Verschrottet statt begraben
Von Beat Metzler. Aktualisiert am 18.10.2011 68 Kommentare
Sommer 2010: Werbung für die Kunstaktion «Bury the Jumbo» auf der Saffa-Insel. (Bild: zvg)
Alte Jumbos gibts für 70 000 Dollar
Burythejumbo.com wurde 2008 von drei Zürchern gegründet. Ihr Ziel: einen echten Jumbo zu begraben, die Heckflosse allein soll am Schluss noch über die Erde ragen. Der Nachbau einer solchen diente deshalb als Symbol des Projekts. Seit drei Jahren tourt der Verein durch die Schweiz und Europas Hauptstädte, um für die Aktion zu werben. Mit dabei sind Zürcher Künstler wie Patrick Graf, lokale und internationale Musiker wie Jasmin O’Meara, Bassistin von Zoot Woman. Das Projekt finanziert sich über Spenden. Jeder, der sich daran beteiligt, erhält ein Mitspracherecht über künftige Aktionen.
«‹Bury the Jumbo› soll zeigen, dass das Unmöglichste möglich ist, den Menschen ihre jugendliche Euphorie zurückzugeben», sagt Präsident Otmar Trost. Weiter fördere man Künstler, die nicht in den Zürcher Kunstmarkt eingebunden seien, indem man ihnen ermögliche, sich einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen.
«Mediales Grossereignis»
Trost glaubt an die Machbarkeit des Projekts. «Für Sponsoren wird es hochinteressant. Das eigentliche Begräbnis wäre ein mediales Grossereignis.» Er hat bereits Kontakt mit Händlern von ausgemusterten Jumbos aufgenommen. In Thailand bekomme man einen solchen für 70 000 Dollar, allerdings nicht mehr flugtauglich. Eine noch funktionierende Boeing koste deutlich mehr. «Dafür könnte man eine Abschlusstournee um die ganze Welt fliegen.»
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Man begrüsst und fördert sie, Zürichs Kunst im öffentlichen Raum – zumindest, wenn die Stadt den Segen dazu gibt. Ansonsten wird sie abgerissen und verschrottet, wie die nachgebaute Heckflosse einer Boeing 747.
Beim vernichteten Werk handelte es sich um die Galionsfigur eines breit angelegten Zürcher Kunstprojekts mit dem Ziel, einen richtigen Jumbo zu begraben. Die von mehreren Künstlern gestaltete Heckflosse war schon weit herumgekommen: Rösser zogen sie durch die Zürcher Innenstadt, die Künstler schleppten sie zu Fuss nach Neuenburg, sie ruhte auf der Saffa-Insel und auf dem Dach der Galerie Perla Mode.
Eine Heckflosse auf Reisen
Im letzten Oktober machte die Heckflosse einen Ausflug ins damals besetzte Hotel Atlantis. Der Verein transportierte sie vorzeitig wieder ab, damit sie bei der angekündigten Räumung nicht beschädigt würde. Bis die vier Meter hohe Fiberglaskonstruktion in einer Galerie hätte untergestellt werden können, fehlten noch zehn Tage. Weshalb man beschloss, sie an der unscheinbaren Kreuzung Döltschiweg/Wasserschöpfi unterhalb des Atlantis zwischenzulagern – festgebunden an eine Strassenlampe. Eine Bewilligung dazu fehlte, dies wurde der Heckflosse zum Verhängnis.
Fünf Tage nach dem Abstellen beschwerte sich ein Anwohner über die «Skulptur». Die Stadtpolizei besichtigte die Flosse, stufte sie nicht als Kunst, sondern als Schrott ein und beauftragte Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) damit, das Ding «im Schnellverfahren» zu vernichten. Den Verein kontaktierte die Polizei nicht, obwohl dessen Website darauf geschrieben stand.
«Mehr als eine wertlose Bastelei»
Nach dem rätselhaften Verschwinden verschaffte sich Vereinspräsident Otmar Trost durch Herumtelefonieren Gewissheit über die Zerstörung. «Mir fiel der Hörer aus der Hand.» Für Trost hat die Polizei fahrlässig und falsch gehandelt. Über die Website hätte man ihn leicht finden können. Die Polizei hätte das Werk einstellen und dann gegen Busse freigeben müssen. «Die aufwendige Konstruktion und Befestigung zeigten, dass es sich um mehr als eine wertlose Bastelei handelte.» Stehe ein Porsche im Parkverbot, werde er auch nicht gleich verbrannt. Ausserdem, so Trost, habe keine Dringlichkeit bestanden. «Die Flosse störte den Verkehr nicht.» Er vermutet, die Polizei habe die Skulptur für ein Überbleibsel der Atlantis-Besetzung gehalten und kurzen Prozess gemacht.
