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Spital Limmattal setzt Direktor ab

Aktualisiert am 17.09.2010 5 Kommentare

Die Teilprivatisierung des Spitals Limmattal ist gescheitert. Der Verwaltungsrat hat sich vom umstrittenen externen Management getrennt, der interimistische Spitaldirektor Leo Boos wurde abgesetzt.

Bleibt vorerst ganz in öffentlicher Hand: Spital Limmattal in Schlieren.

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Bild: TA

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Die Teilprivatisierung des Spitales Limmattal in Schlieren ist gescheitert: Der Verwaltungsrat hat die Zusammenarbeit mit den externen Spitalmanagern von H Services gestoppt, wie er eine Meldung des Tages-Anzeigers von heute Freitag bestätigt. Das Auftragsverhältnis mit H Services sei mit sofortiger Wirkung aufgelöst worden, schreibt Spitalpräsident Thomas Hächler in einer Mitteilung.

Der interimistische Spitaldirektor Leo Boos, selber Verwaltungsrat bei H Services, wurde per sofort abgesetzt. Das Regionalspital wird bis auf Weiteres von der bisherigen Geschäftsleitung geführt. Interimistische Chefin wird die Pflegedirektorin.

Obwohl man vom eingeschlagenen Weg, also der Auslagerung der Spitalführung an externe Manager, überzeugt sei, wolle der Verwaltungsrat keinen aufreibenden Kraftakt, schreibt Hächler weiter.

Das Spital müsse in der Bevölkerung verankert und von den Verbandsgemeinden und dem Personal getragen werden. Der Verwaltungsrat wolle eine Lösung, die mehrheitsfähig sei und von den Aufsichtsbehörden gestützt werde. Zudem müsse die Verunsicherung beim Personal beendet werden.

Angestellte waren besorgt

Das Spital Limmattal hatte der Firma H Services mit Sitz im zugerischen Baar die Kontrolle über die Finanzen und das Personal sowie die Leitungsfunktionen übertragen. Der geplante Neubau sollte zudem von einem Investor finanziert werden.

Die Angestellten des Regionalspitals äusserten sofort grösste Bedenken und verweigerten den neuen Managern ihr Vertrauen. Auch die Gewerkschaften wurden aktiv. Der VPOD reichte einen Rekurs beim Bezirksrat Dietikon ein, um den Managementvertrag zu stoppen.

Sie befürchtete, dass Interessenskonflikte unvermeidbar seien, wenn das Spital von externen Managern geführt werde. Der Zürcher Regierungsrat hielt das «Modell Limmattal» im Prinzip und «unter gewissen Bedingungen» für möglich.

Die Delegierten der 17 Trägergemeinden hatten der neuen Struktur am 14. Juli in einem Grundsatzentscheid grünes Licht gegeben. Das letzte Wort hätte aber das Volk in den Trägergemeinden gehabt.

«Das Spital war noch nicht reif»

Bei H Services ist man über das Ende der Zusammenarbeit wenig erfreut. Das Spital Limmattal sei noch nicht reif gewesen für eine solch neue Struktur, sagte Michael Dieckmann, Sprecher von H Services, auf Anfrage. Auch der Zürcher Regierungsrat habe die Auslagerung des Managments nur vordergründig geduldet.

Der VPOD äusserte sich am Freitag sehr erfreut über die Nachricht aus Schlieren. «Der Spuk ist vorbei», schreibt die Gewerkschaft in einer Mitteilung. Der gemeinsame Widerstand gegen das unheilvolle Experiment habe sich gelohnt. Jetzt habe das Spital wieder Zukunft. (pak/sda)

Erstellt: 17.09.2010, 09:08 Uhr

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5 Kommentare

Toni Stadelmann

17.09.2010, 10:05 Uhr
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Privatisierung ist ja an und für sich keine schlechte Sache. Wie sie jedoch im Fall des Spitals Limmattal aufgegleist wurde, war schlicht unprofessionell und zwar aus medizinischer, wirtschaftlicher und juristischer Sicht. Also wurde die Reissleine gezogen. So weit, so gut. Nun muss aber die Linke und der VPOD zeigen, wie man es besser machen kann (Kosten, Betriebsabläufe, Neubau, Personal, usw.). Antworten


Meret C. Bertschinger

17.09.2010, 10:41 Uhr
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Man müsste schon meinen, der Staat dürfe bald gar nichts mehr in eigener Verantwortung machen. Wieso sollten private Firmen die besseren Manager einstellen können? Solche Privatisierungen halte ich für Kapitulationserklärungen und das ist weder nötig noch sinnvoll. Staat ist nicht a priori schlecht und ich freue mich, dass diese unselige Geschichte ein solch abpruptes Ende fand. Antworten



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