Street Parade: Zahlensalat bei Schutz und Rettung

Schutz und Rettung korrigierte heute Mittwoch ihre Behandlungsstatistik der Street Parade - anfangs gingen 49 Fälle vergessen. Trotzdem ist die Verwirrung nachher grösser als vorher.

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Die gute Nachricht zu erst: An der diesjährigen Street Parade mussten weniger Personen wegen Alkohol und Drogen behandelt werden als im letzten Jahr. Dies teilte Schutz und Rettung heute Mittwoch mit. Doch wer die Medienmitteilung genau liest und mit jener von vergangenem Sonntag vergleicht, wird stutzig: die Zahlen sagen genau das Gegenteil.

Wenn 204 weniger sind als 155...

Am Sonntag teilte die Rettungsorganisation mit, dass 155 Personen wegen übermässigen Alkohol- und Drogenkonsums behandelt wurden. Gemäss ersten Einschätzungen sei «der Konsum von Alkohol und Drogen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen», so das Communiqué. 2007 mussten 108 Personen wegen Alkohol und Drogen behandelt werden, erfuhren die Journalisten auf Rückfrage. So schimpften die Medien auch, die Street Parade hätte noch immer ein Alkoholproblem.

Heute Mittwoch verbreitete Schutz und Rettung eine «Berichtigung der Behandlungsstatistik». Demgemäss mussten weniger Personen wegen Alkohol- und Drogen behandelt werden als im Vorjahr. Nämlich genau 204. Dies verbreiteten die Nachrichtenagenturen praktisch unverändert weiter.

... und es trotzdem stimmt.

«Im Wesentlichen sind zwei Fehler passiert», erklärt Schutz und Rettung-Sprecher Urs Eberle. Zum einen gingen dieses Jahr 49 Fälle vergessen, die der Notunterkunft freiwillig oder durch die Polizei zugeführt wurden. Zum anderen zählte Schutz und Rettung als Vergleichswert nur die 108 Fälle, die auf einem Sanitätsposten behandelt wurden. Jene 163, die in der Notunterkunft ausnüchterten, wurden nicht dazu gezählt.

So also machen die Zahlen Sinn: 2007 wurden 271 Rauschtrinker gezählt (weshalb Polizeivorsteherin Esther Maurer auch zum Gegenangriff blies), dieses Jahr waren es 204. Und das ist erfreulicherweise eine drastische Abnahme im Vergleich zum Vorjahr, allerdings sind es noch immer 26 mehr als 2006. Die Street Parade ist also trotz allem noch längst nicht trocken. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.08.2008, 18:50 Uhr

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