Mit einem Sarg an die Art Basel
Die amtliche Kunstverbrennung versetzte der Aktion einen empfindlichen Knick. «Bury the Jumbo» war an mehrere Kunstevents eingeladen, etwa die Art Basel, wo der Verein mit einem selbst gezimmerten Sarg statt mit Heckflosse auftrat. Das Werk lasse sich nur schwer rekonstruieren: «Es war harte, anstrengende Arbeit. Das macht niemand zweimal ohne Lohn», sagt Trost. Erst suchte der Verein den Kontakt zur Polizei. «Wir wollten keine Konfrontation. Wir stehen für ein neues Miteinander.» Man habe der Stadt angeboten, sie solle die 10 000 Franken Materialkosten für die Rekonstruktion übernehmen. Und zwei Mann für den gemeinsamen Wiederaufbau bereitstellen.
Die Stadtpolizei lehnte ab, da sie sich keiner Schuld bewusst ist. «Wenn man Gegenstände auf öffentlichem Grund illegal deponiert, räumen wir sie weg. Das läuft immer so», sagt Stapo-Medienchef Marco Cortesi. Es sei nicht Aufgabe der Polizei, einzuschätzen, ob es sich dabei um Kunst handle. «Jeder könnte sein Bett auf die Strasse stellen und behaupten, das sei Kunst», sagt Cortesi. Für diese Beurteilung seien Experten zuständig. Was in diesem Fall auch nichts geändert hätte: Bei der Kiör (der städtischen Gruppe Kunst in öffentlichem Raum) hat man noch nie von «Bury the Jumbo» gehört. Die Heckflosse sei zudem versprayt gewesen, sagt Cortesi. Darum schien es fraglich, ob die angemalte Internetadresse zu den Besitzern führen würde.
Der Verein wollte «solche Ausflüchte» nicht akzeptieren und schwenkte auf den Rechtsweg ein. Beim Strafprozess musste er soeben eine Niederlage einstecken. Nachdem die Staatsanwaltschaft alle Beteiligten einvernommen hat, will sie das Verfahren einstellen. Die Verantwortung lasse sich niemandem direkt zuschreiben, heisst es. Der Verein prüft, dagegen zu rekurrieren.
Pins für alle Zürcher
Zu einem Zivilprozess kommt es so oder so. «Bury the Jumbo» verklagt die Polizei auf Schadenersatz von einer Million Franken. Der Wert von Kunst sei schwer messbar, sagt Trost. Doch die beteiligten Künstler besässen grosses Renommee, ausserdem habe die Flosse dank ihrer vielen Auftritte beträchtliche Bekanntheit erreicht. So errechne sich die Summe von einer Million. Würde der Verein vor Gericht siegen, will er Beteiligungspins im Wert der Entschädigung an alle Zürcher verschenken. «So flösse das Geld an die Steuerzahler zurück», sagt Trost.
Die Stadtpolizei sieht dem Prozess gelassen entgegen. «Wir haben dem Verein unsere Sicht dargelegt. Nun entscheiden die Richter», sagt Marco Cortesi. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 18.10.2011, 10:02 Uhr
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68 Kommentare
Ich bin selber Künstler und kenne das Problem. Unlängst habe ich ein Zeitungsbündel vor meinem Haus installiert und muss seit der letzten Altpiersammlung feststellen, dass das Werk nicht mehr an seinem Platz ist! Schon lange habe ich die Polizei oder das ERZ im Verdacht. Liebes Künstlerkollektiv, könnten wir uns nicht zu einer Sammelklage zusammenschliessen und den Betrag auf 2 Mio erhöhen? Antworten
Im besten Fall erhalten sie also 10'000 Fr., wobei das äusserst zweifelhaft erscheint. Im Umfang von 990'000 Fr. wird die Klage sowieso abgewiesen. Und in diesem Umfang tragen die Künstler dann auch die Gerichtskosten, selbst wenn sie gewinnen (Überklage). Und die Gerichtskosten sind bei 1'000'000 Streitwert ziemlich hoch. Typisches Eigengoal der Birkenstockträger. Get a shower, hippie! Antworten
Auch Kunst-Güsel ist Kunst Knüsel!!! Machen sie mal eine Fahrt nach Paris und wandern einmal ums Centre Pompidou. Wer Kunst nicht würdigt, verschmäht die Idee hinter allem Sein und ist ein sinnentleerte Düsel, Knüsel. Ein Hippie duscht sich im Wasser der Wahrheit. Ein Yuppie badet im Meer der ephemeren Oberflächlichkeiten. Dieses zerstörerische Meer sieht man sehr gut vom All aus. Birken Stock 7.
