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TeleZüri-VJ reiste ans Meer – ohne Geld

TV-Reporter Roman Wasik hatte keine Ferien – also erfand er eine Sommerserie, die ihn nach Südfrankreich führte. Nicht einmal die Bedingung, dass es nichts kosten dürfe, schreckte Wasik ab.

Video: PD

«Fast nur positive Erfahrungen gemacht»: Roman Wasik.

Die Serie im TV

Roman Wasiks Abenteuer zwischen Zürich und Südfrankreich sind ab dem 19. Juli jeden Tag auf TeleZüri zu sehen. Die Folgen werden jeweils um 18.20 Uhr ausgestrahlt.

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Herr Wasik, Sie haben es innerhalb von fünf Tagen von Zürich bis an die Côte d'Azur geschafft, und das ohne einen Rappen. Warum tun Sie sich das an?
Es ist heiss und Sommer – und ich habe keine Ferien. Als mir das bewusst wurde, habe ich an einer Redaktionssitzung vorgeschlagen, eine Sommerserie am Meer zu drehen. Mein Chef meinte dann, dass wir das schon machen könnten, dass es aber nichts kosten dürfe. TeleZüri ist schliesslich nicht das Schweizer Fernsehen.

Also sind Sie losgezogen. Und haben das Portemonnaie wirklich daheim gelassen?
Als ich ennet der französischen Grenze zum ersten Mal bei einem Bauernhof angeklopft habe, um nach etwas zu essen zu fragen, war die Antwort entmutigend: «Vous êtes fou! Ici en France, c'est pas possible.» Zum Glück hatte dieser Bauer nicht recht. Ich habs wirklich ohne Geld bis an die Côte d'Azur geschafft.
Naja, wenn ich in eine wirkliche Notsituation geraten wäre, hätte ich natürlich auf einen Kredit meines VJ-Kollegen Michael Lerch zählen können, der mich mit der Kamera begleitet hat. Er hat meine Erlebnisse dokumentiert.

Menschen verhalten sich anders, wenn sie von einer Kamera wissen. Inwiefern hat der Dreh Ihre Reise verfälscht?
Schwer zu sagen. Bestimmt, eine Kamera erleichtert gewisse Dinge und öffnet ein paar Türen. Wir haben aber auch mit versteckter Kamera gedreht, und dann waren die Reaktionen der Leute ganz bestimmt authentisch. Als ich etwa in Digne-les-Bains bei einem Pouletstand nach etwas zu essen gefragt habe, wurde ich eiskalt abgewiesen.

Sie sind der Verlockung des Geldausgebens nie erlegen?
Fast nie, nur einmal: In Trézanne wollte ich eigentlich in einem Heustock übernachten, den mir eine Bäuerin angeboten hat. Mit der Zeit fiel die Temperatur aber unter Null, ich hätte unmöglich schlafen können. Ich habe dann zähneklappernd beim Kameramann angeklopft, der ein warmes Zimmer hatte.

Sind Sie schon öfter per Autostopp gereist?
Ja, aber nie über grössere Distanzen. Es braucht natürlich eine gewisse Geduld, bis man eine Person findet, die in die passende Richtung fährt. Bei der Raststätte Würenlos habe ich eine Stunde auf eine Mitfahrgelegenheit gewartet, in Bern Grauholz sogar zwei. Dann aber hat ein ostdeutscher LKW-Fahrer, der eine Ladung Fisch nach Lausanne transportieren musste, angehalten. Für den Chauffeur war das eine willkommene Abwechslung. Er hat zu Beginn nicht einmal gefragt, warum ich unterwegs bin.

Nie Angst gehabt?
Ich habe eigentlich fast nur positive Erfahrungen gemacht. Wenn man ein bisschen seriös gekleidet ist, dann kommt man immer irgendwie vorwärts. Und selbst jene Autofahrer, die mich nicht mitgenommen haben, mussten lachen, als sie mein Schild erblickten. Darauf stand «A la mer».

