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«Unternehmer und Banker meinen oft, sich weniger an Grenzen halten zu müssen»

Interview: Mirko Plüss. Aktualisiert am 29.11.2011 37 Kommentare

Die Verkehrstherapeutin Katharina Arcon nennt drei Typen von reichen Rasern und schlägt schärfere Strafmassnahmen vor.

Rasen als Ventil für Frustrationen: Ein ausgebrannter Porsche liegt nach einem Selbstunfall an der Bederstrasse in Zürich.

Rasen als Ventil für Frustrationen: Ein ausgebrannter Porsche liegt nach einem Selbstunfall an der Bederstrasse in Zürich.
Bild: Keystone

Katharina Arcon ist Fachpsychologin für Psychotherapie FSP. (Bild: zvg)

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Frau Arcon, was sind das für Personen, welche trotz gutem Gehalt und hoher gesellschaftlicher Anerkennung zu Rasern werden?
Es gibt drei Typen von gutsituierten Rasern: Zum einen gibt es die Prominenten, oftmals Fussballer, die durch ihren neu erworbenen Ruhm überfordert sind und deshalb aufs Gas drücken. Seltener sind es Gutverdienende, die ihr Leben sehr souverän meistern aber mit einem Trauma aus der Kindheit nicht klarkommen. Und dann gibt es noch jene mit richtig viel Geld: Banker oder Unternehmer.

Weshalb rasen Banker und Unternehmer?
Unternehmer und Banker meinen oft, sich weniger an Grenzen halten zu müssen als andere. Auslöser sind oft Kleinigkeiten. Ein Streit mit der Frau zum Beispiel oder Stress bei der Arbeit. Sehr oft kommen dann noch Alkohol- oder andere Drogenprobleme ins Spiel. Das Rasen funktioniert dann als Ventil für diese Frustrationen.

Hat man die Besserverdienenden als Raser in der Prävention zu lange vergessen?
Das ist eine politische Angelegenheit. Klar ist, dass wer mehr Macht hat, mehr steuern kann.

Wie sehen mögliche Strafmassnahmen für diese Raser aus?
Bussen haben kein geeignetes Abschreckungspotential für diese Art von Rasern. Viel mehr fällt da die Dauer des Ausweisentzugs ins Gewicht. Je länger der Entzug dauert, um so weniger kann er verheimlicht werden und um so einschneidender sind die Auswirkungen im Alltag. Ein Ausweisentzug gilt schon längst nicht mehr als Kavaliersdelikt. In den allermeisten Fällen bringen aber die Verkehrstherapien den gewünschten Erfolg.

Diese Therapien bewähren sich?
Der Erfolg der Therapien ist sehr gross. Die meisten der gutverdienenden Raser sehen ihre Fehler ein und werden nicht zu Wiederholungstätern. Ausser natürlich, die Drogenprobleme sind wirklich sehr massiv.

Und bei den konventionellen Rasern ist dies anders?
Diese haben zu Beginn Mühe, die Tragweite ihrer Tat einzusehen. Oft wollen sie einfach weitere Strafen verhindern und halten sich deswegen künftig an die Verkehrsregeln. Aber Einsicht braucht viel Zeit.

Sehen die Therapien für gutverdienende Raser grundsätzlich anders aus?
Die Einsicht in die Hintergründe ist bei ihnen womöglich schneller da, weil vermögendere Personen oft über eine bessere Bildung verfügen. Aber das Vorgehen der Therapie zielt bei allen auf Verstehen ab und nicht auf Gehorsam. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.11.2011, 14:51 Uhr

37

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37 Kommentare

Hans Schmid

28.11.2011, 16:55 Uhr
Melden 89 Empfehlung

Die Schweiz hat heute schon eine sehr strenge Entzugspraxis, vielleicht sogar die strengste weltweit. Es braucht nicht strengere Strafen sondern gezielte Kontrollen - und zwar auf gefährlichen Strecken und an Unfallschwerpunkten und nicht dort wo die Kasse am häufigsten klingelt. Antworten


Beat Ritz

28.11.2011, 16:31 Uhr
Melden 87 Empfehlung

Sorry, aber diese übersimplen Schubladisierungen von Tätern sind einfach peinlich (bin kein Banker und auch nicht besonders reich). Antworten



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