Auch wenn der Rest gut ist, mit den letzten zwei Sätzen schiesst sich Herr Knüsel selbst ein Eigengoal.
mal abgesehen davon, ob die klage und die höhe des betrages gerechtfertigt sind: die polizei hat es sich hier schon etwas gar einfach gemacht...
das beispiel mit den durchsuchten abfallsäcken find ich sehr angebracht.
um eine webadresse einzutippen hätte sich nicht mal jemand die handschuhe schmutzig zu machen gebraucht...kunst hat eswohl schwer in diesen kreisen in diesen zeiten...
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Hallo Herr Marti! War bestimmt ein anstrengender Tag für sie als dermassen kulturell beflissenen Kunstinteressierten!
Was ist denn für sie noch so alles keine Kunst? Ev. könnten sie eine Liste erstellen von Kunst und Büchern, welche wir dann allesamt verbrennen könnten.....! Naja, ich gebe zu, diese Idee ist auch nicht unbedingt neu und auch schon dagewesen...!
Finde ich super aber diese Million Schadenersatz sollte in etwas besseres investiert werden als unbrauchbare Pins. Z.Bsp. Baumwoll Stoff-Tragtaschen, wäre praktischer und die Umwelt hätte vielleicht auch was davon... Oder in ein sinnvolles Projekt investieren. Auf jeden Fall, bitte nicht noch mehr sinnloses, unbrauchbares, verschmutzendes Material produzieren. Danke. Antworten
Bisher dachte ich, dass das was ich immer wieder bei Altglas-Deponien wirr umher liegen sehe, Klosettschüsseln, Tragtaschen mit verdorbenen Lebensmitteln usw. sei illegal entsorgter Unrat. Nun werde ich eines Besseren belehrt, es handelt sich offenbar auch hier um Kunst-Installationen! Das ERZ sollte sich schon mal auf Millionen-Schadenersatzforderungen gefasst machen. Antworten
@Richard Marti: 64 Kommentare. Sie haben selber 3-4 mal das Thema kommentiert und behaupten immer noch, das Thema sei langweilig..? Ist ihnen also noch langweiliger, dass sie sich mit solcherlei abgeben?
@Hans Meyer: Bin kein Künstler! Schon gar nich selbsternannt! Aber sehr Arrogant! Das darf ich aber anscheinend auch sein, wenn ich mich hier so durch einige der Kommentare lese!
"das gemeine Fussvolk mit Stammtischvokabular" typische Arroganz der selbsternannten Künstler...
Ja, ja - "das gemeine Fussvolk mit Stammtischvokabular" - nicht wirklich pointiert Ihre Argumentationskeule. Kunst proviziert schon lange nicht mehr, sondern langweilt nur noch. Alles schon mal dagewesen alles schon 100x in x Variationen gesehen... Hier provoziert nur der Dilletantismus. Sie dürfen jedoch immer noch überheblich an ihren Stereotypen glauben, wenn's Sie glücklich und besser macht..
