Zürich
TeleZüri schlägt Schweizer Fernsehen
Von Maurice Thiriet. Aktualisiert am 26.01.2010 20 Kommentare
Markus Gilli und TeleZüri: Ihr Programm kommt an. (Bild: Keystone)
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TeleZüri hat sich im Grossraum Zürich zum Sender mit den treusten Fans am Vorabend gemausert. Der Sender hielt 2009 die Zuschauer in seinem Sendegebiet erstmals länger bei der Stange als das Schweizer Fernsehen (SF). Das zeigt eine Auswertung von Publicadata-Zahlen durch TeleZüri. 2009 sind die Zürcherinnen und Zürcher zwischen 18 und 19 Uhr an 7 Wochentagen während durchschnittlich 19,3 Minuten bei TeleZüri hängen geblieben. SF erreichte im von TeleZüri definierten und von Publicadata ausgewiesenen Grossraum Zürich in der fraglichen Stunde lediglich eine durchschnittliche Sehdauer von 19,1 Minuten.
Markus Gilli, Chefredaktor und Programmleiter von TeleZüri, freut sich darüber, die staatliche Konkurrenz in seinem Stammgebiet um 12 Sekunden geschlagen zu haben. «Die Zuschauer im Millionen-Zürich sehen uns am längsten. Das zeigt, dass unser Programm ankommt», sagt Gilli. Das von Gilli angesprochene «Millionen-Zürich» von TeleZüri umfasst rund 1,4 Millionen Zuschauer und reicht im Norden bis Benken, im Süden bis Oberiberg, im Westen bis Mägenwil und im Osten bis nach Elgg.
SF: Ungerührt
Damit zeigt TeleZüri (das wie der «Tages-Anzeiger» und tagesanzeiger.ch zum Verlagshauses Tamedia gehört), dass es mit seinem lokalen Nachrichtenprogramm am Vorabend – mit «Züri News», «Züri Info» und «Talk Täglich» – die Zuschauer im Grossraum Zürich besser hält als SF mit einer eigenen «Tagesschau» um 18 Uhr, der Quizsendung «5 gegen 5» und dem People-Format «Glanz & Gloria».
SF-Sprecher David Affentranger will die Zahlen zur Sehdauer allerdings nicht kommentieren. «Die Zahlen zur Sehdauer weisen wir nicht aus. Aussagekräftiger sind die Werte des Marktanteils, der durchschnittlichen Zuschauerzahl und allenfalls der Nettoreichweite», sagt Affentranger. In allen diesen Werten liegen sowohl SF 1 als auch SF 2 im fraglichen Gebiet vor TeleZüri, wie auch Gilli in einer Medienmitteilung schreibt.
Tele Top: Ungehalten
Der Ostschweizer Sender Tele Top, der seit Anfang Jahr auch eine Konzession für Zürich hat, schneidet mit einer durchschnittlichen Sehdauer von 3,8 Minuten im Vergleich mit dem nicht mehr konzessionierten TeleZüri schlecht ab. Geschäftsführer Günter Heuberger ist ob Gillis «Zahlenklaubereien und Spitzfindigkeiten» ungehalten. «Er hat exakt die Stunde zwischen 18 und 19 Uhr abends herausgenommen, um SF 1 eins auszuwischen und auch uns zu ärgern», sagt Heuberger. Üblich sei es, einen Sehdauerdurchschnitt über die gesamte Primetime zwischen 18 und 23 Uhr anzugeben. «Da haben wir besser abgeschnitten und kommen im Schnitt auf 6,2 Minuten Sehdauer pro Stunde», sagt Heuberger.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 26.01.2010, 04:00 Uhr
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20 Kommentare
Das Problem mit Gilli ist, dass der Mann nur zwei Interviewstile hat, entweder unterwürfig-anbiedernd, oder aber extrem agressiv-konfrontativ. Als Zuschauer stört mich aber fast noch mehr, dass Gilli seinen Gästen nie zuhört, sondern stur seine vorgefassten Fragen abhakt. So entseht leider nie ein echtes Gespräch und die gelegentlich spannende Aussagen der Gäste gehen jeweils unkommentiert unter. Antworten
Wer behauptet, TeleZüri sei ein SVP Sender, der ist auf dem Holzweg. Man beachte doch, wie der Sozialdemokrat D. Jositsch vom TeleZüri in jeder Hinsicht als Genie aufgebaut worden ist. Ich bin heute soweit, dass ich zum Beispiel bei einem verstopften Klo dem Herrn Jositsch anrufen würde. Er weiss und löst einfach alles, so scheint es zu sein! Sonst bin ich zufrieden mit Herrn Gilli und TeleZüri! Antworten
Solange ein TV -Sender sich selber finanziert sollten andere gesponserte Sender den Schnabel halten. Besonders Heuberger, der sich als besser als TeleZüri verspricht aber bisher nichts geändert hat. TeleTop kommt einem als Hobby TV rüber. Das fängt schon bei der bünzligen Bestuhlung beim "Top" Talk an. Antworten
