Zürich
Sonntagsverkauf in Rapperswil irritiert viele
Von Michael Grimm. Aktualisiert am 07.04.2011 2 Kommentare
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Die Migros darf während des Sommers ihre Expressfiliale im Zentrum von Rapperswil auch am Sonntag öffnen. Letzte Woche hat der Grossverteiler die entsprechende Bewilligung erhalten. Das St. Galler Amt für Wirtschaft kam zum Schluss, dass es sich beim Lebensmittelladen an der Unteren Bahnhofstrasse 19 um einen «Betrieb im Fremdenverkehrsgebiet» handle. Damit ist eine von vier möglichen Bedingungen erfüllt, die eine Sonderbewilligung rechtfertigen.
Ungerechtfertigte Sonntagsverkäufe?
Die Regelung gilt, solange die Schiffe der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft im Sommerfahrplan verkehren. Deren Sommersaison dauert vom vergangenen Sonntag bis am 23. Oktober. Warum sich die Migros nach dem Schiffverkehr richten muss, wollte Karl Raggenbass, Leiter des St. Galler Arbeitsinspektorats, nicht sagen. «Es handelt sich um ein laufendes Verfahren. Wir geben keine Auskunft.» Ebenso zurückhaltend zeigten sich auf Anfrage die Stadt Rapperswil-Jona, die Gewerkschaft Unia sowie die Migros. Selbst die Ladenvereinigung und der Verkehrsverein können sich nicht erklären, was die Sonntagsverkäufe mit dem Sommerfahrplan zu tun haben sollen.
Das Hin und Her um die Sonntagsverkäufe hält Rapperswil seit einiger Zeit in Atem. Im Januar wurde den Filialen von drei Geschäften die Zulassung für Sonntagsverkäufe entzogen, was der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) als Erfolg wertete. Die Sonntagsverkäufe seien gemäss Arbeitsgesetz ungerechtfertigt, lautete der Einwand.
Unia erwägt Beschwerde
Dass die Sonntagsarbeit dagegen bei der Migros gestattet bleibt, ist auch Franco Moretta von der Unia-Sektion Rapperswil-Glarus nicht entgangen. Der interne Rechtsdienst der Gewerkschaft prüfe, ob gegen den St. Galler Entscheid Beschwerde erhoben werden könne. «Es ist sehr gut möglich, dass wir uns dagegen zur Wehr setzen», sagt Moretta.
Dem Gewerkschafter ist der Entscheid des Amtes für Wirtschaft schleierhaft. Der Laden gehöre weder zum Bahnhofsareal, noch befinde er sich in einem Fremdenverkehrsgebiet – «dann kann ja jeder kommen». Das letzte Wort sei noch nicht gesprochen, sagt Moretta. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.04.2011, 22:03 Uhr
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2 Kommentare
Wann hören diese Gewerkschaften endlich damit auf, mir die Möglichkeit zur Sonntagsarbeit zu verhindern. Ich will in Rapperswil an Sonntagen im Detailhandel arbeiten. Dafür gibt wegen diesen Relikten aus dem letzten Jahrhundert leider immer noch viel zu wenig Geschäfte, die offen haben dürfen. Antworten
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