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Vier Stunden mehr Lärm im Osten

Von Liliane Minor. Aktualisiert am 30.01.2012 67 Kommentare

Wenn die Absichtserklärung zwischen der Schweiz und Deutschland so umgesetzt wird wie geplant, werden die Leute im Osten die Zeche dafür zahlen müssen.

Krach über dem Kopf: Anflug auf den Flughafen Zürich.

Krach über dem Kopf: Anflug auf den Flughafen Zürich.
Bild: Keystone

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Was Bundesrätin Doris Leuthard und der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer in ihrer Absichtserklärung festgehalten haben, dürfte die schlimmsten Befürchtungen der Anwohner in der Ostanflugschneise des Flughafens bestätigen: Süddeutschland soll tagsüber fluglärmfreie Zeiten erhalten, dafür die morgendlichen Anflüge wieder übernehmen. Die Leidtragenden sind die Anwohner im Osten.

Sie haben allen Grund für ihre Befürchtungen. Denn tatsächlich ist bereits heute klar, nach welchem Verfahren geflogen werden muss, damit die Absichtserklärung umgesetzt werden kann: Demnach wird von 6 bis 10 Uhr von Norden her angeflogen und nach Westen oder Süden gestartet. Dann wird bis 14 Uhr auf Ostanflug umgestellt; in dieser Zeit erfolgen die Starts Richtung Westen oder Norden.

Von 14 bis 21 Uhr erfolgen wiederum Nordanflüge, danach erneut Ostanflüge. Für die Anwohner im Osten bedeutet dieses Szenario also vier Stunden mehr Lärm – neu auch von 10 bis 14 Uhr.

Der Süden würde zwar insofern entlastet, als die Südanflüge am frühen Morgen wegfallen würden. Andererseits sind Südstarts geradeaus gemäss diesem Konzept explizit zulässig, um Verspätungen abzubauen. Aus Sicht der Südschneiser ist das inakzeptabel.

Festgelegt ist dieses Betriebssystem im sogenannten Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL). Dieser ist in den letzten Jahren ausgearbeitet worden. Zwar ist der SIL vom Bundesrat noch nicht definitiv in Kraft gesetzt, aber das gesamte Auflage- und Einspracheverfahren ist beendet. Wollte Doris Leuthard daran etwas ändern, müsste das gesamte SIL-Verfahren neu aufgerollt werden. Ist der SIL in Kraft gesetzt, ist er für die Behörden verbindlich.

Pistenverlängerung nötig

Wird auf das Ostanflugkonzept umgestellt, so hat das weitere Folgen, die ebenfalls im SIL festgelegt sind: Die Piste 10/28 müsste nach Westen verlängert werden, damit auch schwere Flugzeuge bei jedem Wetter problemlos von Osten her landen könnten. Zwar versichert der Flughafen, dass das Ostanflugkonzept auch ohne Pistenverlängerung möglich wäre – aber der Flugbetrieb wäre anfälliger für Verspätungen.

Das letzte Wort zu Ausbauten am Pistensystem haben die Stimmbürger des Kantons Zürich. Geschätzte Kosten für den Flughafen: mehr als zwei Milliarden Franken.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.01.2012, 12:37 Uhr

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67 Kommentare

Stefan Meier

30.01.2012, 12:47 Uhr
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Für die Südschneiser wäre auch ein Segelflugzeug pro Woche inakzeptabel. Genau deswegen sollte man mit den Südanflügen so lange fortfahren, bis sie begriffen haben, dass sie ein Teil der Agglomeration sind, die ihren Teil zu tragen hat. Antworten


Dominiq Büttiker

30.01.2012, 15:09 Uhr
Melden 51 Empfehlung

Deutsche Lastwagen können neu nur noch von 11-13h die Nord-Süd-Route via Gotthardtunnel befahren, von 6-11h werden sie via Genf und dem französischen Montblanc-Tunnel umgeleitet, von 13-24h via Verlad Vereina-Tunnel über den Ofenpass. - Wetten, dass der Fluglärmstreit so sehr schnell beigelegt wäre? Antworten



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