«Vielleicht hilft eine Beschränkung des Wahlrechts auf die SVP, Herr Zweifel»
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 10.03.2010 66 Kommentare
Wer in Zürich arbeitet, soll auch mitbestimmen: Karl Zweifel fordert Wahlrecht für Auswärtige. (Bild: Reto Oeschger)
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Nach den Wahlen ist vor den Wahlen: Kaum sind die Stimmen ausgezählt, entbrennt ein neuer politischer Kampf. Chirurg Karl Zweifel, gescheiterter SVP-Stadtratskandidat und neuer Gemeinderat von Zürich, fordert ein Wahlrecht für Auswärtige. Für all jene, «die in Zürich arbeiten, sich über Verkehrschaos, Parkplatzmisere, Baustellen und die linke Regierung ärgern». Der frühere FDP-Kantonsrat Andreas Honegger geht sogar noch weiter. Er erklärt sich den rot-grünen Wahlerfolg damit, dass vor allem jene für die Linken stimmen, die am Futtertrog des Staates sitzen – also Beamte, Lehrer, Spitalangestellte und Rentner.
Die streitbaren Politiker verärgern mit ihren Aussagen nicht nur ihre eigenen Parteien, sie kommen auch bei den Leserinnen und Lesern von Tagesanzeiger.ch/Newsnet nicht gut an. «Toll! Zuerst die Stadt verlassen, um möglichst viel Steuern zu sparen, und dann aber trotzdem wählen wollen – ein typischer Vorschlag der SVP», wettert beispielsweise Laurin Ilg.
«Ich fordere das Wahlrecht in den Goldküstengemeinden»
Einige Leser reagieren mit neuen Vorschlägen auf Zweifels Aussagen. «Als Stadtbewohner fordere ich das Wahlrecht in den Goldküstengemeinden», findet Herbert Frei, «schliesslich muss ich es als Stadtzürcher Steuerzahler erdulden, dass die Arbeits- und Freizeitpendler mit ihren Off-Roadern Lärm und Gestank in die Stadt bringen und mir im Café Sprüngli den Platz wegnehmen.» Und Anton Vogelpech ist der Meinung, dass eine Ausdehnung des Wahlrechts auf alle SVP-Mitglieder in der Schweiz vielleicht helfen könnte. «Oder eine Beschränkung des Wahlrechts auf Mitglieder der SVP Zürich. Wenn's dann noch nichts wird, kann ich ihnen leider auch nicht helfen, Herr Zweifel.»
Vor allem die Begründung, dass Zahlungen an die Stadt allein ein Stimmrecht ermöglichen sollten, wollen die Leser nicht gelten lassen. So stellt Gerh Engler die Frage, was mit dem Grossunternehmer sei, der in vielen Gemeinden eine Filiale hat und dort auch Steuern zahle: «Soll der an zehn Orten ein Stimmrecht haben? Je reicher desto mehr Stimmrecht?» Und Oliver Horat dreht die Situation einfach um: «Ich denke, dass es in der Stadt Zürich doch noch genügend Wohnraum für Gutverdienende von der Goldküste gibt. Sie sind herzlich willkommen in der Stadt und können dann auch hier abstimmen.»
Bürgerliche sollen den Katzenjammer lassen
Einer der wenigen Kommentarschreiber, die den Vorschlag von Karl Zweifel unterstützen, ist Patrick Meyer «Lasst die einst schöne Stadt Zürich weiter von links regieren», schreibt er, «in einigen Jahren wird man dann das Schlamassel bzw. die Herunterwirtschaftung von Zürich so gut sehen, dass sie auch die Netten und Linken nicht mehr wegdiskutieren können.»
Die Antwort auf diese Aussage folgt prompt von P. Meyer: «Die Stadt Zürich wird seit Jahren von Linken regiert. Es geht ihr nicht nur finanziell x-fach besser, als noch zu Beginn der 90er-Jahre. Wie kommen Sie also zu Ihrer Schlussfolgerung? Entweder Sie sind unwissend, ignorant oder einfach nicht fähig, Realitäten zu erkennen.» An die Adresse der Bürgerlichen fügt Meyer gleich noch hinzu: «Bitte verschont uns mit eurem Katzengejammer. Wir brauchen euch einfach nicht!» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.03.2010, 14:30 Uhr
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66 Kommentare
Auch SVP-WahlVERLIERER (und -Innen) haben erstmals zu akzeptieren, dass sie nicht fordern können. Dann sollten sie Einkehr halten und die Gründe ihrer Niederlage suchen (primär bei sich). Und bevor sie solche unausgegorenen, absurden Ideen von sich geben, sollten sie sich überlegen, ob es nicht doch besser wäre, zu schweigen. Herr Zweifel will ja sicher in 4 Jahren wieder antreten, oder? Antworten
Toll, diese Ideen von rechts. Das Wahlvolk war zu blöde, sie zu wählen, deshalb sollen andere Wählerinnen und Wähler her. Wieso akzeptieren diese Leute nicht einfach, dass sie zu gut sind für uns Zürcher und wir sie daher nicht wollen? Herr Zweifel, Kilchberg braucht Sie und Zürich verdient Sie nicht, also bestrafen Sie uns doch mit einem Abgang. Antworten


































