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Verfolgt und verprügelt: «Nur den Dialog gesucht»

Von Stefan Hohler. Aktualisiert am 19.01.2012 54 Kommentare

Das Kreisgericht Toggenburg hat drei junge Kosovaren verurteilt, die einen Lenker auf der A 1 bedrängt, verfolgt und ihn zu Hause zusammengeschlagen hatten.

Verurteilte drei gewalttätige Kosovaren: Kreisgericht Toggenburg. (Bild: gerichte.sg.ch)

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Eine siebenköpfige Gruppe von damals 17- bis 21-jährigen Männern aus Zürich und Kloten war Ende Juni 2009 mit einem BMW und einem Ford auf der Autobahn A 1 unterwegs, um am Rheinfall die Lehrabschlussprüfung eines Mitgliedes zu feiern. Doch statt einer gemütlichen Party artete der Abend aus.

Auf Höhe Kemptthal fuhr ein Mercedes auf der Überholspur mit 120 bis 125 Stundenkilometern. Da er trotz Lichtzeichen, Hupen und nahem Aufschliessen durch den BMW-Fahrer die Spur nicht wechselte, wurde er von den beiden jugendlichen Lenkern in der Folge über eine Strecke von mehreren Kilometern schikaniert, ausgebremst und verfolgt.

«Nur den Dialog gesucht»

Der 51-jährige Schweizer filmte während der Fahrt den BMW mit Kamera und Handy, worauf es zu einer wilden Verfolgungsfahrt bis zu seiner Wohnung in Bazenheid SG im Toggenburg kam. In der Tiefgarage gingen die Kosovaren auf den Mercedes-Fahrer los, verprügelten ihn und nahmen ihm Handy und Kamera ab.

Gestern hat das Kreisgericht Toggenburg die Urteile gegen die Kosovaren aus Kloten und Zürich verkündet. Drei erhielten Freiheitsstrafen, ein Vierter wurde freigesprochen. Drei zum Zeitpunkt noch Minderjährige waren früher im Kanton Zürich verurteilt worden. Das Gericht glaubte den Beschuldigten nicht, dass sie «nur den Dialog» mit dem Mercedes-Fahrer gesucht hätten, wie einer der Verurteilten am Prozess Anfang Dezember gesagt hatte.

Staatsanwalt prüft Weiterzug des Urteils

Das höchste Strafmass erhielt der BMW-Fahrer, der eine 26-monatige Freiheitsstrafe absitzen muss. Der bedingte Vollzug wurde dem vorbestraften KV-Absolventen verweigert, seine Zukunftsprognosen seien schlecht. Er sei der Initiant des Angriffes gewesen, sagte der Vorsitzende. 24 Monate erhielt der Lenker des Fords; zehn Monate davon muss er absitzen. Der Automobilfachmann habe sich an der Verfolgungsjagd beteiligt und sei auch in der Tiefgarage gewesen. Dass er an der Schlägerei nicht teilnahm, sei lediglich dem Umstand zu verdanken, dass er zu spät gekommen sei.

Sein Bruder, der als Beifahrer im BMW sass, erhielt eine bedingte Freiheitsstrafe von 21 Monaten. Dem Detailhandelsfachmann wurde der bedingte Vollzug gewährt. Er ist noch nicht vorbestraft, und seine Prognosen seien gut. Ein weiterer Beifahrer, der nicht in der Tiefgarage dabei war und dem die Vorbereitungshandlungen zur Verfolgungsjagd per Handy nicht nachgewiesen werden konnten, wurde freigesprochen.

Neben den Freiheitsstrafen müssen die Verurteilten auch die Kosten der Untersuchung bezahlen: jeder 10'000 Franken. Der Staatsanwalt, der für die vier Beschuldigten Freiheitsstrafen zwischen einem und viereinhalb Jahren gefordert hatte, überlegt sich einen Weiterzug.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.01.2012, 07:40 Uhr

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54 Kommentare

Toni Bünzli

19.01.2012, 08:45 Uhr
Melden 86 Empfehlung

In anderen ländern, wie bspw neu seeland, dürfen solche typen innerhalb von 24h das land verlassen, alle besitztümer die nicht getragen werden können bleiben zurück... Fair enough i guess! Antworten


Michi Meili

19.01.2012, 08:57 Uhr
Melden 86 Empfehlung

Immer diese Zufälle: BMW, Kosovaren, Gewalt.
Zum Glück mal wieder nur ein einzelfall.
Antworten



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