Ach kommt schon, das Teil war ja nicht mal handwerklich gut gemacht - bezüglich dem künstlerischen Gehalt halte ich es wie Norbert Gamsbart mit den Blutwürsten von Joseph Beuys. Zürcher Künstler - der Grossteil sind einfach dilettantische Wichtigtuer, ehrlich! Antworten
Wenn also ein ganzer, wenn auch fluguntauglicher, Jumbo bloss 70'000 Dollar kostet, wieso soll dann eine schlechte Glasfasernachbildung eines Teils der Heckflosse 1 Million Wert sein? Mich hat das Teil auch schon gestört, weil es in penetranter Art und Weise mitten auf einen Fussgängerweg "parkiert" war, so dass Mütter mit Kindewagen auf die Strasse ausweichen mussten Antworten
Wenn die Künstler die Eigendynamik und unvorhergesehene Interaktion ihrer Kunst mit der Aussenwelt nicht annehmen oder sogar feiern können, und wenn sie versuchen, Endinterpretationen vorzuschreiben und chaotische Prozesse (ausgelöst mit Hilfe der Polizei!) einzufreieren, dann sollen sie Grabsteine meisseln gehen. Wider die Kunst der Kunstwerke! Antworten
Sorry aber ich lache mich hier krum. Das soll Kunst sein welche 1 Mio wert hat? Also wen dem so ist warum wurde 1 Mio einfach an den Strassenrand gestellt. Lächerlich ist auch das dieser Schrott einen Materialwert von 10`000 haben soll den auch dan wäre es nicht einfach an den Strassenrand gestellt worden. Sorry aber Kunst kommt von "können" und nicht durch Kindliche-Behauptungen. Antworten
@ Ernst Dittmar: Richtig erkannt. Die "Künstler" werden angemacht, weil sie überheblich sind. Weil 1. sie ohne jemanden (insbes. die Nachbarschaft) zu Fragen ihren privaten, überdimensionalen Gegenstand auf der Strasse liegen lassen, 2. weil sie sich sicher sind, dass jeder diesen Gegenstand sofort als Kunst erkennt.
Ich nehme zur Kenntnis, dass ich mich in dieser Diskussion in einer Minderheitenposition befinde. Aber ich wundere mich, warum diese Künstler mit ihrem aussergewöhnlichen und postitiven Projekt hier vom Durchschnittsbürger so angemacht werden. Lassen hier einfach alle ihre Frustrationen an diesen Künstlern aus? Wer sich mit dem Projekt befasst, lässt sich von der happiness anstecken. :-)
@Dittmar Warum war es denn begehrt, es wurde ja nicht geklaut, was sonst mit allen Sachen passiert, die auf der Strasse herumliegen. Ich denke eher, s'ist bösartig, etwas herumliegen zu lassen und dann nachher den anderen, in dem Fall der Polizei, den schwarzen Peter zuzuschieben, dass sie unverhältnissmässig reagiert habe. Man hätte dieses Ding sicher irgendwo gedeckt/getarnt hinstellen können;-)
@Daniel Meier: Nur weil Ihnen das "Ding" nicht gefällt, sagt das noch lange nichts über seinen Wert aus. Offenbar war das Ausstellungsstück begehrt und hatte auch einen Wert weit über seinen Materialwert hinaus. Und warum soll das "Ding" einfach zerstört werden, wo es doch so einfach war, seinen Besitzer zu kontaktieren? Da hat die Polizei offensichtlich unverhältnismässig & bösartig reagiert.
@Dittmar. Natürlich nicht, denn die sind etwas Wert, was man von diesem Ding nicht behaupten kann...;-) Und ausserdem lässt auch niemand der bei Trost ist etwas angeblich so wertvolles einfach auf der Strasse herumstehen.
Die Polizei anrufen. Würde in so einem Fall die Polizei die Yacht oder den Range Rover auch schreddern lassen?... Eben.
erinnert mich an die fettecke von joseph beuys, die die putzfrau versehentlich wegputzte ;-) nun denn. so ist das halt, wenn kunst nicht sofort als kunst ersichtlich ist -- that' s life und der/die künstler muss damit rechnen, dass jemand sein werk wegputzt. wer als künstler dies nicht kann oder machen will, ist ein naiver idiot... Antworten
Die Verantwortung lasse sich niemandem direkt zuschreiben? Erinnert ein wenig an Beuys' Fettecke. Der Hausmeister der Kunstakademie Düsseldor entfernte sie 1986 und Nordrhein-Westfalen berappte damals 40.000 DM Schadensersatz für die Zerstörung des Kunstwerks. Alles eine Frage der Optik, des einen Kunst des andern Schrott. In Zürich mags gar nichts leiden in dieser Hinsicht, wo kämen wir da hin? Antworten
Ich erinnere mich. Das war damals alles auf privatem Grund und nicht vor dem Schlafzimmerfenster unbeteiligter. Ein empfindlicher Unterschied. Und wer ist denn schon so blöd und lässt seine "Kunst" einfach auf der Strasse stehen?
