriebe. Davon befinden sich 37 in der Stadt Zürich, 4 in Winterthur und 29 im übrigen Kantonsgebiet. Im vergangenen Jahr wurden monatlich durchschnittlich 470 Bewilligungen an Cabaret-Tänzerinnen erteilt. Im laufenden Jahr waren es bisher durchschnittlich 480 pro Monat.

Rund 40 Prozent der Tänzerinnen stammen aus der Ukraine, 18 Prozent aus Russland und 14 Prozent aus der Dominikanischen Republik. Der Anteil der Rumäninnen, Weissrussinnen, Thailänderinnen und Brasilianerinnen bewegt sich zwischen 3 und 7 Prozent.

Das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) kann bis zu sechs Cabaret-Tänzerinnen pro Betrieb in eigener Kompetenz bewilligen. Will ein Betrieb mehr Tänzerinnen anstellen, muss die Bewilligung vom Bundesamt für Migration (BFM) ausgestellt werden. (ep/sda)

Erstellt: 18.09.2008, 14:04 Uhr

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