«So lösen Sie Ihr Billett am Automaten»

Die Ticket-Automaten des ZVV fordern die Benutzer – so sehr, dass eine Bedienungsanleitung alleine nicht ausreicht. Ein zusätzlicher Flyer soll den Pendlern nun dabei helfen, eine Mehrfahrtenkarte zu lösen.

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Die Automaten an den Zürcher S-Bahnhöfen wurden eigens für den ZVV entwickelt und die letzten Geräte wurden in diesem Jahr ausgeliefert. Doch die Geräte stellen die Pendler immer wieder vor unüberwindbare Hürden. Ein Tagesanzeiger.ch-Leser versuchte kürzlich, eine 24-Stunden-Mehrfahrtenkarte zu lösen – und musste kapitulieren. Er holte sich beim Schalter Hilfe und erfuhr: Er sei bei weitem nicht der Einzige, der damit Probleme hat. Offenbar ist das Problem bekannt, denn der SBB-Mitarbeiter zückte eine Bedienungsanleitung, die zu dessen Lösung geschaffen wurde. Ihre Überschrift: «So lösen Sie Ihr Billett am Automaten.»

Das Problem ist folgendes: Wer eine Mehrfahrtenkarte lösen will, muss sich entscheiden, ob die Fahrten 24 Stunden oder höchstens 2 Stunden gültig sein sollten. Diese Tickets haben unterschiedliche Namen: Tageswahlkarte oder Mehrfahrtenkarte. Dies obwohl beide Mehrfahrtenkarten sind. Und diese Bezeichnungen führen nicht nur bei Senioren zu Verwirrungen, bescheinigte das Info-Personal am Bahnhof Stadelhofen dem Tagesanzeiger.ch-Leser.

Info-Flyer ist keine grosse Hilfe

Der Flyer erklärt nun, wie das Ticket an SBB- und ZVV-Automaten zu lösen ist. Was der Unterschied zwischen einer Tageswahlkarte und einer Mehrfahrtenkarte ist, wird trotzdem nicht klar. Auch eine achtseitige ZVV-Broschüre mit dem Titel «So bedienen Sie den neuen Ticketautomaten» geht nicht auf den Unterschied ein. Immerhin weist er auf die blauen Info-Buttons hin, die am Bildschirm eine Erklärung liefern sollen.

Wer noch immer nicht weiter weiss, wendet sich an das Info-Personal an den VBZ-Schaltern am Hauptbahnhof oder an den grossen Tramhaltestellen in der Stadt. Aber wer sich dort über die komplizierten Automaten beschwert, erhält keine direkte Hilfe: «Wir wurden über die neuen Automaten nicht instruiert.» Stattdessen erhält man die besagte Broschüre oder ein Kärtchen mit einer VBZ-Infonummer. Für 8 Rappen pro Minute kann man sich so direkt am Automaten helfen lassen, heisst es.

Verschiedene Hersteller für die gleichen Automaten

«Die Namensgebung ist nicht ganz einfach», räumt ZVV-Sprecherin Beatrice Henes ein. «Wir bemühen uns, die Produkte so zu benennen, dass man nachvollziehen kann, was gemeint ist.» Als Eselsbrücke könne helfen, dass die Mehrfahrtenkarte «für mehrere Einzelfahrten» bestimmt sei. Auf der anderen Seite sei die Tageswahlkarte vom Wort «Tageskarte» abgeleitet – also 24 Stunden gültig.

Dass das VBZ-Personal nicht persönlich über die Automaten Auskunft erteilen kann, habe wohl mit den unterschiedlichen Systemen zu tun: «Die ZVV-Automaten an den Bahnhöfen sind nicht die gleichen wie jene in der Stadt Zürich», sagt Henes. Die Geräte wurden von unterschiedlichen Herstellern produziert. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 28.10.2010, 11:26 Uhr)

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