Wenn ich meinen Abfall, in einem nicht konformen Zürisack in einem Container entsorge, scheut sich die ERZ auch nicht einen Aufwand zu betreiben um die Verursacher zu eruieren. Dann geht man bisweilen soweit das die Barcodes der Coop weitergeleitet werden da die Supercard nie ihre Kunden vergisst! Auch wenn das ganze fraglich ist, was sich die Polizei hier erlaubt hat, ist schon fast Nötigung. Antworten
Dann sollen diese "Künstler" doch versuchen die Fr. 1'000'000.- mittels Klage zu bekommen. Der Prozesskostenvorschuss beträgt nebenbei bei diesem Streitwert Fr. 30'750.- und die Anwaltsgebühr läge im gleichen Bereich, im Falle des Unterliegens müsste dann noch eine Prozessentschädigung in derselben Höhe an die Gegenseite abgeführt werden. Wohlan und viel Glück! Antworten
@Dittmar: Es gibt durchaus Leute, die darauf spekulieren, dass es nie zu einem Prozess kommen wird. Ich habe im Baubusiness von Fällen gehört, wo Bauherren Handwerker mit Absicht weniger zahlten als abgemacht, im Wissen, dass sich ein Prozess um eine kleineren Tausenderbetrag für den Handwerker gar nicht lohnen würde.
Herr Dittmar, Sie machen mich unsicher. Sind Ihre Kommentare als Satire aufzufassen oder nicht?
Die Heckflosse war eine so aussergewöhnliche Konstruktion, dass leicht erkennbar war, dass es sich um Kunst, und nicht um etwas anderes handelt. Zudem waren die Kontaktdaten darauf notiert. Es wäre ein leichtes gewesen, die Eigentümer zu kontaktieren. Hier kann nur Vorsatz und böser Wille zur Zerstörung dieses aussergewöhnlichen Kunstwerks geführt haben.
@Durrer: Nein. Ich bin kunstinteressiert, aber nicht Künstler. Das Projekt "Burry the Jumbo" ist eines der vielfältigsten und interessantesten Kunstprojekte, das von der Schweiz aus eine grosse Ausstrahlung in die ganze Welt hat. Die Zürcher Stadtpolizei hat die Schweiz international blamiert. Die zerstörte Heckflosse reiste als Botschafterin des Projekts weit herum und der Velust trifft schwer.
@Dittmar: Kann es sein, dass Sie einer der Erschaffer dieser "Kunst" sind...obwohl der Sachverhalt klar ist (illegal gelagert, sieht aus wie besprayter Abfall)....denn mein logischer Menschenverstand will mir nicht erlauben, Ihre verteidigenden Worte zu verstehen!
@Biehler: Woher wissen Sie, dass diese Künstler reich sind? Können Sie belegen, dass diese Künstler nicht arbeiten? Oder sind das einfach eine blöde Behauptungen?
@Huber: Achtung. Bei dieser Linken Regierung könnte es noch möglich sein, dass die Kläger sogar recht bekommen. Dann finden sich schnell überall in Zürich Abfallsünder, die nach der Gratisentsorgung auf Beschädigung von Kunst klagen...
@Dittmar: Ich schätze an diesen Künstlern vor allem deren Reichtum, der erlaubt, nicht arbeiten zu müssen und trotzdem leben zu können... Chapeau.
@Dittmar: Der "Künstler" fordert eine Million....deshalb ist der Vorschuss so hoch...logisch oder? Ich werde nun meinen Abfalleimer etwas bepinseln und bekrizzeln, danach wird noch etwas Müll drangehängt und fertig ist die Kunst....die Kunst so einfach Künstler zu werden...Kunst liegt zum Glück immer im Auge des Betrachters...in diesem Fall waren die aber ziemlich blind....
Soll mit solchen Vorschusskosten derjenige, der kein Geld hat, davon abgehalten werden, bei erlittenem Unrecht zu klagen? Das wäre aber eine Unrechtsgesellschaft, nicht wahr? Übrigens, konstruieren Sie mal so eine grosse Struktur, bevor Sie so abschätzig über Künstler herfallen. Sie werden beim Versuch so einer Konstruktion auf die Welt kommen und und die Künstler respektieren lernen!
