Zürich
Urs Egger verliert seinen Job bei Swisscontact
Von Stefan Häne. Aktualisiert am 26.07.2011 3 Kommentare
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Urs Egger hat Ende Juni seinen Schreibtisch geräumt – nach 16 Jahren als Geschäftsführer bei Swisscontact, der Schweizerischen Stiftung für technische Entwicklungszusammenarbeit mit Sitz in Zürich. Der FDP-Politiker sprach bislang von internen Differenzen zwischen ihm und dem Stiftungsausschuss, ohne diese zu konkretisieren. Auch gegenüber dem TA sagte Egger, es sei «nicht so klar, wo das Problem liegt».
Klartext spricht hingegen der Stiftungsausschuss: «Wir sind der Ansicht, dass wir frischen Wind brauchen», sagt Präsident Peter Grüschow. Egger war laut Grüschow zuletzt «zu wenig Motivator» für die rund 550 Mitarbeitenden. Vom Nachfolger, der derzeit gesucht wird, erwartet Grüschow denn auch neue Impulse. Egger weist den Vorwurf von sich. Der Stiftungsausschuss habe die Geschäftsleitung noch im vergangenen Herbst klar bestätigt – und damit auch ihn. Egger: «Die Mehrheit der Mitarbeitenden hatte sicher nicht das Gefühl, ich könne sie nicht motivieren.»
Überprüfen liess sich diese Aussage gestern nicht. Die Belegschaft wurde von der Trennung aber zumindest überrascht, wie Florian Meister, Geschäftsführer ad interim, sagt. Er schätzte Egger als guten Arbeitskollegen. Als einzige Schwäche nennt er die interne Kommunikation.
Egger kritisiert Präsidenten
Zum Verhängnis wurde Egger auch sein Mandat als Politiker: Seit 2006 ist er Gemeinderat, zwischen 2004 und 2010 präsidierte er die Stadtzürcher FDP. Vergangenes Jahr scheiterte er beim Versuch, in den Stadtrat einzuziehen. Egger betont, der Stiftungsausschuss habe den Wahlkampf mit einem Sabbatical für den FDP-Politiker unterstützt.
Angeeckt ist Egger laut einem Insider, weil er als Teil der bürgerlichen Sparallianz die Stadt im Winter zum Sparen gezwungen hatte. Davon betroffen war Swisscontact, die von der Stadt einige Zehntausend Franken pro Jahr erhält. Stiftungsratspräsident Grüschow wirft Egger vor, «die Prioritäten falsch erkannt zu haben». Man müsse sich entscheiden, was wichtiger sei: Politik oder Swisscontact. Egger weist diese Kritik zurück: «Dieser Punkt wurde bei den Trennungsgesprächen nie angesprochen und ist nicht zu belegen.»
Egger wird sich nun neu orientieren, wie er sagt. Den Lohn erhält er noch bis Ende Jahr ausbezahlt. Der Vertrag wurde in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst. Aus seiner Enttäuschung macht Urs Egger keinen Hehl: Er habe sich stets voll für die Organisation eingesetzt, was mehrere Stiftungsräte bestätigen würden. Dies im Gegensatz zu Grüschow, «dem es nie gelungen war, namhafte Sponsoren an Bord zu holen». Grüschow möchte dies nicht kommentieren. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.07.2011, 07:21 Uhr
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3 Kommentare
Wichtig ist nicht nur der Rauswurf dieses Funktionärs. Noch wichtiger wäre, endlich die Mittel für diese ineffiziente Stiftung zu streichen, die der Steuerzahler - auch - aufbringt. Die Effizienz der Stiftung ist nicht überprüfbar. Die Kosten und der Ertrag stehen wie üblich in keinem Verhältnis. Die Stiftung dient vor allem dem Stiftungsrat und den dort Beschäftigten. Antworten
Wer die engen Verbindungen der FDP Stadträte Vollenwyder und Türler zu Siemens Schweiz (siehe Deal um Siemens Albis Areal), deren CEO Herr Grüschow war, muss sich sehr bemühen, nicht eine FDP Magistraten Strafaktion für das verantwortungsvolle Handeln Eggers und seiner Partei rund ums Zürcher Budget zu vermuten.... Antworten
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