Sihlquai-Prostitution: «Freier suchen in Gärten den Kick»

Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 14.07.2010 23 Kommentare

Vom Kreis 5 aus breitet sich der Strassenstrich über die Limmat nach Wipkingen aus. Private sind gefordert, dagegen anzukämpfen.

Neues Territorium erschlossen: Die Prostituierten vom Sihlquai befriedigen ihren Kunden neuerdings auch am Dammweg in Wipkingen und auf privaten Liegenschaften.

Neues Territorium erschlossen: Die Prostituierten vom Sihlquai befriedigen ihren Kunden neuerdings auch am Dammweg in Wipkingen und auf privaten Liegenschaften.
Bild: Leserreporter/Keystone

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Der Kreis 10 leidet immer stärker unter dem Strassenstrich auf der anderen Flussseite beim Sihlquai. Nachdem die Freier zunächst unter der Hardbrücke beim Wipkingerplatz ihrem Geschäft nachgingen, breiten sie sich nun entlang der Limmat und in Gärten aus. «Die Situation ist unsäglich», sagt Quartiervereinspräsident Beni Weder gegenüber Tagesanzeiger.ch.

Die Freier befriedigen sich auf privaten Parkplätzen, in Gärten und unter den Bäumen beim Dammsteg. «Mit ihrem Treiben stören sie die Anwohner und hinterlassen gebrauchte Kondome und anderen Abfall», sagt Weder.

Freier haben jeden Anstand verloren

«Bei der Stadt sind mehrere Reklamationen von Anwohnern eingegangen», sagt Rolf Vieli, Leiter des Projektes Rotlicht, auf Anfrage. «Das Hauptproblem sind Freier, die jeden Anstand verloren haben und sogar noch einen Kick verspüren, sich in Vorgärten und privaten Parkplätzen auszubreiten.» Solche Männer würden auch Bussen auf sich nehmen.

«Das Verhalten einer Gruppe von Freiern hat sich in den letzten Jahren äusserst negativ verändert. Eine generelle Lösung gibt es nicht, man muss jede Örtlichkeit genau anschauen und individuell reagieren», sagt Vieli. Unter der Hardbrücke beim Wipkingerplatz half ein Gitter und eine gute Beleuchtung, um die Freier fernzuhalten. Es kann auch schon helfen, eine Hecke anders zu schneiden.

Doch so einfach ist es nicht immer: «Bei Privatliegenschaften suchen wir wenn möglich gemeinsam mit dem Besitzer und den Bewohnern nach Möglichkeiten, die Situation zu verbessern», sagt Vieli.

Um das Freierproblem längerfristig zu lösen, arbeitet die Stadt an einem neuen Strichplan. In diesem Rahmen werden voraussichtlich Ende Jahr Vorschläge für eine umfassende Lösung präsentiert.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.07.2010, 07:46 Uhr

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23 Kommentare

Katharina Buholzer

14.07.2010, 17:34 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Wenn das wie beschrieben auf privatem Grund geschieht, warum werden die beteiligten dann nicht wegen Hausfriedensbruch oder widerrechtliches Betreten von Privatgrund angezeigt? Das verstehe ich nicht. Da scheint mir die Methode mit den Blitzlichtkameras (mit Film) oder eben eine Web-Kamera eine sinnvolle Abwehrmassnahme zu sein. Ich würde den Strassenstrich generell nicht erlauben. Antworten


Peter Sieben

14.07.2010, 12:09 Uhr
Melden

Jetzt sind wir auf dem richtigen Weg. Statt ständig über die Prostituierten und Zuhälter zu berichten sollte man sich mal auf die Freier konzentrieren. Denn wo Nachfrage - da Angebote... Die Polizei muss aufdringlich Präsenz bei den Freiern zeigen, Ausweise kontrollieren, Foto machen. Fotos von Nummernschildern an die Frau des Freiers zu schicken hilft gemäss Erfahrungen in Italien am besten... Antworten



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