Die Polizei trägt keine Schuld, ihre Argumentation ist schlüssig. Die Mio in Pins zu investieren ist ein Affront gegen die Steuerzahlen, was bringt mir ein blöder Pin? Klar ist es deprimierend, dass ein mit viel Schweiss erstelltes Projekt eingestampft wurde. Aber da sind die Künstler auch selber Schuld, man stellt keine Sachen einfach so an den Strassenrand wo sich Einwohner dran stören könnten Antworten
Ich beginne Kunst zu verabscheuen. Was diese Künstler veranstalten, läuft den Interessen der Kunst zuwider. Ich werde langsam "Kunst-Gegner" aus Prinzip, weil mich das selbstherrliche Gebahren der Kunstszene ankackt. Die meinen, sie seien der Nabel der Welt, alles drehe sich nur um sie. Antworten
Narzismus richtig erkannt!
Ansonsten: die Vorstellung eines vergrabnene Jumbos, bei dem nur noch die Heckflosse aus dem Boden schaut, gefällt mir. Wenn sich private Geldgeber dafür finden, warum nicht. Wie bei Beuys und der pflichtbewussten Putzfrau ist auch bei dieser Verschrottungsaktion die Story mehr Wert als das Objekt. Der Verein sollte der Polizei dankbar sein....
Auch die Polizei darf nicht ungestraft Sachbeschädigungen begehen. Nun Schadenersatz zu leisten ist das Mindeste, was die Polizei tun kann. Man muss die zerstörte Heckflosse als Teil des Gesamtkunstwerkes "einen ganzen Jumbo begraben" sehen, das nun so nicht mehr realisiert werden kann. Da mutet die Schadenersatzforderung von nur 1'000'000 Franken doch recht bescheiden an. Antworten
@Michèle Keller: Schauen Sie doch mal die Website des Projekts an. Dann ist ökologisch alles klar. @Kurt Gsell: Sind für Sie Fr. 10'000.- Materialwert nicht wertvoll? Und dann kommen noch hunderte von Arbeitsstunden dazu. Es gibt halt Menschen, die denken in anderen Dimensionen. Und haben keine Respekt vor der Leistung anderer.
Einen Jumbo zu begraben ist ökologischer Unsinn - auseinandernehmen und recyclen, wenn schon. Mit Kunst hat das nichts zu tun, sondern mit nur mit einem Künstlerkollektiv, das keine konstruktiven Ideen mehr hat und nicht ganz bei Trost ist...
,,, wertvolles Teil... Das meinen Sie jetzt aber nicht im Ernst?
@Mark Berger: Weil die Flosse vor dem Atlantis unter Zeitdruck weggebracht werden musste, um der Polizei Platz für die Räumung zu machen. Zudem waren die Kontaktdaten auf der Flosse angebracht. Warum also nicht die Besitzer kontaktieren, bevor man ein so wertvolles Teil zerstört, das alleine 10'000 Franken Materialwert hat? Da hat die Polizei doch vorsätzlich gegen das Gesetz gehandelt!
Doch, selber schuld, wer denkt, dass er seine Kunst, Müll oder was auch immer einfach jemandem vors Fenster stellen kann. Sie denken wohl kaum, dass die Anwohner in erster Linie an "einen Teil eines Gesamtkunstwerks" gedacht haben, oder? Und wenn die Flosse so wertvoll und von renomierten Künstlern war, wieso stellt man sie einfach auf die Strasse?
Gut zu wissen, dass man nicht strafrechtlich verfolgt wird, wenn man seinen Muell am Strassenrand entsorgt. Schon alleine deshalb haette die Polizei eigentlich versuchen muessen, den Verursacher ausfindig zu machen. Aber das Ding haette auch genauso gut gestohlen sein koennen, dann haette der Besitzer noch nicht mal etwas dafuer gekonnt. Kurz den Browser anzuwerfen war wohl zu viel verlangt... Antworten
Der mit dem Bett hatt 'was. Der Vergleich mit dem Proschee hinkt, da wohl gut ersichtlich ist, dass der einen Wert verkörpert und meist eine Autonummer auf den Besitzer hinweist. Eine 'Abschiedstournee' mit einem alten Jubo rund um die Welt ist ausserdem unökologisch. Diese Art von Kunst fehlt mir nicht. Antworten
Immer dieses 'der Steuerzahler, der Steuerzahler!'. Gehöre auch dazu. Das ist Teil der Demokratie, dass verschiedene Bedürfnisse aufgefangen werden. Aber das verstehen Sie wohl nicht. SIE haben nichts zu bestimmen. Und ich auch nicht. Und das ist auch gut so. Denn meine Idealwelt wäre Ihre Hölle. Und umgekehrt. Die Schweiz stand mal für Kompromiss. Jetzt nur noch für Gemeckere und Ausschluss.
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