Unispital braucht dringend 100'000 Quadratmeter mehr

Aktualisiert am 28.09.2009 4 Kommentare

Das Universitätsspital Zürich platzt aus allen Nähten. Ohne grundlegende bauliche Erneuerung büsst es seine Wettbewerbsfähigkeit ein.

Auf total 56 Gebäude verteilt: Unispital in Zürich.

TA

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Eine Analyse hat ergeben, dass das Spital ohne grundlegende bauliche Erneuerung seine Wettbewerbsfähigkeit einbüsst. Favorisiert werden ein Neubau am gegenwärtigen Standort oder aber in Zürich-Stettbach.

Das USZ sieht sich mit einer Reihe von Problemen konfrontiert: Die Bausubstanz ist veraltet, die verfügbare Nutzfläche von 337'000 Quadratmetern am heutigen Standort im Universitätsquartier um rund 100'000 Quadratmeter zu klein.

Auf über 50 Gebäude verteilt

Das Spital ist auf ganze 56 Gebäude verteilt. All das führt zu überhöhten Betriebskosten und einem entsprechenden Wettbewerbsnachteil, wie Rita Ziegler, Vorsitzende der Spitaldirektion, am Montag vor den Medien sagte.

Gemäss einer vom USZ in den vergangenen Monaten durchgeführten Analyse sind zwei Drittel der bestehenden Flächen sanierungs- und ersatzbedürftig. Um den gesetzlichen Auftrag auch in Zukunft zu erfüllen und die medizinische Entwicklung sicherzustellen, sei ein Neubau zwingend.

Platzmangel besteht laut Ziegler «in allen Bereichen». Raumreserven am heutigen Standort habe man aber keine mehr. «Wir können uns sozusagen nicht mehr bewegen», beklagte die Spitaldirektorin. Mit regelmässigen, teuren Sanierungen könnten die bestehenden Probleme nicht mehr gelöst werden.

Nach Ansicht von Ziegler trägt der bestehende kantonale Richtplan den Wachstumsbedürfnissen von USZ und Universität zu wenig Rechnung. Dem USZ werde viel zu wenig Platz eingeräumt. Insgesamt benötige das USZ aber etwa 140'000 Quadratmeter. Dies entspreche ungefähr der doppelten Grösse des Zürcher Kasernenareals, so Ziegler.

Zwingende Entwicklungsstrategie

Angesichts des grossen Nachholbedarfs erachtet die Spitalleitung eine Entwicklungsstrategie als zwingend. In den vergangenen Monaten prüfte das USZ acht Szenarien am heutigen Standort sowie vier mögliche Alternativstandorte in Zürich-Altstetten, auf dem Hönggerberg, dem Flugplatz Dübendorf und in Zürich-Stettbach.

Bevorzugt werden zwei Szenarien: Ein Neubau am bestehenden Ort sowie die Verlegung des USZ nach Zürich-Stettbach. Für ersteren wird mit Investitionskosten in der Höhe von 2,6 Milliarden Franken gerechnet, in Stettbach, wo man unbebautes Land ins Auge fasste, entstünden Kosten von gegen 3,0 Milliarden.

Verbliebe das USZ am heutigen Ort, so müsste es «neu gebaut werden», sagte Ziegler. Das wäre allerdings nicht ganz einfach, denn gut die Hälfte der heutigen Fläche steht unter Denkmalschutz. «Wir befinden uns in einem heiklen Quartier», betonte auch der Präsident des Spitalrates, Peter Hasler.

Ein Wegzug des USZ hätte dagegen den Vorteil, dass die Spitalbauten künftig für die weitere Entwicklung der Universität genutzt werden könnten, hielt Ziegler fest. Für das Areal in Zürich-Stettbach würde die gute Verkehrsanbindung sprechen - der S-Bahnhof befindet sich nämlich in nächster Umgebung.

Koordinierte Entwicklungsplanung

Der Ball liegt jetzt beim Regierungsrat, dem die Vorschläge vor rund zwei Wochen vorgelegt wurden. Zwischenzeitlich hat dieser entschieden, die Entwicklung von USZ und Universität koordiniert zu planen. Er hat darum die Gesundheitsdirektion, die Bildungsdirektion und die Baudirektion beauftragt, bis Mitte Dezember 2009 einen Projektauftrag zu erarbeiten.

Im Rahmen dieses Projektes soll untersucht werden, ob die Raumbedürfnisse der beiden Institutionen im Hochschulquartier sichergestellt werden können oder ob allenfalls Verlagerungen nötig werden. Wie Hasler sagte, rechnet das USZ bis Ende 2010 mit einem Grundsatzentscheid der Regierung. «Ich hoffe», ergänzte er, «dass der Spatenstich im Jahr 2015 erfolgt.»

Das USZ mit seinen 42 Kliniken und Instituten ist eines der bedeutendsten Spitäler der Schweiz. Es beschäftigt rund 6100 Mitarbeitende. Oberstes Führungsorgan ist seit Januar 2007 der Spitalrat. Die operative Leitung untersteht einer siebenköpfigen Spitaldirektion. (ep/sda)

Erstellt: 28.09.2009, 15:36 Uhr

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4 Kommentare

Walter Kunz

28.09.2009, 16:31 Uhr
Melden

@Alfred Erny. Ganz ihrer Meinung. Antworten


Alfred Erny

28.09.2009, 15:54 Uhr
Melden

Es ist ja schon merkwürdig: Die vollständig eingerichteten Landspitäler werden alle geschlossen oder mindestens für teures Geld zusammengelegt, weil es zu viele Spitalplätze gibt. Das alles geschieht natürlich, um die Prämienexplosion der Krankenkassen zu stoppen. Jetzt soll aber aus Wettbewerbsgründen das USZ um klitzekleine 100000 m2 vergrössert werden! Warum denn? Antworten



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