Was war das Eindrücklichste, was Sie auf Ihrer Reise erlebt haben?
Eigentlich war das Meer das Ziel. Irgendwann wurde immer mehr der Weg selbst zum Ziel. Wenn man ohne Geld unterwegs ist, lernt man unglaublich viele Leute kennen. Geblieben sind mir etwa die Zirkusleute in St. André. Ich habe an einen Wohnwagen geklopft und nach Arbeit gefragt. Der Job war hart, aber es war lustig. Nach der Vorstellung sass ich ganz selbstverständlich mit am Tisch. Von dem, was die Artisten mit ihrer Aufführung verdient haben, konnten sie genau das Essen bezahlen. Die gaben sich mit wenig zufrieden, standen aber voller Leidenschaft in der Manege.

Werden Sie das nächste Mal wieder per Autostopp verreisen?
Dann nehme ich das Flugzeug und buche ein teures Hotel... (lacht) Nein, ich war schon wieder weg. Mit meinem Bruder und einem Freund haben wir einen Roadtrip nach Elba unternommen. Meist haben wir in Gasthöfen übernachtet. Und beim Essen habe ich auf dieser Reise voll zugeschlagen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.07.2010, 12:29 Uhr

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8 Kommentare

Roman Meier

05.08.2010, 15:55 Uhr
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Was für ein wohltuender Unterschied zum Reise-Geklotze von SF DRS. Dort spielt Geld offenbar keine Rolle. Man hat ja uns Gebührenzahler, die man melken kann. Antworten


Silvia Neuenschwander

29.07.2010, 07:28 Uhr
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Hallo, ich fand die Beiträge und die Video's ( 20 Minuten) interessant. Nach dem Zirkus Erlebnis, dem letzten Beitrag wartete ich voller Neugier wie es geendet hat. Leider war es dann fertig. Ich finde es schade, dass es keinen letzten Kommentar zu diesem Abenteuer gegeben hat. Für mich sieht es so unfertig aus. Könnte man dies an die Autoren weiterleiten? Gruss Silvia Antworten


Toni Huber

26.07.2010, 16:09 Uhr
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@Alois Amrein: 1. War das eine andere Zeit, mit der heutigen überhaupt nicht vergleichbar, 2. Gibt es auf einer solchen Reise andere Sachen die viel mehr zählen als die Geschwindigkeit, 3. Gratuliere ich ihnen zu ihrer unübertroffenen Leistung Antworten


Werner Meier

26.07.2010, 15:18 Uhr
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Melken mit Hut: Das sieht nicht cool, sondern einfach nur doof aus. Antworten


Alois Amrein

25.07.2010, 23:11 Uhr
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Wir schafften es früher als 16-Jährige mit Autostopp in 2 Tagen von Luzern bis Kopenhagen und in einem Tag von Amsterdam bis Luzern. Reisebudget für 2 Wochen Abenteuerferien Fr. 50.--. Das war anno 1967. Dagegen sieht die Leistung von Roman Wasik bescheiden aus, brauchte er doch volle 5 Tage bis an die Côte d'Azur, kaum 700 km entfernt. Antworten


Mario Tuena

17.07.2010, 17:13 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Tausende von Deutschen Urlaubern fahren in gemieteten Campern in die Schweiz, den Laderaum voll mit Lebensmitteln und Getränken aus deutschen Billigmärkten In der Schweiz meiden sie die Campingplätze und stellen ihr Fahrzeug irgendwo in der Natur ab. Von hier aus nutzen sie die touristische Infrastruktur, ohne einen Cent auszugeben. Zurück lassen sie nur die Abfälle. Antworten


andreas helbling

17.07.2010, 15:10 Uhr
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@ Roman Wasik, gratulation für diese ermutigende reiseidee, wer weiss vielleicht entwickelt sich daraus ja eine vorlage für alle daheimgebliebenen mutlosen denen seit langem schon langweilig ist und wagen wieder mal etwas mit überraschungspotential! Antworten


Thomas Müller

17.07.2010, 14:14 Uhr
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Wir sind früher einige Mal per Autostopp in die Ferien. Hab ich fast vergessen. Wer weiss, vielleicht werde ich das wieder mal machen... Antworten



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