Über 1600 Unterschriften gegen Sterbehaus gesammelt

In Wetzikon haben am Mittwoch 1650 Einwohner mit Unterschriften ihren Widerstand gegen die geplanten Sterbebegleitungen des Vereins Dignitas zementiert.

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Die Unterschriften für die Petition «Kein Sterbehaus in Kinder- und Wohnquartier» in Wetzikon wurden innerhalb von drei Wochen gesammelt und am Mittwoch dem Wetziker Gemeindepräsidenten übergeben. In der Petition wird der Gemeinderat aufgefordert, alles zu unternehmen, um die Aufnahme von Freitodbegleitungen durch den umstrittenen Verein Dignitas zu verhindern, wie es in einer Mitteilung heisst.

Bereits die Wetziker Kirchen hatten Mitte September eine Petition mit 1173 Unterschriften gegen Dignitas übergeben. Jetzt liege ein weiteres starkes Zeichen aus der Bevölkerung gegen den Zuzug von Dignitas vor, schreiben die Anwohner in ihrer Mitteilung.

Nicht gegen Beihilfe zum Suizid

Die Initiaten betonen jedoch im Gegensatz zu den Kirchen, dass die Petition keinesfalls als Bekenntnis für oder gegen die Beihilfe zum Suizid zu verstehen sei. Man störe sich einzig am vorgesehenen Standort und befürchte eine Reduktion der Lebensqualität.

Das von Ludwig A. Minellis Organisation erworbene Haus ist umgeben von einem Kindergarten, diversen Schulen, einer Kinderkrippe sowie einer Alterssiedlung. Die Primarschule Wetzikon hielt fest, dass Kinder den Tod zwar als Bestandteil des Lebens erfahren sollten, nicht aber als kommerzielle Dienstleistung.

Baurekurskommission stützt Gemeinde

Wetzikon wehrte sich von Anfang an gegen Dignitas. So entschied die Baukommission bereits Ende August, dass die geplante Nutzungsänderung bewilligungspflichtig sei und verfügte ein Nutzungsverbot für die betroffene Liegenschaft.

Dagegen wehrte sich Minelli bei der Baurekurskommission - erfolglos. «Wir haben in einem Zwischenentscheid das Vorgehen der Gemeinde bestätigt», sagte Ulrich Erb, Chef der Baurekurskommission, auf Anfrage der SDA. «Auch wir verlangen vom Verein Dignitas ein Baugesuch.»

Der Wetziker Gemeindesprecher Marcel Peter ist zuversichtlich, dass die Gemeinde sich erfolgreich gegen Dignitas durchsetzen werde, «auch wenn Herr Minelli bereits angekündigt hat, dass er den Fall ans Verwaltungsgericht weiterziehen wird.»

Bis Juni 2009 in Schwerzenbach

Bis Juni 2009 darf Dignitas das Sterbe-Geschäft noch legal in den Räumen der Ifang Areal AG im Industriegebiet von Schwerzenbach ZH betreiben. Zunächst hatte die Firma der Freitod- Organisation gekündigt, weil diese Sterbebegleitungen mit Helium durchgeführt hatte.

Minelli focht diese Kündigung an und forderte eine Mieterstreckung um zwei Jahre. Die Räume in Schwerzenbach hatte Dignitas am 1. Oktober 2007 bezogen. Schliesslich einigten sich die beiden Parteien vor der Schlichtungsbehörde Uster ZH in einem Vergleich. (ep/sda)

Erstellt: 01.10.2008, 16:34 Uhr

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