Zürich
«Stichverletzungen sind zur Regel geworden»
Von Maria Rodriguez. Aktualisiert am 11.01.2010 33 Kommentare
Kein Einzelfall: Ein Student wird im Juli 2009 in Zürich mit einem Messer niedergestochen. (Bild: Dominique Meienberg)
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Samstagabend am Flughafen Zürich: Ein 18-Jähriger wird von einem Unbekannten niedergestochen und schwer verletzt. Freitagabend in Uster: Die Polizei wird alarmiert, weil ein 37-Jähriger in einem Mehrfamilienhaus randaliert. Nach Eintreffen der Polizei zückt der Randalierende ein Metzgermesser und greift einen Polizisten an. Ein weiterer Beamter stoppt den Angriff mit einer gezielten Schussabgabe. Ebenfalls am Freitagabend Ecke Walchebrücke/Museumstrasse: Vor einem Imbiss-Stand zückt ein Mann ein Messer und verletzt einen 21-Jährigen. Der Verwundete bricht zusammen und wird mit der Ambulanz ins Spital gebracht.
Die aktuellen Beispiele sind nur drei der zahlreichen Fälle, die den allgemeinen Trend zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft aufzeigen: «Die Täter sind heute eher bereit Stich- und andere Waffen einzusetzen als früher. Auch die Schwere der Taten nimmt stetig zu. Die Opfer müssen mit grösseren Verletzungen rechnen», erklärt Martin Sorg, Sprecher der Kantonspolizei Zürich. Ein Trend, den auch die Kriminalstatistik der Kantonspolizei Zürich bestätigt: Im Jahr 2008 wurden 91 schwere Delikte gegen Leib und Leben mit einer Stichwaffe verübt. Im Vorjahr waren es 76 Fälle, was einer Zunahme von über 21 Prozent entspricht. Bei der Wahl der Stichwaffen handelt es sich meist um Messer, wie Küchen-, Sack- oder Metzgermesser. Doch werden gemäss Sorg auch Schraubenzieher oder abgebrochene Flaschen eingesetzt.
Für das Jahr 2009 gibt es zwar noch keine Zahlen. Doch dürfte die Zahl der Messerstechereien kaum rückläufig sein. Für die Rettungssanitäter von Schutz und Rettung Zürich gehören Messerstechereien zum Alltag: «Stichverletzungen sind gerade am Wochenende zur Regel geworden», sagt Mediensprecher Erich Maag. Auch die Stadtpolizei Zürich stellt eine Häufung von Messerstechereien in den Ausgehzonen fest: «Viele haben eine Stichwaffe dabei. Bei Personenkontrollen beschlagnahmen wir immer wieder unerlaubte Stichwaffen wie Stell- und Butterfly-Messer oder Dolche», sagt Sprecherin Judith Hödl. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.01.2010, 14:59 Uhr
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33 Kommentare
Es ist einfach verrückt, wie schnell die Leute heute ausrasten. Da wird schon mal einer niedergestochen, weil der etwas komisch geschaut hat oder weil er einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Die Täter werden immer noch mit Samthandschuhen angefasst für sogenannte 'Kleindelikte'. Antworten
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