Gratuliere dem Tele-Züri Team. Es vergeht kein Tag ohne Tele-Züri ausser Freitag. Lifestyle und die dazu gehörende Moderatorin gehören längst abgesetzt. Es wäre Super auch am Freitagabend ein gutes Programm zu sehen. Macht weiter so - ihr seid mit dieser einen Ausnahme wirklich ein Super Team von dem ich mir wünschte noch mehr zu sehen. Antworten
Dass das SF ungerührt ist, erstaunt nicht. Dort rollt der Rubel so oder so, egal wie mies das Programm daher kommt. Nicht von ungefähr hat Bundesrat Leuenberger die Kehrichtabfuhr als Vergleich für die neue Art der Gebührenerhebung hinzugezogen. Leider wird sich in Zukunft bei der geschützten Leutschenbacher Werkstatt auch nicht viel ändern. Antworten
Als Heimwehzürcher im TG sehe ich abwechselnd TeleZüri und TeleTop. Mir fällt auf, dass TeleTop seriöse und interessante Hintergrundberichte liefert die halt eher bieder daherkommen. Tele Züri kommt mir eher boulevardmässig rüber ist aber auch ganz interessant. Genial finde ich den Sonntalk. Noch besser wäre er jeweils ohne SVP-ler (Ausnahme Giezendanner). Gilli regt mich länger je mehr auf. Antworten
Da gebe ich einigen Kommentatoren recht: Das Problem bei Tele Züri ist Gilli. Selbstkritik lässt er nicht zu und er nützt seine lokale Machtposition für politische Seitenhiebe aus. Warum nicht ehrlich sein und gleich den Sender zu SVP-Züri umtaufen? Ahja und zwischen 18 und 19 Uhr sind alle SVP-Wähler noch wach. Also kein Wunder... Antworten
@Peter Wolf: Ich stimme Ihnen absolut zu. Gilli ist sicherlich ein guter Journalist, aber er verliert an Glaubwürdigkeit, wenn er sich mit den Interviewten solidalisiert, insbesondere dann, wenn er kritische Fragen stellt. Ich wage einmal die These, dass er ein Harmonie-Mensch ist, daher kann er Brüche schlecht verdauen, und sucht (immer am Ende) des Gespräches die Harmonie. Antworten
Wenn Hr. Gilli seineTalksendungen weniger zur Selbstdarstellung benutzen würde, dann wäre die Zuschauerquote noch wesentlich höher. Seine z. Teil unqualifizerten Einwände, das Nichtausredenlassen seiner Gäste und das beifallheischende in die Kamera blicken,wirken langsam peinlich. Antworten
Ich würde es begrüssen, wenn Tele-Züri bei der Wahl der eingeladenen Leute auch etwas auf Ausgewogenheit achten würde. Schaut man auf die Statistik der Sonn-Talk Gäste, so ist meist ein SVPler dabei und die Behauptung, dass seinen eben gute Debattierer, ist Geschmackssache. Eine adäquate Vertretung verschiedener Meinungen gehört doch zu gutem Journalismus. Antworten
Glanz und Gloria, 5 gegen 5 und die frühen Nachrichten zu schlagen ist wohl nur ein Ausdruck der Verschlechterung des Angebotes von SF DRS und nicht von der Qualität von Tele Züri. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich Roger Schawinski vermissen werde, aber alles ist besser als Gilli's Anbiederungen. Antworten
Tele Züri ist niveaumässig etwa auf der Höhe vom Blick am Abend. Schade, dass de facto nur noch Boulevard dominiert. Dazu kommen noch Wiederholungen von den Wiederholungen (der erste Frühling- Sommer- Herbst und Wintertag sowie Schlitteln vom Uetliberg). Einzig Talktäglich mag ab und an noch zu überzeugen. Das liegt dann aber an den Gästen nicht an den Moderatoren Antworten
Als Heimweh-Zürcher schaue ich mit die Nachrichten ja immer gerne an. Auch das Talk täglich könnte man noch schauen. Einzig dieser Gilli löscht mir immer total ab. Dieses ewige Fraternisieren mit den Gästen ist eines seriösen Journalisten nicht würdig. Antworten
Das Vorabendprogramm von SF (Glanz und Gloria) ist ja auch keine Konkurrenz. Was soll man denn sonst schauen. Die Beiträge von Tele Züri dürften aber gerne mehr Hintergrund und lokales beinhalten. Es ist schade dass das Niveau dermassen tief ist. (Autounfälle im Glarnerland, Hundebisse im Jura, etc.) Sehr schade, da liege mehr drin. Auch mit wenig Budget, siehe Schweiz Aktuell auf SF! Antworten




Remo Barny
Nun, Tele Züri ist teilweise bestimmt so erfolgreich wegen den regionalen News. Aber wenn ich Tele Z und SFdrs vergeliche, ist das doch wie wenn ich 20min und den Tagesanzeiger auf eine Stufe stelle. Die SFdrs sendungen sind einfach immer auf einem ganz anderen Niveau, natürlich auch wegen den grösseren finanziellen Möglichkeiten. Aber Tele Züri ist doch einfach nur oberflächlich und polemisch! Antworten