Uetliberg-Wirt muss Imbissstand abbrechen

Dem Imbissstand auf Uto Kulm droht das Aus: Der Heimatschutz hat gegen die Bewilligung rekurriert und Recht erhalten. Kulm-Hotelier Giusep Fry hat 60 Tage Zeit für den Abriss.

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Der Heimatschutz feiert einen ersten Erfolg gegen widerrechtlich erstellte Bauten auf dem Uetliberg: Die Baurekurskommission II des Kantons hat seinen Rekurs gegen eine provisorische Bewilligung für den Imbissstand unter dem Aussichtsturm gutgeheissen. Die Kommission befiehlt nun dem Uto-Kulm-Hotelier Giusep Fry, den massiven Stand innerhalb der nächsten zwei Monate abzubrechen. Dies sei dem «in Bausachen auf dem Uto Kulm erfahrenen» Eigentümer der Anlage «ohne weiteres möglich». Allerdings bleibt für Fry noch eine Tür offen: Er kann den Beschluss der Kommission vor dem Verwaltungsgericht des Kantons anfechten. In diesem Fall könnte er den Kiosk stehen lassen, bis das Gericht entschieden hat. Weder Fry noch sein Architekt Thomas Wyss waren gestern für eine Stellungnahme zu erreichen. Sein Anwalt Beat Truniger wollte sich nicht äussern.

Kiosk ohne Baubewilligung gebaut

An dem Imbissstand erhalten Wanderer, die nicht im Restaurant auf dem Uetliberggipfel einkehren wollen, einfache Speisen und Getränke. Giusep Fry hatte diesen Kiosk – den vergrösserten Nachfolger eines Verkaufsstandes – im April vor einem Jahr ohne die notwendige Baubewilligung gebaut. Nachträglich verweigerte die Zürcher Baudirektion für den Bau eine Ausnahmebewilligung. Gleichzeitig entschieden die Baudirektion und die Bau- und Planungskommission der Standortgemeinde Stallikon aber, Fry dürfe den Imbissstand stehen lassen, bis ein Richt- und ein neuer Gestaltungsplan für den Uetliberggipfel erlassen seien. In einem Entwurf des neuen Gestaltungsplans der Baudirektion ist der Kiosk vorgesehen.

Für die Baurekurskommission II mit ihren vier Mitgliedern aus FDP, SVP, SP und EVP ist diese provisorische Bewilligung klar «rechtswidrig», und das Vorgehen von Baudirektion und Stalliker Baubehörde sei «unhaltbar». Die Kommission begründet das mit den zahlreichen kontroversen Eingaben zur Richtplanänderung und zum Gestaltungsplan. Sie erachtet es als unwahrscheinlich, dass das Planungsverfahren dazu führt, dass der Imbissstand quasi im Nachhinein bewilligungsfähig wird: «Denn im Kantonsparlament dürften die Ansichten über den Umgang mit den nicht bewilligten Bautätigkeiten und Nutzungen auf dem Uto Kulm auseinandergehen und politisch kontrovers diskutiert werden.» Auch der Gestaltungsplan kann gerichtlich angefochten werden.

Nicht gegen durstige Wanderer

Kantonsplaner Christian Gabathuler bedauert den Entscheid der Rekurskommission: Schliesslich sei die Richtplanänderung auf bestem Weg. Die Regierung soll bis Ende Jahr darüber entscheiden, dann kommt das Geschäft in den Kantonsrat. Ein Erfolg ist der Entscheid für den Verein Pro Uetliberg. Er stand hinter dem Rekurs des Heimatschutzes, ist selber aber nicht rekursberechtigt. Seine Präsidentin Margrith Gysel betont, dass der Rekurs nicht gegen hungrige und durstige Wanderer gerichtet sei: Ihrer Meinung nach wäre ein attraktiver Imbissstand auch im Rahmen der bestehenden Bewilligungen möglich. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.08.2008, 08:49 Uhr

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